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Die Stimmung zwischen den Teamkollegen Sebastian Vettel und Mark Webber ist seit Jahren unterkühlt.
Die Stimmung zwischen den Teamkollegen Sebastian Vettel und Mark Webber ist seit Jahren unterkühlt.(Foto: imago sportfotodienst)

Zum Abschied aus der Formel 1: Stichelei oder Vorhersage?: Webber prophezeit Vettels Wechsel zu Ferrari

Von Daniel Grochow

Schon einmal hat Mark Webber einen Wechsel vorhergesagt: den von Daniel Ricciardo zu Red Bull. Nun behauptet er, Sebastian Vettel würde in zwei Jahren zu Ferrari gehen. Team und Fahrer machen kein Geheimnis aus ihrem gegenseitigen Interesse.

Nach der Rückkehr von Kimi Räikkönen zu Ferrari schien sich die Unruhe auf dem Fahrermarkt gelegt zu haben. Der "Iceman" fährt ab kommender Saison zusammen mit Fernando Alonso bei der Scuderia, Vettel und Daniel Ricciardo gehen für Red Bull auf Punktejagd. Diese Konstellationen sind vertraglich in Stein gemeißelt - allerdings nicht in alle Ewigkeit, sondern nur bis 2015. Das meint zumindest Webber zu wissen. Was die "Roten" in zwei Jahren vorhaben, sei "offensichtlich: Sie werden Seb hinter dem Rücken von Red Bull verpflichten, und dann mit ihm weitermachen", sagte der 37-Jährige dem TV-Sender "Sky Sports".

Räikkönens spektakulärer Wechsel von Lotus zu Ferrari sei nur "der erste Schritt, um sich wieder in Titel-Form zu bringen. Aber es ist ein sehr kurzfristiges, aggressives Statement, um Ferrari wieder an die Spitze zu führen", meint Webber, der die Formel 1 zum Saisonende verlässt und in das Sportwagenprogramm von Porsche wechselt – nicht ohne noch ordentlich Unruhe zu stiften.

Der Feind im eigenen Stall

Da das Tischtuch zwischen ihm und Stallgefährte Vettel schon lange zerschnitten ist, wird Webber nicht müde, den Titelverteidiger anzufeinden. Eine Kommunikation findet kaum noch statt, steht man gemeinsam auf dem Podium, würdigen sich die Red-Bull-Piloten keines Blickes. Es stellt sich also die Frage, ob die Aussagen nur Kalkül sind, um Vettel aus dem Konzept zu bringen? Wohl kaum.

Fakt ist, dass Räikkönens Vertrag bei Ferrari ebenso noch bis 2015 läuft wie Vettels Arbeitspapier bei Red Bull. Der Vertrag von Alonso ist zwar noch ein Jahr länger datiert, der Spanier könnte aber theoretisch ein rotes Gespann mit Vettel bilden.

"Es ist ein Traum, bei Ferrari zu fahren."

Zudem machen das italienische Traditionsteam auf der einen und Vettel auf der anderen Seite kein Geheimnis daraus, dass man weiß, was man an einer Zusammenarbeit hätte. "Es ist ein Traum und für jeden Fahrer etwas Besonderes, wenn man die Möglichkeit hat, bei Ferrari zu fahren", hatte der Deutsche einmal gesagt und Scuderia-Boss Luca di Montezemolo damit aus dem Herzen gesprochen. Dieser lobte Vettel, der "jung ist, mit beiden Beinen auf dem Boden steht und einen unbändigen Siegeswillen hat".

Es scheint also gar nicht so abwegig, was Webber an Gerüchten streut - selbst wenn man seine unterkühlte Beziehung zu Vettel miteinbezieht. All jenen, die es als Vermächtnis eines unzufriedenen Piloten mit Blick auf seinen Teamgefährten abtun wollen, sei gesagt, dass Webber das Zeug zum Propheten hat. Vor ein paar Wochen sagte er Ricciardos Wechsel zu Red Bull voraus – kurze Zeit später folgte die Bestätigung von Teamchef Christian Horner.

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Quelle: n-tv.de

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