Kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft haben die Fußballverbände aus Norwegen und Schottland Ärger miteinander. Der Grund ist ein kurzfristig abgesagtes Trainingsspiel der beiden Teams, bevor sie erstmals seit der WM 1998 wieder an einer Endrunde teilnehmen werden.
Das Spiel hätte hinter verschlossenen Türen stattfinden sollen. Norwegen startet am 17. Juni (0 Uhr) gegen den Irak ins Turnier, für Schottland geht es bereits drei Tage vorher gegen Haiti los (14. Juni, 3 Uhr). Schottlands Trainer Steve Clarke erklärte BBC Radio Scotland nach der Absage: "Es hätte nur ein einstündiges Trainingsspiel auf unserem Gelände sein sollen." Und weiter: "Aber vergangene Woche hat es bei uns ein, zwei Wehwehchen gegeben, weshalb wir entschieden haben, dass es das Risiko nicht wert ist." So musste er im Test gegen DFB-Gruppengegner Curacao zuvor den Ausfall von Mittelfeldspieler Billy Gilmour verkraften. Der Kapitän von Aston Villa wird die WM wegen einer Knieverletzung verpassen.
"Enttäuschend und unprofessionell"
Doch die Norweger nahmen die kurzfristige Absage nicht so locker. "Für mich war das sehr überraschend", sagte Trainer Staale Solbakken beim NRK. "Es ist einfach enttäuschend und unprofessionell, dass ihr Trainer mich nicht anruft; dass sie es uns erst nach unserem Training sagen. Wir hatten uns dabei ein bisschen auf dieses Spiel ausgerichtet."
NRK berichtet etwa davon, dass einige Spieler im Test gegen Marokko (1:1) am Sonntag vermutlich mehr gespielt hätten, wenn nicht noch das Spiel gegen Schottland geplant gewesen wäre. "Für uns, die wir heute nicht gespielt haben, ist es schade, dass wir keine richtige Leistungsanalyse bekommen", sagte demnach Mittelfeldspieler Kristian Thorstvedt.
Solbakken zweifelte außerdem an, dass die Absage mit den Verletzungssorgen zusammenhängt. Denn am Montag, kurz vor dem geplanten Spiel, berichtete "Dagbladet", dass die gesamte schottische Mannschaft im Training gewesen sei. Dem schottischen Mittelfeldspieler John McGinn ist der Ärger Norwegens offenbar egal: "Unser Job ist es, nach Schottland zu schauen. Wir wollen keine weiteren Spieler verlieren."




