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Traditionsklub Alemannia Aachen stand schon mehrfach vor dem Aus. Nun ist der finanzielle Kollaps ein Fakt.
Traditionsklub Alemannia Aachen stand schon mehrfach vor dem Aus. Nun ist der finanzielle Kollaps ein Fakt.(Foto: dapd)

"Schwärzester Tag" für den Verein: Alemannia Aachen ist insolvent

Totentanz am Tivoli: Fußball-Drittligist Alemannia Aachen muss den bitteren Gang in die Insolvenz antreten, das neue Stadion wird zum Millionengrab. "Mit diesem Desaster hätte keiner gerechnet", sagt Aufsichtsratschef Meino Heyen geschockt. Die Fans des früheren Europapokal-Teilnehmers reagieren mit Zorn auf den Zwangsabstieg in die Regionalliga.

Die Spieler reagierten geschockt,die Fans wüteten vor dem Stadion: Fußball-Drittligist Alemannia Aachen muss wegeneiner Liquiditätslücke von 4,5 Millionen Euro den bitteren Weg in die Insolvenzgehen. Am Ende soll ein Neuanfang in der Regionalliga stehen.

Unvermeidlich nannte der mit der Restrukturierung beauftragte Michael Mönig den Insolvenzauftrag.
Unvermeidlich nannte der mit der Restrukturierung beauftragte Michael Mönig den Insolvenzauftrag.(Foto: dpa)

"Das ist der schwärzesteTag in der Vereinsgeschichte. Mit diesem Desaster hätte keiner gerechnet",kommentierte Aufsichtsratschef Meino Heyen Alemannias Totentanz ums MillionengrabTivoli-Stadion. "Der Fehlbetrag würde jeden Monat deutlich mehr werden. Daherist der Insolvenzantrag unvermeidlich", sagte der RestrukturierungsbeauftragteMichael Mönig bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz und bestätigte Medienberichte über die Insolvenz.

Die Anhänger des ehemaligenBundesligisten und Europapokal-Teilnehmers reagierten mit Zorn auf die traurigenNachrichten. Über 50 Fans wollten sich gewaltsam Zugang zum Presseraum im Stadionverschaffen, die Aachener Ordnungskräfte mussten sogar die Polizei zur Hilfe rufen.Kurzzeitig drohte die Situation zu eskalieren.

"Die Schockstarre ist nichtverdaut"

Auch die Spieler des Tabellen-17.konnten die jüngsten Entwicklungen kaum fassen. "Die Schockstarre ist nichtverdaut, auch bei den Spielern nicht", sagte Geschäftsführer Uwe Scherr vordem Spiel am Samstag beim VfB Stuttgart II. "Jetzt ist es eine Charaktersache",meinte Scherr weiter.

Um die Saison planmäßigzu Ende spielen zu können, wird kurzfristig frisches Kapital benötigt. "DieKasse ist derzeit leer", sagte Mönig, verbreitete aber auch Hoffnung: "Ichhabe bereits erste Signale von potenziellen Geldgebern erhalten, die sowohl denGeschäftsbetrieb im vorläufigen Insolvenzverfahren für die laufende Saison als auchden Neuanfang in der Regionalliga in der Saison 2013/14 unterstützen würden."

Der Insolvenzantrag wird in der kommenden Woche beim Amtsgericht Aachen gestellt."Ziel ist es, gemäß Insolvenzordnung und DFB-Statuten den Spielbetrieb bisJuni 2013 zu gewährleisten, den Verein über ein Insolvenzplanverfahren zu sanierenund dann befreit in der Regionalliga neu zu starten", teilte der Klub mit."Wir werden alles versuchen, den Verein zu retten", versprach Heyen undzeigte Mitgefühl mit dem Anhang: "Für die Fans bricht eine Welt zusammen."

Bugwelle an Verbindlichkeiten

Die finanzielle Lage ist bei der Alemannia schon seit längerer Zeit äußerst kritischgewesen. Bereits Ende Oktober stand Aachen vor dem finanziellen Aus, GeschäftsführerFrithjof Kraemer musste seinen Hut nehmen. Damals hieß es, es sei ein Geldgeberaus den eigenen Reihen gefunden worden. 2010 verhinderte nur eine Ausfallbürgschaftder Stadt die drohende Insolvenz.

"Wir haben eine Bugwelle an Verbindlichkeiten vor uns hergeschoben. Das funktioniertbei Erfolgen. Wenn es nicht mehr läuft, dann eben nicht mehr", erklärte Heyen.Besonders der Stadionneubau hat Millionen verschlungen. Die Schulden durch den Tivoli-Neubaukonnten von der Alemannia nicht mehr ausreichend bedient werden. Nach dem Zweitliga-Abstiegim vergangenen Mai und dem schwachen Start in der dritten Liga fehlten zudem einkalkulierteEinnahmen. "Wir sind in der dritten Liga nicht angekommen. Die Kosten warenzu hoch", räumte Heyen ein.

Quelle: n-tv.de