Sport
Farblich müsste sich Werder-Manager Klaus Allofs bei einem Umzug nach Wolfsburg nicht umgewöhnen.
Farblich müsste sich Werder-Manager Klaus Allofs bei einem Umzug nach Wolfsburg nicht umgewöhnen.(Foto: dapd)

Werder, Wolfsburg, Wirrwarr: Allofs-Wechsel ist weiter offen

Die Zukunft des Bremer Geschäftsführers Klaus Allofs bleibt Gesprächsthema Nummer 1 in der Fußball-Bundesliga, Neuigkeiten gibt es nicht. Das angebliche Angebot aus Wolfsburg sorgt weiter für Rätselraten. Die Beteiligten halten sich mit Äußerungen zurück und heizen die Spekulationen damit an.

Bei Werders Aufsichtsratschef Willi Lemke ist noch kein Angebot aus Wolfsburg eingegangen.
Bei Werders Aufsichtsratschef Willi Lemke ist noch kein Angebot aus Wolfsburg eingegangen.(Foto: dpa)

Die Internetseite des SVWerder Bremen entbehrt in diesen Tagen nicht einer gewissen Komik. Ausgiebig wird dort über eine Probefahrt der Bremer Fußballprofis mit dem neuestenProdukt aus dem Hause Volkswagen berichtet, während seit Donnerstag bundesweit über die Abwerbeversuchedes Konzerns in der Werder-Geschäftsführung spekuliert wird. Doch auch fünf Tagenach den ersten Gerüchten über einen Wechsel von Klaus Allofs zum VfL Wolfsburggibt es noch immer keine offizielle Anfrage, erklärte Werders Aufsichtsrats-Chef WilliLemke.

"Eine Probefahrt, dieist lustig, eine Probefahrt, die ist schön", dichtete die Presse-Abteilungdes Bremer Bundesligisten über den putzigen PR-Termin für den neuen Golf. Auch TrainerThomas Schaaf musste bei der Marketing-Maßnahme des Sponsors mitmachen, der zugleichfür seine VfL Wolfsburg Fußball GmbH einen neuen Geschäftsführer sucht - nach übereinstimmendenund detailreichen Medienberichten bei Werder Bremen.

Händeschütteln - zum Abschied?

Klaus Allofs lenkte ebenfallseinen Volkswagen, als er am Morgen auf das Clubgelände fuhr. Anschließendschaute der Vorsitzende der Geschäftsführung beim Training vorbei, schüttelte Händeder Profis und plauschte mit Trainer Thomas Schaaf. Nach einer knappen Viertelstundeverabschiedete sich der Geschäftsführer.

Das als Verabschiedung zuinterpretieren, wäre gewagt. Der 55-Jährige ist für seine Nähe zum Trainer und zurMannschaft bekannt. Er schaut häufiger bei den Übungseinheiten zu. Interviews wollteAllofs nicht geben und sagte lediglich auf die Frage, ob er am Abend bei dem Testspielgegen den SV Rödinghausen anwesend sei: "So ist das erstmal geplant."

Keine Offerte, keine Verhandlungen

Mit dieser zeitlichen Einschränkungließ Allofs wieder reichlich Raum für Spekulationen, während er grundsätzlich auchschon klare Dementis abgegeben hat. So wie am Montagabend, als er zu dem Berichtder "Welt", er habe bereits beim VfL Wolfsburg unterschrieben, unmissverständlicherklärt hatte: "Das stimmt nicht. Es ist alles beim alten Stand." SeitDonnerstag hatte Allofs mehrfach wiederholt, dass ihm keine Offerte des Konkurrentenvorliege und es keine Verhandlungen gebe.

Detailreiche Meldungen zudem Thema gibt es dennoch. Von drei Millionen Euro Jahresgehalt für Allofs berichtetdie "Bild" und schätzt die Ablöse auf vier Millionen. Die "WolfsburgerNachrichten" schreiben hingegen, dass Allofs seinen bis 2015 laufenden Vertragvon Anwälten daraufhin prüfen lasse, ob es auch eine Ausstiegsmöglichkeit gibt,ohne dass der VfL eine Ablöse zahlen muss. Eine Bestätigung dafür gibt es aber ebensowenig wie ein Dementi.

"Allofs würde zu jeder Mannschaftpassen"

Wobei vor allem Volkswagenund der VfL durch ihre Sprachlosigkeit auffallen. Bestätigt ist bisher nur, dasses kein Interesse an Schaaf gibt. Beim Thema Allofs herrscht Schweigen. FranciscoJavier Garcia Sanz hatte lediglich gesagt: "Klaus Allofs würde zu jeder Mannschaftpassen." Der Aufsichtsrats-Vorsitzende der VfL sprach ansonsten von "Spekulationen".

So bringt Volkswagen dieBremer in Not, obwohl der Autobauer einer der wichtigsten Werder-Geldgeber ist.So musste Lemke auch am Dienstag erklären, dass es weiterhin keine Anfrage vom VfL,von VW oder einem Berater gebe. Der Aufsichtsratschef sagte: "Ich warte auchnicht und erwarte nichts."

Quelle: n-tv.de