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Freitag, 08. September 2017

So läuft der 3. Spieltag: Ancelotti garantiert nöligem Müller - nichts

Von Stefan Giannakoulis

Beim FC Bayern werben seine Kollegen für Thomas Müller, doch Trainer Carlo Ancelotti lässt das eiskalt. Der BVB führt, hat aber noch nichts erreicht. Und bei RB Leipzig steht am 3. Spieltag der Fußball-Bundesliga wieder Timo Werner im Fokus.

Was macht der FC Bayern?

Bei den Münchnern gibt's "nur einen Mann bei uns, der darüber entscheidet, mit welcher Taktik und mit welcher Mannschaftsaufstellung wir spielen - und das ist Carlo Ancelotti, unser Trainer". Sagte der Vorstandsvorsitzende, Karl-Heinz Rummenigge, in der Länderspielpause dem Bezahlsender Sky. Und warum betonte er das? Weil sie ihn nach Thomas Müller gefragt hatten. Es ist nämlich so, dass der Nationalspieler, der sich bei der DFB-Elf sehr wohl fühlt, beim FC Bayern nicht zufrieden ist. Nachdem Ancelotti ihn beim 2:0 in Bremen nur die letzten 17 Minuten spielen ließ, war Müller nölig - und nölte deshalb unmissverständlich in die Mikrofone: "Ich weiß nicht genau, welche Qualitäten der Trainer genau sehen will, aber meine sind nicht hundertprozentig gefragt."

Ach, stets die gleichen Diskussionen.
Ach, stets die gleichen Diskussionen.(Foto: imago/Jan Huebner)

Da sehen aufmerksame Beobachter durchaus Konfliktpotential, zumal sich seine Kollegen demonstrativ für ihn aussprechen. "Thomas ist gut drauf. Ich gehe davon aus, dass er die nächsten Wochen wieder von Beginn an spielen wird", hatte Torhüter und Kapitän Manuel Neuer gesagt. Und Mats Hummels assistierte via "Bild"-Zeitung: "Ich lasse auf Thomas nichts kommen. Wenn er mal eine schlechte Phase hat, darf man ihn nicht infrage stellen." Und wie geht's weiter? Am Samstag spielt der FC Bayern am dritten Spieltag der Fußball-Bundesliga (ab 18.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) bei der TSG Hoffenheim und ihrem Trainer Julian Nagelsmann - wir sind sehr auf die Startaufstellung gespannt. Ancelotti sagte: "Ich kann die Saison nicht mit elf Spielern durchspielen. Es muss Rotation geben." Er könne nun wirklich "keinem eine Garantie geben - keinem!" Ansonsten sein es doch so: "Jeder kennt die Qualitäten von Müller. Taktisch versiert, ein bodenständiger Junge." Ein Problem mit dessen Nörgelei habe er nicht, dafür ist er schon zu lange im Geschäft: "Natürlich ist ein Spieler unglücklich - ich kenne die Situation. Thomas ist Profi durch und durch. Ich spreche jeden Tag mit ihm." Er werde schon eine Lösung finden: "Ich danke allen, die mir Vorschläge machen, aber die brauche ich nicht. Ich weiß, was ich tue, es muss sich keiner Sorgen machen." Unser Tipp: 2:2.

Wie geht's dem BVB?

Kaum sind die Dortmunder mit zwei Siegen ohne Gegentor gestartet, keimt schon die Hoffnung auf, sie könnten in dieser Saison den Bayern im Kampf um den Titel ernsthaft Konkurrenz machen. Nun ja, irgendwie muss die Spannung ja erzeugt werden. Wie gut, dass der omnipräsente Klubchef Hans-Joachim Watzke sagt: "Noch haben wir nichts erreicht. Eine erste Tendenz wird man erst in ein paar Wochen erkennen." In 22 Tagen stehen sieben Spiele an, los geht's am Samstagnachmittag mit der Partie beim SC Freiburg, am Mittwoch dann geht's zum Auftakt in der Champions League nach London zu Tottenham Hotspur. Aber zweifelsohne trainiert Peter Bosz in Dortmund eine spannende Mannschaft. Der Wechsel von Ousmane Dembélé zum FC Barcelona brachte dem Klub die Rekordeinnahme von bis zu 148 Millionen Euro, in der gebotenen Eile wurden Andrej Jarmolenko von Dynamo Kiew, Jeremy Toljan von der TSG Hoffenheim und Jadon Sancho von Manchester City nachverpflichtet. Zudem stehen Julian Weigl und Kapitän Marcel Schmelzer nach ihren Verletzungen wieder bereit. Und die Freiburger? Trainer Christian Streich hatte nach dem 1:4 in Leipzig am zweiten Spieltag darauf verwiesen, dass Teams dieser Kategorie nicht der Maßstab für den Sportclub seien. Vielleicht wird er das am frühen Samstagabend auch über den BVB sagen. Tipp: 0:2.

Und die Rasenballsportler aus Leipzig?

Vor ihrem Debüt in der europäischen Königsklasse am Mittwoch nächster Woche gegen die AS Monaco gastieren die Rasenballsportler heute (ab 20.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) beim Hamburger SV. Und der hat nach sechs Punkten aus zwei Spielen Oberwasser. Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl jedenfalls sagt über den HSV, gegen den seine Mannschaft in der Rückrunde der vergangenen Saison zu Hause mit 0:3 verlor: "Das letzte Spiel haben sie klar dominiert, damit haben wir die Favoritenrolle geklärt." Kann aber auch nur ein Trick sein, um den Gegner in Sicherheit zu wiegen. Ansonsten steht der jüngst bei der Nationalmannschaft mit viel Liebe überschüttete Timo Werner im Mittelpunkt.

Ganz viel Liebe: Timo Werner.
Ganz viel Liebe: Timo Werner.(Foto: AP)

Hasenhüttls Kollege Markus Gisdol sah sich sogar bemüßigt, Respekt für Werner einzufordern: "Was das Verhalten der Zuschauer diesem Spieler gegenüber angeht, habe ich großes Vertrauen in unsere Fans". Die Fans des HSV hätten "ein gutes Gespür und sollen lieber wieder ihre ganze Energie reinhauen und uns anfeuern". Und der Chef der HSV-Supporters, Timo Horn, sagte der "Morgenpost": "Ich halte die Kritik an RB, die weit über den Kommerz hinausgeht, für richtig und wichtig. Aber das darf sich natürlich nicht an einem Spieler entladen." Dabei spielt Werner vielleicht gar nicht, zumindest nicht von Beginn an, wie sein Trainer ankündigte. Er gedenkt, eventuell zu rotieren: "Wir haben Überlegungen, bei den Spielern, die sehr viel gespielt haben. Das wird angesichts der Belastung die große Herausforderung in dieser Saison, die richtige Qualität auf den Platz zu bringen und die Spieler, die richtig fit sind."

Was ist sonst noch so los?

FSV Mainz - TSV Bayer 04 Leverkusen: Noch ohne Punkt und Tor stehen die Mainzer nach zwei Partien relativ weit unten in der Tabelle. Kleiner Trost: Die Gäste haben auch erst einen Zähler auf dem Konto. Und FSV-Trainer Sandro Schwarz sagte der "Allgemeinen Zeitung": "Es gilt, mit purem Optimismus daran zu gehen. Wir müssen uns die Belohnung holen. Wir haben Bock zu jubeln." Tipp: 1:2.

Borussia Mönchengladbach - Eintracht Frankfurt: Revanche? Och nö. In der vergangenen Saison hatte die Borussia im Halbfinale des DFB-Pokals das Elfmeterschießen gegen die Eintracht verloren und so das Endspiel verpasst. Doch daran mag Gladbachs Trainer Dieter Hecking nicht denken: "Das ist für mich ein ganz normales Bundesligaspiel. Wichtig ist, dass wir jetzt nachlegen, dann ist alles im grünen Bereich." Tipp: 2:0.

FC Augsburg - 1. FC Köln: Ach ja, in der Liga spielen die Kölner ja auch noch. Und das bisher eher erfolglos. Ob's daran liegt, dass sich nach 25 Jahren Abstinenz viel darum dreht, dass sie am kommenden Donnerstag mit der Partie in London gegen den FC Arsenal in den Europapokal zurückkehren? Trainer Peter Stöger jedenfalls fordert: "Wir müssen wieder zur Normalität zurückkehren." Tipp: 1:1.

VfL Wolfsburg - Hannover 96 (alle Samstag, 15.30 Uhr): Beim Aufsteiger in Hannover müssen sie sich ja dem Vernehmen nach übergeben, wenn jemand das Spiel gegen den Nachbarn aus der Autostadt als Derby bezeichnet. Also brechen wir mit dieser Unsitte und verweisen auf den Sportinformationsdienst, der dichtete: "Breitenreiters Hannover rockt die Liga." Tipp: 1:1.

Hertha BSC - SV Werder Bremen (Sonntag, 15.30 Uhr): "Ich pfeife Bundesliga, weil meine Leistungen stimmen, nicht, weil ich eine Frau bin", sagt Bibiana Steinhaus. Im Olympiastadion leitet sie als erste Frau in der seit 1963 währenden Liga-Geschichte eine Partie. Wurde auch Zeit. Tipp: 1:0.

FC Schalke 04 - VfB Stuttgart (Sonntag, 18 Uhr): Wenn die Gelsenkirchener gegen den Aufsteiger spielen, hat ihr Ex-Kapitän mutmaßlich sein erstes Spiel für Juventus Turin schon hinter sich. In der italienischen Serie A geht's am Samstag ab 18 Uhr gegen Chievo Verona - und Benedikt Höwedes dürfte den verletzten Giorgio Chiellini als Innenverteidiger ersetzen. Ob die Schalker Höwedes vermissen werden, nachdem sie ihn vergrault haben? Tipp: 2:0.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Ich freue mich. Das Geschlecht an sich ist ja kein Qualitäts-Merkmal. Auch wenn wir Männer manchmal beim Autofahren hoffen, dass es so ist." Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann macht sich Gedanken über das historische Debüt der Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus am Sonntag im Berliner Olympiastadion.

Quelle: n-tv.de

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