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Nach seinem Aus als Bayern-Coach will Carlo Ancelotti eine Pause von zehn Monaten einlegen.
Nach seinem Aus als Bayern-Coach will Carlo Ancelotti eine Pause von zehn Monaten einlegen.(Foto: dpa)
Dienstag, 03. Oktober 2017

"Schweigen ist eine Tugend": Ancelotti spricht über Aus beim FC Bayern

Carlo Ancelotti zeigt sich erstmals seit seinem Rauswurf beim FC Bayern München in der Öffentlichkeit und sagt zunächst - nichts. Doch der Hinweis, dass das wohl auch besser sei, reicht, um die Gerüchte zu befeuern. Sein Sohn Davide wird derweil deutlich.

Trainer Carlo Ancelotti will nach seinem Rauswurf beim FC Bayern München erst einmal keinen neuen Verein übernehmen und sich stattdessen eine längere Pause gönnen. "Die kommenden zehn Monate werde ich mich erholen und keine andere Mannschaft trainieren", sagte der 58-Jährige während eines Auftritts bei einem Friedensprojekt für Kinder italienischen Medien.

In Italien wurde zuletzt über eine Rückkehr Ancelottis zum AC Mailand spekuliert. Der deutsche Fußball-Rekordmeister hatte sich am Donnerstag von Ancelotti getrennt. Zu seinem Aus in München nach nur 15 Monaten wollte sich Ancelotti nicht äußern. "Schweigen ist eine Tugend, also ist es besser, zu schweigen", sagte der Italiener. Es gebe "Schlimmeres im Leben", ergänzte er. "Es wurde von Verrat, falscher Taktik, Verschwörungen, falscher Vorbereitung geredet. Für mich ist jetzt der Moment gekommen, darüber nachzudenken", sagte Ancelotti.

Damit spielte der Coach auf Berichte an, nach denen sich innerhalb der Mannschaft eine Front gegen ihn gebildet habe. Die Bayern-Leistungsträger Arjen Robben, Franck Ribéry, Mats Hummels, Jérôme Boateng und Thomas Müller waren in dem Zusammenhang mehrfach als "Rädelsführer" genannt worden.

Vier dieser fünf Führungsspieler hatte Ancelotti bei seinem letzten Spiel als Bayern-Trainer in der Champions League bei Paris St. Germain (0:3) nicht von Beginn an eingesetzt und damit seine Entlassung wohl beschleunigt. "Ancelotti hatte fünf Spieler gegen sich gehabt, das war nicht durchzuhalten", hatte Klubpräsident Uli Hoeneß hinterher gesagt.

Sohn Davide wird deutlich

Carlo Ancelottis Sohn und Assistent Davide hat derweil Vorwürfen widersprochen, das Trainerteam beim FC Bayern sei auch wegen den Folgen einer angeblichen Vetternwirtschaft gescheitert. "Es ist hässlich und auch unverständlich, wenn in unserem Fall von einem Clan gesprochen wird", sagte Ancelotti junior der "Gazzetta dello Sport". Neben den beiden Ancelottis waren in der Vorwoche beim deutschen Fußball-Rekordmeister auch die Fitnesstrainer Giovanni Mauri und dessen Sohn Francesco sowie Mino Fulco freigestellt worden.

Auf die Frage, ob der Coach gescheitert sei, weil in seinem Team zu viele Familienverhältnisse geherrscht haben, antwortete Davide Ancelotti: "Das habe ich gelesen, aber in Wahrheit ging es nicht darum. Jeder Trainer hat sein Team hinter sich. Ein Coach vertraut seinen Leuten, ob das nun Familienmitglieder sind oder nicht." Außerdem trat er Berichten sowie Aussagen von Spielern und Bossen bei den Bayern entgegen, wonach ein schlechtes Klima geherrscht habe. "Auf professioneller Ebene hatten wir ein gutes Verhältnis, und zwar mit allen", berichtete Davide Ancelotti.

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Quelle: n-tv.de

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