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Mesut Özil hat einen neuen Trainer: Carlo Ancelotti wechselt von Paris nach Madrid.
Mesut Özil hat einen neuen Trainer: Carlo Ancelotti wechselt von Paris nach Madrid.(Foto: picture alliance / dpa)

Neuer Trainer bei Real Madrid: Ancelotti wird königlich

Real Madrid bekommt seinen Wunschtrainer. Carlo Ancelotti folgt auf den zu Chelsea zurückgekehrten Star-Trainer José Mourinho. Auch Ancelottis bisheriger Club Paris St. Germain gibt eine Trainerverpflichtung bekannt.

Stilwandel bei Real Madrid nach der Blanc-Verpflichtung in Paris: Auf den konfliktfreudigen José Mourinho folgt bei Spaniens Rekordmeister der gelassene Carlo Ancelotti. Der spanische Fußball-Rekordmeister gab die Verpflichtung des Italieners als neuen Chef-Trainer bekannt. Der 54-Jährige, der den AC Mailand 2003 und 2007 zum Gewinn der Champions League geführt hatte, erhielt bei den Königlichen einen Dreijahresvertrag.

Sein Wechsel nach Madrid hatte schon seit Wochen als sicher gegolten. Er konnte aber nicht bestätigt werden, weil Ancelottis bisheriger Verein Paris St. Germain noch keinen Nachfolger gefunden hatte. Der französische Meister nahm am Dienstag den früheren Nationaltrainer Laurent Blanc unter Vertrag. Damit machte PSG für Real den Weg zur Verpflichtung Ancelottis frei. Ob die Madrilenen den Franzosen eine Ablösesumme zahlen, wurde nicht mitgeteilt. In den Medien war von einer Summe von 4,5 Millionen Euro die Rede.

Mit dem Italiener hält bei Real ein neuer Stil Einzug. Ancelotti hat als Typ mit dem - zum FC Chelsea zurückgekehrten - Vorgänger Mourinho fast nichts gemeinsam. Während der Portugiese ("The Special One") mit seinem Hang zur Selbstdarstellung und Provokation kaum einem Konflikt aus dem Weg geht, neigt der Italiener zum Ausgleich und zum Dialog. Der frühere Milan-Kapitän Paolo Maldini beschrieb Ancelotti einmal als einen Trainer, der beinahe schüchtern wirke, der fast nie wütend werde und mit seiner humorigen Art es fertig gebracht habe, vor einem Champions-League-Finale Witze zu erzählen.

Ronaldo, Özil und Khedira warten

In Madrid dürfte es ihm allerdings nicht ganz leicht fallen, seinen Humor zu behalten. Seit Vicente del Bosque konnte bei Real kein Trainer seinen Vertrag bis zum Ende der Laufzeit erfüllen. Die "Königlichen" warten sehnsüchtig auf "La Décima", den zehnten Europacup-Sieg. Mit Mourinho waren sie dreimal im Halbfinale der Champions League gescheitert.

Ancelotti kann bei Real auf ein eingespieltes Team zurückgreifen, das keine größere Veränderungen erfordert. Cristiano Ronaldo garantiert für die Tore, die deutschen Nationalspieler Mesut Özil und Sami Khedira waren unter Mourinho feste Größen in der Real-Elf. Für die neue Saison setzen die Madrilenen vor allem auf Nachwuchsspieler. Die Verpflichtung des U-21-Europameisters Isco vom FC Málaga gilt als beschlossene Sache, der 21-jährige Daniel Carvajal kehrt von Bayer Leverkusen nach Madrid zurück.

Neuer Job für arbeitslosen Blanc

Laurent Blanc unterzeichnete in Paris einen Zweijahresvertrag. Er war nach dem Viertelfinal-Aus der Bleus bei der EM 2012 von Didier Deschamps als Nationaltrainer abgelöst worden und seither arbeitslos. Der frühere Libero war als Profi 1998 mit Frankreich Weltmeister geworden, als Trainer gewann er 2009 mit Girondins Bordeaux die französische Meisterschaft.

PSG hat mit Blanc Großes vor. Die "Mission" des 47-Jährigen sei es, den im Vorjahr mit dem ersten Liga-Gewinn seit 1994 begonnenen Weg fortzusetzen und den Club auf den europäischen Gipfel zu führen, ließ der Verein mutig wissen. "Ich bin sehr stolz, aber das ist erst der Anfang einer neuen Geschichte", hatte Clubchef Nasser Al-Khelaifi schon nach der Meisterkrönung der "Nouveau Riche" im Mai getönt.

An Mitteln wird es Blanc bei diesem Vorhaben nicht mangeln. Nachdem die Ölscheichs aus Katar in den vergangenen zwei Spielzeiten gut 250 Millionen Euro für Verstärkungen ausgegeben und Stars wie Zlatan Ibrahimovic oder Thiago Silva an die Seine gelockt hatten, wedeln sie wieder mit dem Scheckheft. Paris buhlt laut Medien um keinen Geringeren als Cristiano Ronaldo. Die große Frage ist jedoch, wie Blanc mit dem Druck und den Egos am Prinzenpark fertig wird. Als Coach der "Bleus" hatte er seine Truppe disziplinarisch nicht immer unter Kontrolle gehabt.

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Quelle: n-tv.de

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