Sport

Schuldenberg gigantisch groß: Barça mit tiefroten Zahlen

Der FC Barcelona spielt den schönsten Fußball der Welt, doch außerhalb des Platzes ist die Lage im Verein desolat. Eine vom neuen Präsidenten Sandro Rosell veranlasste Buchprüfung macht deutlich, dass die Katalanen fast eine halbe Milliarde Schulden haben. Erzrivale Real Madrid lässt grüßen.

Frohe Finanzbotschaften konnte Barcelonas neuer Präsident Sandro Rosell noch nicht verkünden.
Frohe Finanzbotschaften konnte Barcelonas neuer Präsident Sandro Rosell noch nicht verkünden.(Foto: REUTERS)

Spaniens Fußballmeister FC Barcelona steckt tiefer in den roten Zahlen als bislang bekannt. Eine Buchprüfung habe ergeben, dass sich die Nettoschulden auf rund 442 Millionen Euro belaufen, teilte der für Finanzen zuständige Vizepräsident Javier Faus mit. Die vorige Vereinsführung unter Präsident Joan Laporta hatte für die abgelaufene Saison einen Nettogewinn von 11,1 Millionen Euro in der Bilanz ausgewiesen. In Wirklichkeit habe es jedoch einen Verlust von 77,1 Millionen Euro gegeben.

Die Zahlen der Vereinsspitze unter Laporta "spiegeln nicht das tatsächliche Bild des Clubs wider", sagte Faus. Er schloss aber aus, dass die Bilanz geschönt wurde und vermied auch jede Kritik an den Vorgängern. Fest stehe aber, dass Barça die höchsten Schulden seiner Geschichte aufweise. Dennoch will der Club Medienberichten zufolge bis zu 45 Millionen Euro für Nationalspieler Cesc Fábregas von Arsenal London ausgeben.

Erst vor zwei Wochen hatte Faus eingeräumt, dass der Club von Weltfußballer Lionel Messi wirtschaftlich angeschlagen sei. "Die Situation ist weitaus ernster, als wir uns das vorgestellt hatten", sagte er. Der FC Barcelona hatte im Mai für 40 Millionen Euro Nationalstürmer David Villa vom FC Valencia geholt. Dafür wurden Yayá Touré an Manchester City (24 Millionen Euro) und Dmitri Tschigrinski an Schachtjor Donezk (15 Millionen Euro) verkauft. Luft verschaffte sich Barça auch mit einem 155 Millionen Euro schweren Kredit.

Unter Laporta hatte der Club in der vorigen Saison rund 100 Millionen Euro für Neuzugänge ausgegeben. Fast 70 Millionen Euro verschlang die Verpflichtung des Schweden Zlatan Ibrahimovic, der bislang nicht glänzen konnte. Laporta, dessen Amtszeit Ende Juni abgelaufen war, ist inzwischen in die Politik gegangen. Als Kandidat bei den Regionalwahlen tritt er für die Unabhängigkeit Kataloniens ein. Sein Nachfolger bei Barça wurde der Unternehmer Sandro Rosell.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen