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Die Entscheidung: BVB-Keeper Roman Weidenfeller streckt sich vergeblich nach einem Schlenzer von Arjen Robben.
Die Entscheidung: BVB-Keeper Roman Weidenfeller streckt sich vergeblich nach einem Schlenzer von Arjen Robben.(Foto: REUTERS)

Robben beendet das Trauma: Bayern entthront Dortmund

Der FC Bayern ist wieder das Maß der Dinge im deutschen Fußball. Im vorweggenommenen Pokal-Endspiel bezwingen die Münchner Titelverteidiger Borussia Dortmund im Viertelfinale knapp, aber letztlich hochverdient. Arjen Robben schießt die Bayern nach einem BVB-Patzer per Traumtor ins Pokal-Halbfinale. Bester Borusse ist Keeper Roman Weidenfeller.

Was zu beweisen war: Borussia Dortmund ist für den FC Bayern doch noch schlagbar.
Was zu beweisen war: Borussia Dortmund ist für den FC Bayern doch noch schlagbar.(Foto: REUTERS)

Der FC Bayern regiert wieder unangefochten im deutschen Fußball. Mit dem verdienten 1:0 (1:0)-Sieg im Pokal-Viertelfinale gegen Borussia Dortmund rückte der designierte Meister die Kräfteverhältnisse endgültig wieder zurecht und nimmt jetzt klar Kurs auf das Double. Umjubelter Torschütze vor 71.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena war Arjen Robben, der mit dem Traumtreffer in der 42. Minute seine persönliche Leidenszeit gegen den BVB beendete.

Mit dem verdienten Sieg nahm der Bundesliga-Primus zugleich Revanche für die 2:5-Demütigung im DFB-Pokal-Finale 2012 in Berlin. Der Auslosung des Halbfinales, die am Sonntag in der ARD-Sportschau den VfB Stuttgart, den VfL Wolfsburg und den SC Freiburg als mögliche Gegner bereithält, können die Münchner gelassen entgegenblicken.

"Es war ein wahnsinnig intensives Spiel zweier Klasse-Mannschaften. In dieser Saison sind wir noch unbesiegt von Borussia Dortmund, zwei Siege, ein Unentschieden, mehr kann man sich nicht wünschen. Vielleicht waren wir heute den Touch gieriger", analysierte Bayern-Trainer Jupp Heynckes die Partie. "Wir wollten zeigen, wie gut wir drauf sind im Moment", betonte Torschütze Robben.

BVB-Coach Jürgen Klopp erkannte den verdienten Sieg der Münchner an: "Man sollte schon 90 Minuten gut spielen, um die Bayern schlagen zu können." BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller, der die Borussia mit seinen Paraden bis zum Ende im Spiel gehalten hatte, befand: "Wir konnten einfach nicht unser Spiel aufziehen, wir haben keine Ruhe reinbekommen."

Robben setzt das erste Ausrufezeichen

Dieses Spiel könne er sich auch als Champions League-Finale vorstellen, hatte Uefa-Präsident Michael Platini vor der Partie gesagt. Dass das Gigantenduell des deutschen Fußballs den hohen Erwartungen vollauf gerecht wurde, war indes vor allem ein Verdienst des FC Bayern, der phasenweise brillant kombinierte und in Bastian Schweinsteiger den Chef im Mittelfeld in seinen Reihen hatte. Bei den Dortmundern wurde dagegen Nationalverteidiger Mats Hummels schmerzlich vermisst. Ohne den Abwehrchef, der wegen eines grippalen Infekts zum Zuschauen verurteilt war, taten sich im Deckungszentrum gegen die spielfreudigen Münchner immer wieder große Lücken auf.

Tatsächlich nicht drin: Bayerns Toni Kroos wird vom Ball überrascht.
Tatsächlich nicht drin: Bayerns Toni Kroos wird vom Ball überrascht.(Foto: dapd)

Vor stimmungsvoller Kulisse erspielten sich die Bayern die ersten Chancen. In der 8. Minute hatte Robben auf der linken Seite freie Bahn, den Flachschuss des Niederländers klärte Roman Weidenfeller im BVB-Tor per Fußabwehr. Wenig später stand der Schlussmann der Dortmunder nach Philipp Lahms Flanke erneut im Brennpunkt. Bei dem von Hummels-Ersatz Felipe Santana abgefälschten Ball musste sich der Keeper mächtig strecken und klatschte ihn vor die Füße von Toni Kroos, der jedoch zu überrascht war.

Der Chance vorausgegangen war ein Fehler von Robert Lewandowski. Der mit dem FC Bayern in Verbindung gebrachte Pole werde seinen Vertrag in Dortmund nicht verlängern, erklärte BVB-Sportdirektor Michael Zorc vor Spielbeginn im TV-Sender Sky. Offensivaktionen waren von dem in der Bundesliga gesperrten Torjäger nur wenige zu sehen.

Tempoverschärfung nach 30 Minuten

Lange Zeit hatten sie mit den gut gestaffelten Borussen ihre liebe Mühe und Not, doch nach einer halben Stunde drückten die Bayern noch einmal mächtig aufs Tempo. Schweinsteiger schwang sich immer mehr zum Regisseur auf und bereitete die nächste Möglichkeit von Javi Martinez glänzend vor. Bei der Direktabnahme des Spaniers zeigte Weidenfeller seine bis dahin beste Tat (36.).

Gegen Robbens Schlenzer aus über 20 Metern in den Torwinkel war aber auch der viel beschäftigte Torhüter des Pokal-Verteidigers machtlos. BVB-Coach Jürgen Klopp registrierte den Gegentreffer, den Marcel Schmelzer mit einer Unsicherheit begünstigt hatte, mit anerkennendem Kopfnicken. Noch vor einem Jahr hatte Robben im verlorenen Titelduell mit dem BVB in Dortmund einen Elfmeter verschossen.

Weidenfeller ist bester Borusse

Ohne den gesperrten Franck Ribéry stellten die Münchner auch nach der Pause das gierigere Team, wenngleich der BVB jetzt mehr für die Offensive tat. Beim Schuss von Ilkay Gündogan (53.) musste Manuel Neuer erstmals richtig zupacken.

Auf der Gegenseite lieferte Weidenfeller, der das Spiel mit seinen Paraden bis zum Ende offen hielt, gegen Kroos (60.) die nächste Kostprobe seines Könnens. Auch Martinez (70.), der nach einer Attacke gegen Lewandowski mit Gelb gut bedient war, und Daniel van Buyten (71.) verpassten das mögliche 2:0.

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Quelle: n-tv.de

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