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Thomas Müller möchte nicht als Stürmer bezeichnet werden.
Thomas Müller möchte nicht als Stürmer bezeichnet werden.(Foto: dpa)
Mittwoch, 11. Januar 2017

Am liebsten bald wieder Torjäger: Bayerns Müller erhöht Druck auf sich selbst

Nach einer enttäuschenden Hinrunde mit wenigen Toren startet Bayerns Fußball-Nationalspieler Thomas Müller mit großen Erwartungen in die Rückserie: Er will endlich wieder Torjäger sein - auch dank einer Systemumstellung von Trainer Carlo Ancelotti.

Bei Weltmeister Thomas Müller hinterlässt die für ihn enttäuschend verlaufene Hinrunde in der Fußball-Bundesliga offenbar kaum Spuren. "Ich bin im Urlaub sicher nicht mit hängendem Kopf durch die Gegend gelaufen", sagt der Offensivspieler von Bayern München der "Sport Bild": "Mein Selbstbewusstsein ist nicht angeknackst. Der ehemals gesetzte Müller, der in bislang 13 Bundesliga-Einsätzen nur ein Tor erzielt hat und auch beim 5:0-Testspielsieg am Dienstag gegen den belgischen Erstligisten KAS Eupen leer ausging, war kurz vor Weihnachten im Spitzenspiel gegen RB Leipzig von Trainer Carlo Ancelotti nicht aufgestellt worden.

Auf der Bank sitzt er nicht so gerne.
Auf der Bank sitzt er nicht so gerne.(Foto: imago/Eibner)

"Da gab es mehr Räume als in den Spielen zuvor. Das war eine Partie, in der ich Spaß hätte haben können. Natürlich sitze ich nicht mit einem Grinsen auf der Bank", so Müller. In der Winterpause ist bei Müller mit Blick auf die Rückrunde Aufarbeitung angesagt. "Ich habe mir Fragen gestellt, zum Beispiel: Wo kann ich in der Trainingsarbeit noch mehr investieren?", sagt Müller. Es gehe dabei um "Dinge wie Kraft, Schnelligkeit, Technik". Als Stürmer möchte der Nationalspieler allerdings nicht bezeichnet werden: "Ich bin eine Mischung aus Mittelfeldspieler und Stürmer. Am liebsten wäre mir, wenn meine Bezeichnung bald wieder Torjäger ist." Daraus folgt freilich, das, was Müller so ausdrückt: "Ich erwarte mir 2017 mehr, was den Torerfolg betrifft."

Treffen ist wichtig für Müller, das aber funktioniert nicht ohne die Mannschaft. Deshalb stellt er auch den Erfolg als Team über alles. Und der soll sich in der Rückrunde noch mehr einstellen, als bisher. Denn nach einem, nach Ergebnissen, guten Start in die Saison war im Herbst teilweise heftig Kritik am Rekordmeister aufgekommen. Die lockere Art von Trainer Carlo Ancelotti wirkte zunächst befreiend auf das Team, aber dann stand es zwischenzeitlich nur auf Rang zwei der Tabelle.

Müller plädiert für Systemwechsel

Die zum Jahresende eingeführte Systemumstellung von 4-3-3 auf 4-2-3-1 soll nun zu einer erfolgreichen Rückrunde führen, auch wenn sie "nicht das Allheilmittel" sei, wie Müller betont. Aber: Für Müller könnte dieser Wechsel noch Wunder wirken. "Ich habe schon das Gefühl, dass wir uns mit dem anderen System einen Tick wohler fühlen, vor allem, was die Offensive betrifft, weil wir auch Spaß damit haben", sagt er.

Persönlich brauche er für Topleistungen "Spieler, mit denen ich kombinieren kann um mich herum, die ich unterstützen kann mit Läufen oder dass Räume aufgehen für mich", sagt Müller. Das gelte auch für Sturmspitze Robert Lewandowski. Und das sei im 4-2-3-1 der Fall. Und doch: Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge ermahnte Müller nach dem letzten Spiel 2016 gegen RB Leipzig (3:0), das der Weltmeister von der Bank aus miterleben musste, zu besseren Leistungen. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus nannte Müllers Stammplatz "stark gefährdet" - trotz 4-2-3-1.

Ancelotti aber stellte im Trainingslager in Doha indes klar: "Thomas Müller ist ein sehr intelligenter Spieler und findet überall seinen Platz, egal in welchem System. Er hat in der Hinrunde viele Spiele gemacht und wird es auch in diesem Jahr tun." Auch Vereinspräsident Uli Hoeneß steht hinter dem Bayern-Urgestein. "Er muss gut trainieren, er muss wieder seine Leistungsfähigkeit haben, und dann wird Thomas Müller wieder bei Bayern München die Person sein, die er vorher war - völlig egal, auf welcher Position er spielt", sagte er bei Sky Sport News HD. Wenn Müller in Form sei, "wird es nicht die Frage der Taktik sein, sondern eher die Frage, wo stelle ich den Thomas hin."

Quelle: n-tv.de

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