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Mario Götze fiebert seinem Comeback im DFB-Team entgegen.
Mario Götze fiebert seinem Comeback im DFB-Team entgegen.(Foto: dpa)
Mittwoch, 08. November 2017

"Wir sind die Gejagten": Bierhoff bläut DFB-Team Konzentration ein

Der Confed-Cup-Sieg und die makellose Qualifikation bringen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft die Favoritenrolle für die WM 2018. Auch der DFB gibt die Titelverteidigung als Ziel aus. Manager Oliver Bierhoff warnt gleichzeitig vor zu viel Gelassenheit.

Manager Oliver Bierhoff warnt die deutschen Fußball-Nationalspieler zum Abschluss eines erfolgreichen Jahres vor Genügsamkeit. "Ich habe ein bisschen Sorge, dass man glaubt, dass das jetzt so weitergeht nach dem Confed-Cup-Sieg und der sehr guten WM-Quali, dass der WM-Titel fast Pflicht ist", sagte Bierhoff vor dem Prestige-Länderspiel gegen England in Wembley (Freitag, 21 Uhr im n-tv.de Liveticker und im ZDF).

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Das sei es selbstverständlich nicht. "Die Situation bei einer WM ist noch mal eine ganz andere. Wir wissen, dass wir alles einhundertprozentig abrufen müssen", sagte Bierhoff. "Wir dürfen in Russland keinen Prozentpunkt, keinen Zentimeter nachlassen. Wir sind die Gejagten." Die Konkurrenz aus England, Frankreich oder Brasilien "rüstet unglaublich auf", betonte der Europameister von 1996.

Durch den WM-Titel 2014, den Confed-Cup-Sieg im Sommer und die makellose Qualifikation für die Endrunde 2018 in Russland (zehn Siege in zehn Spielen) ergebe sich beinahe automatisch eine Favoritenrolle. "Dem müssen wir uns stellen", forderte Bierhoff, "im Bewusstsein, wie schwierig es wird." Der Confed Cup sei "die freudige Überraschung des Länderspieljahres" gewesen.

Spiel mit "Poppy"-Armbinden

Das Testspiel werden die beiden Nationalmannschaften mit besonderen "Poppy"-Armbinden absolvieren. Sie wollen so an die in den Kriegen gefallenen Soldaten erinnern. Die rote Klatschmohnblüte tragen viele Briten traditionell rund um den Remembrance Day, der am kommenden Sonntag begangen wird, an ihrer Kleidung. Sie erinnern damit auch an den Waffenstillstand im Ersten Weltkrieg.

Dass auch Deutschland mit "Poppy"-Symbol aufläuft, kommt beim Gegner gut an. "Wir bedanken uns beim DFB, dass er zugestimmt hat, die Klatschmohnblüte beim Spiel zu tragen, um zu dieser wichtigen Zeit Solidarität und Einheit zu zeigen", erklärte der FA-Vorsitzende Martin Glenn. Oliver Bierhoff begrüßte die Entscheidung. "Es ist eine Erinnerung an die Kriegsopfer des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Für uns ist es ein Zeichen, dass junge Spieler deutlich machen, dass das nicht mehr passieren darf", sagte der DFB-Teammanager über die für den deutschen Fußball bislang einmalige Aktion. DFB-Präsident Reinhard Grindel betonte, er habe das Anliegen sofort befürwortet. Das Symbol der roten Mohnblume stehe "für die Werte, die während beider Weltkriege mit Stiefeln getreten wurden, die wir aber heute im Fußball hochhalten wollen: Respekt, Toleranz und Menschlichkeit".

Quelle: n-tv.de

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