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Mysteriöse Muskelverletzungen: Boatengs Ausfall schockt Guardiolas Bayern

Monatelang droht Bayerns Abwehrchef Jerome Boateng auszufallen, damit sorgt er unfreiwillig für ein Reizklima. Die maladen Muskeln der Münchner Stars gefährden die Triple-Mission und werfen Fragen zum Training von Josep Guardiola auf. Der reagiert trotzig.

Alarm beim FC Bayern. Der erste Sieg des Jahres hinterließ bei Pep Guardiola mehr Frust als Lust auf seine heikle Münchner Abschiedstournee. Der Ausfall von Jérôme Boateng, dessen unbestimmte Dauer die Triple-Mission des scheidenden Trainers beim deutschen Fußball-Rekordmeister maßgeblich beeinflussen dürfte, überlagert alle Debatten und Schlussfolgerungen aus dem allein ergebnistechnisch gelungenen Rückrundenauftakt des Rekordchampions beim Hamburger SV.

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"Wir haben ein Problem, aber wir werden eine Lösung finden", lautete die lakonische Antwort von Guardiola am Freitagabend nach dem 2:1 (1:0) des Bundesliga-Herbstmeisters. Weltmeister Boateng war nach dem Spiel, in dem er sich ohne Fremdeinwirkung in der 56. Minute verletzt hatte, mit düsterer Miene zum Mannschaftsbus gehumpelt. Der Abwehrchef schwieg, schien das Unheil aber geahnt zu haben.

Eine Kernspintomographie am Samstag in München bestätigte den Anfangsverdacht einer Adduktorenverletzung. Über das Ausmaß der Blessur hüllten sich die Bayern wie in früheren Fällen (Ribéry, Benatia, Bernat) in Schweigen, ebenso über den Zeitraum der Verletzungspause. In diversen Medien war jedoch von einem Muskelbündelriss die Rede und von bis zu drei Monaten Pause.

"In der Verteidigung wird es langsam eng"

Ohne Boateng wird der vierte Münchner Meistertitel in Serie kaum in Gefahr geraten. Für Guardiolas finale Champions-League-Mission mit dem FC Bayern ist sie jedoch schon mit Blick auf die Achtelfinalhürde Juventus Turin am 23. Februar und 16. März fatal. Neben Torhüter Manuel Neuer ist Boateng der Spieler in der Münchner Defensive, der nicht zu ersetzen ist. "In der Verteidigung wird es personell langsam eng", stöhnte Kapitän Philipp Lahm angesichts der Ausfälle von Medhi Benatia, Rafinha und Juan Bernat in Hamburg.

Im Abwehrzentrum müssen es ohne Boateng vor allem Holger Badstuber und Javi Martínez richten, zwei Akteure mit einer besorgniserregenden Krankengeschichte in der jüngeren Vergangenheit. Noch kurz vor Ende der Winter-Transferperiode Ersatz für Boateng zu finden, erscheint utopisch. Guardiola wird also improvisieren müssen, etwa mit dem schon als Innenverteidiger erprobten David Alaba. Und der Spanier sieht sich mit einer neuen Debatte über die vielen Muskelblessuren beim Rekordmeister konfrontiert: Badstuber, Götze, Ribéry, Bernat, Benatia, Robben - die Ausfallliste der Saison ist lang und prominent.

Nachfragen verboten

Kritische Nachfragen würgte der empfindliche Guardiola in Hamburg ab, wohlwissend, dass auch seine Trainingsbelastung hinterfragt wird. Das Thema Ärzte und Guardiola ist belastet. Blessuren seien "normal, wenn Spieler alle Wettbewerbe" spielten, betonte der Katalane. Boateng erwischte es im ersten Pflichtspiel nach fünf Wochen Pause und einer knapp dreiwöchigen Wintervorbereitung. War's einfach Pech? Auch die Spieler rätseln.

"Ich habe keine Erklärung dafür, dass wir so häufig Muskelverletzungen haben. Ich bin kein Fachmann", sagte Lahm. Und Thomas Müller konstatierte: "Kurz vor Weihnachten haben wir noch mit 14 Spielern gespielt. Wir haben irgendwie die Seuche am Stiefel." Er mache sich jedoch keine Sorgen: "Aber es ist schon blöd, dass wieder neue Verletzte hinzugekommen sind."

Quelle: n-tv.de

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