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Gleich fünf Tore schenkten die Stuttgarter den Gästen aus Hoffenheim ein und rückten auf Tabellenplatz 10 vor.
Gleich fünf Tore schenkten die Stuttgarter den Gästen aus Hoffenheim ein und rückten auf Tabellenplatz 10 vor.(Foto: imago/Jan Huebner)

Bayer kriselt trotz Traum-Comebacks: Bremen demütigt Schaaf, Stuttgart im Rausch

Das Vorspiel zum Bundesliga-Gipfel zwischen BVB und Bayern wird zur Torflut. Bremen versenkt Schlusslicht Hannover und Ex-Coach Schaaf gnadenlos, Stuttgart überforderte Hoffenheimer. Leverkusen dreht ein 0:3 in Augsburg und kriselt trotzdem. Frankfurt auch.

Werder Bremen - Hannover 96 4:1 (2:1)

Heimkomplex? Davon war in Bremen beim furiosen Sieg über Hannover nichts zu spüren.
Heimkomplex? Davon war in Bremen beim furiosen Sieg über Hannover nichts zu spüren.(Foto: dpa)

K.o.-Schlag für Hannover 96, Befreiungsschlag für Werder Bremen: Ausgerechnet im Weserstadion, seinem alten "Wohnzimmer", hat sich die Lage von 96-Trainer Thomas Schaaf und seinem neuen Team im Abstiegskampf dramatisch verschärft. Nach der 1:4 (1:2)-Niederlage im Nordderby ist der Klassenerhalt für die Niedersachsen in fast schon unerreichbare Ferne gerückt. Werder hingegen überwand seinen Heimkomplex furios und kann nach dem ersten Heimsieg seit August vergangenen Jahres ein wenig durchatmen. Auch Coach Viktor Skripnik sitzt nach dem wichtigen "Dreier" in der 50. Bundesliga-Partie seiner Trainerkarriere wieder fester im Sattel. Mit seinem 100. Bundesligator für die Gastgeber war Claudio Pizarro maßgeblich am verdienten Sieg der Grün-Weißen beteiligt. In der 26. Minute baute der Peruaner mit einem sehenswerten Schuss in den Torwinkel die Bremer Führung durch Fin Bartels (18.) aus. Sekunden vor dem Pausenpfiff gelang Adam Szalai per Abstauber der Anschlusstreffer, ehe Theodor Gebre Selassie in der 56. Minute mit einem Schrägschuss den alten Abstand wiederherstellte. Für den Endstand sorgte Zlatko Junuzovic (67.) mit einem verdeckten Flachschuss.

VfB Stuttgart - 1899 Hoffenheim 5:1 (2:0)

Mit einem phasenweise begeisternden Offensivspektakel hat der VfB Stuttgart sein kurzes Tief überwunden. Beim hoch verdienten 5:1 (2:0) im baden-württembergischen Duell gegen 1899 Hoffenheim stoppte der fünfmalige Meister gleichzeitig auch den Aufwind der Mannschaft des jüngsten Bundesliga-Trainers Julian Nagelsmann. Mit einem Doppelpack in der 6. und 51. Minute avancierte Verteidiger Georg Niedermeier vor 47.677 Zuschauern zum Mann des Tages. Bei der Führung profitierte er von einem Torwartfehler des Hoffenheimers Oliver Baumann. Lukas Rupp (42.) erzielte dazwischen das 2:0, der starke Filip Kostic (78.) traf zum 4:1, ehe Timo Werner (83.) den Endstand herstellte. 1899-Stürmer Andrej Kramaric (73.) betrieb nur Ergebniskosmetik, die allerdings mit einem tollen Abschluss. Trösten wird ihn das kaum.

FC Augsburg - Bayer Leverkusen 3:3 (2:0)

Trotz seines Dreierpacks wird Augsburgs Ja-Cheol Koo das Heimspiel gegen Leverkusen nicht in allzu guter Erinnerung bleiben, denn Bayern kam nach 0:3-Rückstand noch zurück.
Trotz seines Dreierpacks wird Augsburgs Ja-Cheol Koo das Heimspiel gegen Leverkusen nicht in allzu guter Erinnerung bleiben, denn Bayern kam nach 0:3-Rückstand noch zurück.(Foto: imago/DeFodi)

Bayer Leverkusen steckt weiter in der Krise. Die Mannschaft von Trainer Roger Schmidt, der letztmals gesperrt war, kam beim FC Augsburg trotz einer beeindruckenden Aufholjagd nach einem Dreierpack von Ja-Cheol Koo nicht über ein 3:3 (0:2) hinaus. Hakan Calhanoglu (90.+3) verwandelte einen Handelfmeter zum Endstand. Leverkusen stoppte nach drei Niederlagen zwar die Pleitenserie, verliert die Champions League aber aus den Augen. Augsburg verschenkte im zehnten Bundesliga-Duell mit Bayer den ersten Sieg und einen wichtigen Dreier im Abstiegskampf. Schmidt erlebte den packenden Kampf seines arg ersatzgeschwächten Teams nicht vor Ort mit. Der 48-Jährige verabschiedete sich vor dem Spiel von seinen Profis und machte sich per Privatjet auf nach Spanien, wo er Europa-League-Gegner FC Villarreal am Abend gegen Las Palmas beobachtete. So blieb Schmidt der erste Bundesliga-Dreierpack von Koo (5., 44., 57.) erspart. Karim Bellarabi (60.), ein Eigentor von FCA-Kapitän Paul Verhaegh (80.) und Calhangolu sicherten Bayer immerhin noch einen Punkt.

1. FC Köln - FC Schalke (1:2)

Sieben Punkte in sieben Tagen: Dank des schnellsten Elfmeters der Saison hat Schalke 04 am Ende einer erfolgreichen englischen Woche weiter Druck von Trainer André Breitenreiter genommen. Die Gelsenkirchener gewannen in einem phasenweise begeisternden Spiel beim 1. FC Köln mit 3:1 (2:1) und feierten einen weiteren wichtigen Sieg im Kampf um die Champions-League-Qualifikation. Klaas-Jan Huntelaar verwandelte in der 2. Minute den bereits nach 51 Sekunden verhängten Foulelfmeter zum 0:1, Max Meyer legte nach (24.). Der zwei Minuten zuvor eingewechselte Franco Di Santo sorgte eine Viertelstunde vor Schluss für die Entscheidung. Für den FC, für den Leonardo Bittencourt mit dem ersten Saisontor zwischenzeitlich verkürzte (33.), ist ein Europapokalplatz nach nur einem Sieg aus den letzten acht Spielen dagegen in weite Ferne gerückt.

VfL Wolfsburg - Borussia Mönchengladbach (2:1)

Der VfL Wolfsburg hat sich im Rennen um die Champions-League-Plätze endgültig zurückgemeldet. Der Vizemeister gewann das enorm wichtige Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:1 (2:1) und zog bis auf zwei Punkte an den Mitkonkurrenten vom Niederrhein heran. Die Nationalspieler Julian Draxler (15.) und Max Kruse (17.) sicherten mit ihrem Doppelschlag innerhalb von zwei Minuten den Sieg, der den Wolfsburgern weiteres Selbstvertrauen für das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) gegen den belgischen Meister KAA Gent geben dürfte. Für die Gladbacher, die nun schon seit sechs Auswärtsspielen keinen Sieg mehr auf fremden Plätzen eingefahren haben, traf vor 29.224 Zuschauern lediglich Raffael zum 1:2 (23.).

Eintr. Frankfurt - FC Ingolstadt 1:1 (0:1)

Die Luft für Eintracht Frankfurt und Armin Veh wird im Abstiegskampf immer dünner: Nach dem 1:1 (0:1) gegen Aufsteiger FC Ingolstadt muss der Coach der kriselnden Hessen weiter um seinen Job bangen. Der zumindest kämpferisch starken Eintracht droht nach der siebten Partie ohne Sieg in Folge (insgesamt vier Punkte) weiterhin der fünfte Abstieg aus der Bundesliga. Vor rund 40.000 Zuschauern glich Marco Russ (69.) die frühe Führung der Gäste durch einen Handelfmeter von Moritz Hartmann (8.) aus. Frankfurt wartet damit seit dem 24. Januar 2015 auf einen Dreier. Spätestens nach dem turnusmäßigen Treffen des Aufsichtsrates am Montag könnte es personelle Konsequenzen geben. Der seit vier Spielen unbesiegte Neuling Ingolstadt, der in der 74. Minute Pascal Groß wegen einer Gelb-Roten Karte verlor, kann indes langsam für ein zweites Jahr in der Eliteliga planen.

Quelle: n-tv.de

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