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Erwin in den USA? Schalkes Sportvorstand Horst Heldt hält das für keine schlechte Idee.
Erwin in den USA? Schalkes Sportvorstand Horst Heldt hält das für keine schlechte Idee.(Foto: imago/ActionPictures)

Sechs Milliarden sind das Ziel: Bundesliga sucht das große Geld

Die Fußball-Bundesliga schreibt Rekordzahlen, muss aber dennoch deutlich wachsen. Sagt zumindest ihr Geschäftsführer Christian Seifert. Woher das Geld für die angestrebte Umsatz-Verdopplung kommen soll, steht allerdings in den Sternen.

Die Zahl überraschte sogar den einen oder anderen Klub-Manager. Auf sechs Milliarden Euro Umsatz müsse die Fußball-Bundesliga in den nächsten zehn Jahren wachsen, wenn sie unter den Top Drei in Europa bleiben wolle, prognostizierte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Wo das Geld herkommen soll, ließ er offen. "Schwierig, aber nicht unrealistisch" nannte Präsident Martin Kind von Hannover 96 in einer Umfrage des Sport-Informations-Dienstes diese Zielsetzung. "Es gibt eine Menge Ansätze, aber keine Patentlösung", sagte Manager Klaus Allofs vom VfL Wolfsburg, stimmte dem Chef der Deutschen Fußball Liga aber zu: " Wir müssen unsere Strategie verändern, um konkurrenzfähig zu bleiben."

In der Saison 2014/2015 setzten die 18 Bundesligisten genau 2,62 Milliarden Euro um. Das Doppelte wäre laut Seifert notwendig, um 2025 bis 2030 nicht den Anschluss an England, Spanien oder Italien zu verlieren. Im Blick haben Allofs und Seifert vor allem den internationalen Markt. "Da müssen wir präsenter sein als in der Vergangenheit", forderte Allofs, "nicht nur wegen der Fernsehrechte." Derzeit kassiert die Bundesliga 160 Millionen Euro aus dem Verkauf ihrer TV-Rechte ins Ausland, Englands Premier League kommt im neuen Fernsehvertrag ab der nächsten Saison in diesem Bereich auf knapp eine Milliarde.

"Deshalb waren wir in den USA"

In den vergangenen zehn Jahren, in denen die Bundesliga ihren Umsatz von 1,29 Milliarden (2005/2006) schon einmal verdoppelte, war der nationale Fernsehmarkt ein wichtiger Motor. Die Einnahmen stiegen von 290 auf 615 Millionen, in der laufenden Saison zahlen Sky, ARD, ZDF, Sport1 und Axel Springer (Internet) 663 Millionen, in der nächsten 673. Für den neuen TV-Vertrag ab 2017 spekuliert Seifert mit 1,1 bis 1,5 Milliarden jährlich - allerdings inklusive der internationalen Rechte. Weil bislang ein zweiter großer Pay-TV-Anbieter fehlt, sind in Deutschland Steigerungsraten wie in der Vergangenheit nicht zu erwarten. "Es reicht nicht, zu sagen: Sky muss mehr bezahlen", mahnte Seifert.

Doch wo liegen die großen Wachstumspotenziale? Bei den Eintrittspreisen hinkt die Bundesliga etwa der englischen Premier League deutlich hinterher. "Da sind wir sehr kundenfreundlich", sagte Allofs. Doch so soll es eigentlich bleiben. "Die Zuschauereinnahmen sind ausgereizt", sagte Bayer Leverkusens Geschäftsführer Michael Schade. Beim Sponsoring, für 25 Prozent der Umsätze verantwortlich, sieht er "noch Potenzial, aber nicht so exorbitant". Bliebe allein die Hoffnung auf das große Geld aus dem Ausland. "Wenn man sich die Position der englischen Klubs auf dem Markt ansieht, ist dies ein deutlicher Hebel", sagte Kind, "die DFL ist gefordert, aber auf einem guten Weg."

Schade sieht eher die Klubs in der Pflicht. "Die Engländer sind alle auf Tour, bei uns nur einige", merkte der Bayer-Geschäftsführer an: "Ich kann nicht hoffen, dass die Amerikaner bei uns Schlange stehen, ich muss mich auch zeigen und meine Visitenkarte abgeben." Leverkusen hatte sein Winter-Trainingslager in Florida absolviert - ebenso wie Schalke 04. "Wir sehen noch Möglichkeiten, unsere Geschäftsfelder zu erweitern", sagte Sportvorstand Horst Heldt: "Wir wollen uns international platzieren. Deshalb waren wir in den USA."

Quelle: n-tv.de

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