John Terry würde niemals einen Gegenspieler rassistisch beleidigen. Die Londoner Staatsanwaltschaft sieht das anders.
(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 21. Dezember 2011
Rassismus-Vorwurf: Chelseas Terry muss vor Gericht
Er weist alle Anschuldigungen zurück, muss sich aber juristisch verantworten: Englands Kapitän und Chelseas Abwehrchef John Terry wird vorgeworfen, Gegenspieler Anton Ferdinand rassistisch beleidigt zu haben. Terry beteuert, das vermeintliche Beweisvideo werde "völlig falsch" interpretiert.Englands Fußball-Nationalspieler John Terry muss wegen Rassismus-Vorwürfen vor Gericht. Der Kapitän von Vizemeister FC Chelsea und der englischen Nationalmannschaft muss sich am 1. Februar 2012 vor dem West London's Magistrate Court verantworten. Terry soll Anton Ferdinand von den Queens Park Rangers beim Auswärtsspiel am 23. Oktober 2011 rassistisch beleidigt haben. Dies würde das zu dem Fall ausgewertete Filmmaterial belegen, teilte die Londoner Staatsanwaltschaft mit.
"Die Entscheidung fiel nach einer intensiven Sichtung des vorliegenden Beweismaterials", erklärte Alison Saunders von der Behörde. "Wir sind erleichtert, dass es ausreichende Beweise für eine realistische Strafverfolgung gibt, zumal dieser Fall von großem öffentlichen Interesse ist." Bei einer Verurteilung droht Terry eine Geldstrafe.
Der Abwehrspieler bestreitet, den jüngeren Bruder von Man-United-Abwehrchef Rio Ferdinand rassistisch geschmäht zu haben. Aus den Fernsehbildern würden seiner Meinung nach die völlig falschen Schlüsse gezogen, die Entscheidung der Ermittlungsbehörde enttäusche ihn. "Ich würde nie so etwas sagen, und ich bin traurig, dass die Leute so denken", sagte Terry, der sich als Opfer einer Hetzkampagne sieht: "Ich hoffe, dass ich die Chance bekomme, meinen Namen so schnell wie möglich reinzuwaschen."
Rückendeckung erhielt der 30-Jährige von Chelseas Trainer André Villas-Boas: "Ich kann nur sagen, dass John unsere volle Unterstützung hat." Trotz der Affäre wird Terry nach überstandener Verletzung die "Blues" am Donnerstag im London-Derby gegen Tottenham Hotspur anführen.
Morddrohungen gegen Ferdinand
Der Fall hatte in den vergangenen Wochen bereits für viel Aufsehen gesorgt. QPR-Abwehrspieler Ferdinand erhielt nach seinen Anschuldigungen sogar Morddrohungen. Auch der englische Fußballverband FA ermittelt in der Angelegenheit.
Am Dienstag hatte die FA bereits hart durchgegriffen und Stürmer Luis Suarez vom FC Liverpool wegen rassistischer Beleidigungen für acht Spiele gesperrt. Dazu muss der Uruguayer eine Geldstrafe in Höhe von 40.000 Pfund (umgerechnet 48.000 Euro) zahlen. Der Verband sah es als erwiesen an, dass Suarez im Aufeinandertreffen mit Manchester United am 15. Oktober (1:1) Gegenspieler Patrice Evra beschimpft hat. Die von Suarez verwendeten Begriffe hätten sich eindeutig auf Evras Hautfarbe bezogen.
dpa/sid
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