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Gräfe darf sich ohne Absprache nicht mehr öffentlich äußern.
Gräfe darf sich ohne Absprache nicht mehr öffentlich äußern.(Foto: imago/Kolvenbach)
Freitag, 03. November 2017

Nachspiel für alle Beteiligten: DFB greift im Schiedsrichterstreit hart durch

Der DFB zieht einen Schlussstrich unter den Kleinkrieg seiner Schiedsrichter. Manuel Gräfe, der schwere Vorwürfe erhoben hatte, darf sich künftig nicht mehr ohne Absprache öffentlich äußern - auch wird er nicht mehr als Videoschiedsrichter eingesetzt.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat im Schiedsrichterstreit durchgegriffen und auf Anraten der unabhängigen Ethikkommission Konsequenzen für die Beteiligten beschlossen. Wie der Verband mitteilte, wird Hellmut Krug seine Funktion in der Schiedsrichterkommission Elite aufgeben, Herbert Fandel wird keine Lehrgänge der Elite-Referees mehr besuchen, bleibt aber auf Wunsch der Mehrheit der Bundesligaschiedsrichter deren Coach.

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Manuel Gräfe, der die öffentliche Auseinandersetzung durch Vorwürfe gegen Krug und Fandel ausgelöst hatte, darf sich in Zukunft "nicht mehr unabgestimmt in der Öffentlichkeit äußern. Andernfalls wird er nicht mehr als Schiedsrichter in der Bundesliga eingesetzt", heißt es in der DFB-Mitteilung. Außerdem werde Gräfe ab sofort nicht mehr als Video-Assistent in der Bundesliga eingesetzt.

Klaus Kinkel, früherer Außen- und Justizminister und derzeit Vorsitzender der Ethikkommission, hatte nach Gesprächen mit allen Beteiligten den "Kompromissvorschlag" an den DFB übermittelt. "Wir haben uns in den zurückliegenden Tagen in intensiver Arbeit einen Überblick über die Vorwürfe und die Lage im Schiedsrichterwesen gemacht", sagte Kinkel: "Aufgrund der Vielzahl der Gespräche und Kontakte gehe ich davon aus, dass die erreichte Vereinbarung zu einer versöhnlichen Regelung und Entspannung der aktuellen Situation im Schiedsrichterbereich des DFB beitragen wird."

"Friedensgipfel" brachte keine Lösung

DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann bedankte sich bei der Ethikkommission, "die einen Konflikt beruhigt" habe, "der das gesamte Schiedsrichterwesen in den vergangenen Monaten belastet hat". Gräfe hatte den früheren Schiri-Bossen Fandel und Krug fehlende Transparenz, Vetternwirtschaft und schlechten Führungsstil vorgeworfen.

Ein "Friedensgipfel" in Frankfurt/Main hatte zunächst keine Einigung gebracht. Gräfe hatte seine Anschuldigungen, die während des vierstündigen Gesprächs mit allen Beteiligten offenbar von Schiedsrichtersprecher Felix Brych untermauert worden waren, im Anschluss sogar noch bekräftigt und Konsequenzen gefordert.

Die Ethikkommission war im vergangenen Jahr als Folge des Sommermärchen-Skandals ins Leben gerufen worden. "Wir werden in ethischen Fragen von herausragenden Fachleuten beraten", hatte DFB-Präsident Reinhard Grindel damals gesagt.

Quelle: n-tv.de

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