Sport
Freshfields-Mann Christian Duve hatte die Ergebnisse am Freitag präsentiert.
Freshfields-Mann Christian Duve hatte die Ergebnisse am Freitag präsentiert.(Foto: imago/Martin Hoffmann)

+ Fußball, Transfers, Gerüchte +: DFB zahlt Freshfields 3,5 Millionen Euro

Sollte Wolfgang Niersbach sich auch von seinen Posten bei Fifa und Uefa zurückziehen? Er selbst sagt: Nein. Indes darf sich Antonio Rüdiger über zahlreiche Lobpreisungen in Italien freuen. Und der SC Paderborn räumt nach der Ära Effenberg auf.

Video

Der Bericht der Kanzlei Freshfields über den Skandal bei der WM-Vergabe 2006 wird für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) voraussichtlich rund 3,5 Millionen Euro kosten. Das erklärte DFB-Interimspräsident Rainer Koch in der Sendung Sky90 und bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung. "Das kann in etwa hinkommen. Aber ich muss Ihnen sagen, dass ich es noch nicht genau weiß, weil die entsprechenden Abrechnungen noch nicht vorliegen. Es fehlt noch ein größerer Teil der Freshfield-Arbeiten", sagte Koch. Nach der Veröffentlichung des Berichts am vergangenen Freitag hatte der designierte DFB-Präsident Reinhard Grindel lediglich erklärt, dass man mit einem Betrag "in kleiner siebenstelliger Höhe" rechne.

In ihrem Bericht hatten die Ermittler keine Beweise für einen Stimmenkauf gefunden, allerdings auch keine Gegenbeweise. Schlüsselfigur in der Affäre bleibt Franz Beckenbauer. Über ein Konto des damaligen WM-Bewerbungschefs flossen laut Freshfields mehrere Millionen Euro nach Katar, die seitdem verschollen sind. Beckenbauer gab sich in einer ersten Reaktion völlig ahnungslos. (cwo)

------------------------------------

Klopps Liverpool dreht Spiel in Unterzahl

(Foto: imago/BPI)

Teammanager Jürgen Klopp darf mit dem FC Liverpool in der englischen Premier League weiter von Europa träumen. Dank eines umstrittenen Foulelfmeters in der Nachspielzeit gewannen die Reds in Unterzahl bei Crystal Palace 2:1 (0:0) und liegen nur noch fünf Punkte hinter dem ersten Europapokalplatz. Vier Tage vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Europa League gegen Ligarivale Manchester United schoss Christian Benteke (90.+6) Liverpool im Selhurst Park zum glücklichen Sieg, eine halbe Stunde zuvor war Routinier James Milner (62.) mit Gelb-Rot in die Kabine geschickt worden. Zehn Minuten nach dem Platzverweis hatte der frühere Hoffenheimer Roberto Firmino einen Patzer von Palace-Torhüter Alex McCarthy zum 1:1 genutzt (72.), die verdiente Führung der Gastgeber markierte Joe Ledley (48.). Für Liverpool, das zuletzt bei Aston Villa (6:0) und gegen Manchester City (3:0) gewonnen hatte, war es der dritte Sieg in Serie. (cwo)

------------------------------------

BVB-Fans von 40 Vermummten überfallen

Fans von Borussia Dortmund sind auf der Heimreise vom Bundesliga-Spiel gegen Bayern München (0:0) am Samstagabend im Zug von 40 Vermummten überfallen worden. Wie die Polizei berichtet, wurde ein BVB-Anhänger im Regionalexpress Richtung Essen verletzt, zahlreiche Fan-Untensilien wurden unter Gewaltandrohung gestohlen. Im Falle einer Weigerung würden die Beraubten "kaputt- oder totgeschlagen". Die Bundespolizei hat Ermittlungsverfahren wegen Raubes eingeleitet. Die Vermummten haben laut Pressemitteilung "zum Teil Vereinsabzeichen von Borussia Mönchengladbach" getragen. (cwo)

------------------------------------

Bremens Skripnik sauer auf "Gelbtrickser"

(Foto: dpa)

Schlitzohrig oder blöd? Viktor Skripnik hatte zur grün-weißen Gelbtrickserei im Weserstadion eine glasklare Meinung. "Es war eine Dummheit, und es war nicht abgesprochen", mokierte sich Werder Bremens Trainer über seine Führungsspieler Clemens Fritz und Zlatko Junuzovic. Der Kapitän der Hanseaten und sein Stellvertreter provozierten Verwarnungen, um die nun anstehenden Sperren beim Gastspiel am kommenden Wochenende in München gegen den FC Bayern absitzen zu können.

Die absichtlichen Gelbsperren der beiden Routiniers warf einen Schatten auf die sportlich so erfolgreiche englische Woche der Norddeutschen mit sieben Punkten aus drei Spielen. Während Ex-Nationalspieler Fritz die gezielten Folgen seines Trikotzupfers noch verbal umdribbelte und seine Zwangspause mit einem Augenzwinkern bedauerte, redete der Österreicher nicht um den heißen Brei herum: "Es ist doch besser, ich mache es so, als wenn ich jemandem absichtlich weh tue." Eine Offenheit, die die Sportgerichtsbarkeit des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) auf den Plan rufen könnte. (cwo)

------------------------------------

Paderborn feuert auch Manager Born

Michael Born ist nicht länger Manager des kriselnden Zweitligisten SC Paderborn.
Michael Born ist nicht länger Manager des kriselnden Zweitligisten SC Paderborn.(Foto: imago/pmk)

Vier Tage nach der Entlassung von Trainer Stefan Effenberg hat sich der abstiegsbedrohte Fußball-Zweitligist SC Paderborn auch von Manager Michael Born getrennt. "Wir haben in den vergangenen Tagen intensiv die Situation rund um unsere Lizenzmannschaft analysiert. Jetzt geht es in erster Linie darum, die notwendige Ruhe für das große Ziel Klassenerhalt im Verein herzustellen", teilte Vizepräsident Martin Hornberger in einer Presseerklärung mit. Aufgrund einer Verschwiegenheitsverpflichtung in Borns Arbeitsvertrag werde der Verein zu den Gründen für die Trennung keine weitere Erklärung abgeben, hieß es weiter. Born war von 1996 bis 2008 sowie ab 2011 in verschiedenen Funktionen für den SCP tätig. Der 48-Jährige war zuletzt vermehrt in die Schusslinie geraten. Neben einigen Fehleinkäufen war Born auch für die Verpflichtung Effenbergs mitverantwortlich, der am vergangenen Mittwoch nach zahlreichen Eskapaden und einer Serie von zwölf Ligaspielen in Folge ohne Sieg entlassen wurde. (cwo)

------------------------------------

Rüdiger ist "eine wahre Gefahr"

Alles richtig gemacht: Antonio Rüdiger kann beim AS Rom glänzen.
Alles richtig gemacht: Antonio Rüdiger kann beim AS Rom glänzen.(Foto: imago/ZUMA Press)

Mal gibt es vernichtende Kritik, mal überschwängliches Lob für Antonio Rüdiger. Nach dem 4:1 (3:1)-Erfolg des AS Rom im Spitzenspiel der Serie A gegen den AC Florenz überhäufen ihn die italienischen Gazetten mit rühmenden Worten. "Rüdiger ist für alle Gegner eine wahre Gefahr", kommentierte "Il Messaggero". "Rüdiger ist inzwischen ein Stammspieler im Kader, der physische Kraft mit einigen gewagten Aktionen verbindet. Seine Entwicklung ist konstant", lobte die "Gazzetta dello Sport".

Für die Römer bedeutete der Erfolg am 28. Spieltag einen Big Point im Kampf um den Champions-League-Qualifikationsplatz. "AS Rom versenkt in 15 Minuten den gefährlichsten Gegner. Der siebte Sieg in Folge ist ein Meisterwerk von Trainer Luciano Spalletti", schrieb "Tuttosport". In der Tabelle hat die Roma auf Rang drei liegend nun drei Punkte Vorsprung auf Florenz. An der Spitze steht Titelverteidiger Juventus Turin vor dem punktgleichen SSC Neapel. (lsc)

------------------------------------

Niersbach denkt nicht an Rücktritt

Wolfgang Niersbach ist sich keiner Schuld bewusst.
Wolfgang Niersbach ist sich keiner Schuld bewusst.(Foto: dpa)

Trotz der schweren Vorwürfe von der DFB-Spitze in der WM-Affäre will der ehemalige Verbandschef Wolfgang Niersbach seine Spitzenposten bei Fifa und Uefa behalten. "Das habe ich vor, ja", sagte Niersbach der "Welt am Sonntag". Er war im vergangenen November wegen seiner Rolle im Sommermärchen-Skandal als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes zurückgetreten, amtiert aber weiter als Mitglied der Exekutive beim Weltverband und beim europäischen Dachverband.

Nach Erkenntnissen der internen DFB-Ermittlungen der Kanzlei Freshfields wusste Niersbach spätestens im Juni 2015 von den verdächtigen Geldflüssen rund um die WM-Vergabe, hatte das DFB-Präsidium aber monatelang bewusst nicht darüber informiert. "Das ist ein völlig inakzeptables Vorgehen", sagte der aktuelle Interimspräsident Rainer Koch.

Niersbach sagte nun: "Es ist seit langem verabredet, dass der Freshfields-Bericht an die Ethikkommission der Fifa geht und dort entschieden wird, ob man mir ein Fehlverhalten ankreidet oder nicht. Ich denke nein und habe Vertrauen in die Abläufe in der Ethikkommission." Einer Schuld sei er sich nicht bewusst, betonte Niersbach. Er habe sich im WM-Projekt "absolut sauber verhalten" und habe auch später nichts vertuschen wollen. (vpe)

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen