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Die Stimmung zwischen Darmstadt und Frankfurt wird aufgeheizt sein.
Die Stimmung zwischen Darmstadt und Frankfurt wird aufgeheizt sein.(Foto: dpa)
Donnerstag, 28. April 2016

"Hochgradig rechtswidrig": Darmstädter Fan-Sperrzone sorgt für Ärger

Vor dem brisanten Bundesliga-Derby zwischen Darmstadt und Frankfurt gibt es bereits die erste Randale - ausgerechnet dort, wo am Wochenende eine Sperrzone für Eintracht-Fans geplant ist. Die ist hochumstritten und soll juristisch gekippt werden.

Gegen das 36-stündige Aufenthaltsverbot für Anhänger von Eintracht Frankfurt am Wochenende in Darmstadt will der 40.000 Mitglieder starke Fanclubverband juristisch vorgehen. Die Maßnahme vor dem brisanten Bundesliga-Derby am Samstag (15.30 Uhr) zwischen Frankfurt und Darmstadt 98 sorgt auch in Fußballkreisen und Politik für großes Unverständnis. Waltraut Verleih kündigte als Anwältin des Fanclubverbandes an, die Verfügung vor dem Verwaltungsgericht Darmstadt anzufechten. "Das ist ein Grundrechtseingriff. Die Verfügung ist unverhältnismäßig", sagte Verleih der Deutschen Presse-Agentur.

Darmstadt erwartet kein friedliches Miteinander beider Fanlager.
Darmstadt erwartet kein friedliches Miteinander beider Fanlager.(Foto: dpa)

Auch Fananwalt René Lau (Berlin), wie Verleih Mitglied des europäischen Fananwälte-Netzwerks, hält die ungewöhnliche Maßnahme für "hochgradig rechtswidrig und völlig unpraktikabel". Zugleich übte die Eintracht Kritik am Vorgehen der Stadt Darmstadt. "Diese Maßnahme ist im Kern nicht geeignet, eine Unterscheidung zwischen gewaltbereiten und allen anderen Fans von Eintracht Frankfurt zu treffen", sagte Vorstandsmitglied Axel Hellmann in einer Pressemitteilung. "Sie richtet sich damit in unverhältnismäßiger Art und Weise gegen die bloße Gesinnung, mit Eintracht Frankfurt zu sympathisieren, und dies kann nach unserer Auffassung nicht Gegenstand staatlichen Handelns sein."

Innenstadt als Sperrzone

Zuvor hatte die Stadt Darmstadt gemeinsam mit der Polizei aus Angst vor Randale neben dem Stadion am Böllenfalltor auch die Innenstadt für die Gäste-Fans zur Sperrzone erklärt. Die außergewöhnliche Maßnahme stützt sich auf das hessische Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung.

Innenminister Peter Beuth hält sie für "mit Sicherheit wohl abgewogen", wie er am Mittwoch betonte. Der CDU-Politiker hofft trotz alledem auf ein "friedliches Fußballfest". Aus allen politischen Lagern kam jedoch Kritik an der Errichtung der Sperrzone. Beuths Parteikollege Frederic Schneider, Kreisvorsitzender der Jungen Union Main-Taunus, verglich die Maßnahmen sogar mit dem türkischen Regime um Präsident Recep Tayyip Erdogan. "Menschen aus einer Stadt auszusperren, nur weil sie Fans einer Mannschaft sind - Türkei? Nein, Darmstadt", twitterte er.

Schon erste Randale

Nach den Ausschreitungen im Hinspiel hatte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) einen Ausschluss der Eintracht-Fans für die Partie verfügt. Dennoch rechnet die Polizei mit bis zu 3000 Eintracht-Fans in Darmstadt.

Erst Ausschreitungen gab es schon am Dienstagabend, als Fans aus beiden Lagern aufeinander losgingen. In der Darmstädter Innenstadt gab es nach Mitteilung der Polizei Auseinandersetzungen. Pyrotechnik kam zum Einsatz, von Verletzten ist nichts bekannt. 70 bis 90 Eintracht-Fans hatten sich in einer Darmstädter Kneipe getroffen. Als die teils vermummte Schar weiter Richtung Innenstadt wollte, trafen sie auf Anhänger der "Lilien". Sieben einschlägig bekannte Anhänger der Eintracht wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Quelle: n-tv.de

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