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TSG zum Abstiegsduell in Bremen: Debütant Nagelsmann trotzt großem Druck

Im Sommer wollte Julian Nagelsmann mit der TSG Hoffenheim als Trainer in eine erfolgreiche Zukunft starten. Eigentlich. Nun ist es bereits heute so weit, fünf Monate früher, unter anderen Vorzeichen. Die Situation: dramatisch. Das Debüt: zukunftsentscheidend.

Gäbe es für selbstbewusstes Auftreten Punkte, die Hoffenheimer müssten sich unter dem neuen Trainer Julian Nagelsmann keinerlei Sorgen mehr um den Klassenerhalt zu machen. Überzeugt, forsch und verbindlich trat der 28 Jahre alte Jungspund bei seiner Vorstellung im Trainingszentrum auf. Sorge, er könne den Abstieg mit seinem neuen Team wegen der prekären Lage und fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz eventuell doch nicht verhindern, hat er keine. "Ich habe immer Respekt vor meinen Aufgaben gehabt, aber niemals Angst und stets die feste Überzeugung, dass ich sie schaffe."

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Im blauen, den Vereinsfarben der Hoffenheimer angepassten Pullover präsentierte sich der Nachfolger von Huub Stevens vor dem richtungsweisenden Kellerduell bei Werder Bremen am Samstag (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) erstmals der Öffentlichkeit, nachdem er am Donnerstag die erste Trainingseinheit geleitet hatte. "Der erste Eindruck war absolut positiv. Die Mannschaft war wissbegierig, griffig und leistungsbereit." Eigentlich sollte der bisherige A-Jugendtrainer erst im Sommer den Posten des Chefcoaches bei den Kraichgauern übernehmen. Doch nachdem Stevens die Verantwortlichen am Mittwoch darüber informiert hatte, dass er sein Amt wegen Herzrhythmusstörungen nicht mehr ausüben könne, schlug die Stunde für Nagelsmann früher als erwartet. "Es waren turbulente Tage", gestand Nagelsmann, der derzeit noch in Köln seine Ausbildung zum Fußballlehrer absolviert. Nachdenken über das Angebot, schon jetzt einzusteigen, musste er aber keine Sekunde. "Ich war schnell überzeugt. Und jetzt sitze ich hier oben und bin sehr glücklich darüber."

Freundlich und auch ein wenig genüsslich ließ er den Fragenregen der Reporter über sich hergehen. Nervosität oder gar Unsicherheit suchte man beim jüngsten Trainer der Bundesliga-Historie vergeblich. Obwohl er zum Beispiel fünf Jahre jünger ist als Ex-Nationalspieler Kevin Kuranyi spiele für ihn das Alter keine Rolle. Im Endeffekt seien die Aufgaben für jeden Trainer die gleichen, egal ob jung oder alt, egal ob im Nachwuchs- oder im Profibereich. "Es geht darum, Inhalte zu vermitteln und Spiele zu gewinnen." Mäzen Dietmar Hopp hatte den jungen Familienvater bereits im Oktober, als der Verein Nagelsmann als Trainer ab der Saison 2016/2017 verkündet hatte, als "außergewöhnliches Talent" bezeichnet.

Sportdirektor Alexander Rosen sprach davon, Nagelsmann sei mit einer "außergewöhnlichen" Begabung für den Trainerjob gesegnet. "Er hat eine natürliche Autorität, Selbstbewusstsein und eine tolle Ansprache. Zudem ist er unheimlich fleißig und wissbegierig", sagte Rosen. "Er ist zwar noch ein junger Mann, aber er ist kein junger Trainer mehr", sagte Rosen und verwies darauf, dass Nagelsmann bereits seit zehn Jahren "verantwortungsvolle Rollen" als Trainer ausgeübt habe. Unter anderem fungierte er 2013 auch als Co-Trainer von Markus Gisdol und schafft damals mit den Kraichgauern über die Relegation den Klassenerhalt. "Der Unterschied ist, dass ich damals Assistent war und jetzt Chef bin. Das Ergebnis kann aber gerne das gleiche wie damals sein."

Quelle: n-tv.de

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