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"Wir sind noch nicht bereit für die Borussen": Mircea Lucescu.
"Wir sind noch nicht bereit für die Borussen": Mircea Lucescu.(Foto: picture alliance / dpa)

Donezks steinreiche Bergmänner: Der BVB wagt sich ins Revier

Dank der Millionen von Klubchef Rinat Achmetow hat sich Donezk zu einer europäischen Spitzenmannschaft entwickelt. Jetzt will die mit Brasilianern gespickte Elf aus dem ukrainischen Bergbaugebiet gegen Borussia Dortmund ins Viertelfinale der Champions League einziehen.

Gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund hoffen die wohl berühmtesten Bergmänner der Ukraine im Champions-League-Achtelfinale auf den ganz großen Fund. Schachtjor Donezk, die mit Brasilianern gespickte Spitzenmannschaft aus dem Bergbaugebiet der Ex-Sowjetrepublik, erwartet heute (ab 20.45 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) den deutschen Gegner mit Vorfreude und Nervosität. "Wir sind noch nicht bereit für die Borussen", sagt Trainer Mircea Lucescu, der Donezk 2009 zum Gewinn des Uefapokals führte. Zwar lässt die noch andauernde Winterpause in der ukrainischen Liga die Elf aus dem knapp 700 Kilometer südöstlich von Kiew gelegenen Donbass-Revier ausgeruht gegen Dortmund antreten. Doch fehlt dem Team die Routine, was für den BVB ein Vorteil sein könnte.

Donezk - Dortmund, 20.45 Uhr

Schachtjor Donezk: Pjatow - Rat, Tschygrynski, Rakizki, Srna - Taison, Fernandinho, Stepanenko, Teixeira - Mchitarjan, Luiz Adriano. - Trainer: Lucescu
Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer (Bender) - Kehl, Bender (Sahin) - Blaszczykowski, Götze, Reus - Lewandowski. - Trainer: Klopp
Schiedsrichter: Webb (England)

Aber Vorsicht: Schachtjor verlor im Trainingslager jüngst von zwölf Testspi elen nur zwei. Zuvor holte Donezk in 18 Ligapartien 51 von 54 möglichen Punkten. Mit 13 Zählern Vorsprung führt Schachtjor die Tabelle an. Dauerrivale und Rekordmeister Dynamo Kiew ist längst abgehängt, der vierte Meistertitel in Serie ist ihnen kaum mehr zu nehmen. Gegen Dortmund ruhen die Hoffnungen der Fans vor allem auf Henrich Mchitarjan. Der Armenier führt die Liga-Torschützenliste mit 18 Toren in 17 Spielen an. "Gegen Borussia will ich soviel Tore wie möglich schießen, damit wir weiterkommen", kündigt der 24-Jährige selbstbewusst an. Den Rücken freihalten wird dem Publikumsliebling der rumänische Verteidiger Razvan Rat. "Wir werden Druck machen und die Schwachstellen der Borussia suchen", betont der 31-Jährige.

Luiz Adriano darf wieder spielen

Skeptischer ist Kapitän Darijo Srna. Er glaubt zwar an seine Elf, doch sieht er die Chancen bei 50:50. "Borussia hat ein großes Plus: Sie haben bereits mit ihrer Meisterschaft angefangen, für uns wird es aber das erste offizielle Match", sagt der 30-jährige Kroate. In der Abwehr fehlt wegen einer Gelbsperre Routinier Alexander Kutscher (30). Eine wesentliche Schwächung könnte auch der Abgang des 24 Jahre alten Brasilianers Willian für 35 Millionen Euro zum russischen Klub Anschi Machatschkala sein, Gegner des Bundesligisten Hannover 96 in der Europaliga. Ob sein Landsmann Taison einen gleichwertigen Ersatz darstellt, muss sich erst zeigen. Der 25-Jährige kam für 15 Millionen Euro von Metallist Charkow.

Für Negativschlagzeilen in der Champions League hatte im November Stürmer Luiz Adriano gesorgt. Der Brasilianer war nach dem Schiedsrichterball einem für Gegner FC Nordsjaelland gedachten Abspiel nachgesprintet und hatte den Ball entgegen des Fair-Play-Gedankens ins Tor geschossen. Seine Sperre von einem Spiel hat er aber abgesessen.

Der beeindruckende Aufschwung von Schachtjor ist eng verbunden mit dem milliardenschweren Klubchef Rinat Achmetow. Der Oligarch gilt als einer der reichsten Männer Europas. Seitdem er 1996 das Ruder übernahm, hat er seinen Heimatverein zum Spitzenteam umgekrempelt. Allein die hochmoderne Donbass-Arena als Spielort der Europameisterschaft 2012 ließ er sich geschätzte 175 Millionen Euro kosten. Wenn der Engländer Howard Webb an diesem Mittwoch - wohl bei leichtem Frost - das Spiel anpfeift, wird im VIP-Bereich auch Achmetow mitfiebern. Und nach der Partie wird der 46-Jährige in seine gepanzerte Limousine steigen, während sich die meisten Schachtjor-Fans mit Bussen und Straßenbahnen auf den Heimweg begeben.

Quelle: n-tv.de

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