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Robert Lewandowski traf doppelt für den BVB. Getrübt wurde die Freude darüber durch Wechselgerüchte um den polnischen Torjäger.
Robert Lewandowski traf doppelt für den BVB. Getrübt wurde die Freude darüber durch Wechselgerüchte um den polnischen Torjäger.(Foto: REUTERS)

Augsburg, Arbeitssieg, abgehakt: Dortmund schwinden die Kräfte

90 Minuten "knallharte Arbeit", so beschreibt BVB-Coach Jürgen Klopp den Auftritt seiner Dortmunder beim Ligaschlusslicht FC Augsburg. Linksverteidiger Marcel Schmelzer ist immerhin froh, dass das "Ergebnis nicht so dreckig wie das Spiel" ist. Mats Hummels fordert nun: "Auch wenn sich das etwas platt anhört: Wir müssen eine Serie starten."

Nicht nur Augsburgs Torsten Oehrl konnte nach dem Spiel nicht fassen, wie viele Chancen das Ligaschlusslicht gegen den Meister ausgelassen hatte.
Nicht nur Augsburgs Torsten Oehrl konnte nach dem Spiel nicht fassen, wie viele Chancen das Ligaschlusslicht gegen den Meister ausgelassen hatte.(Foto: dapd)

Ihren siebten Pflichtspiel-Auftritt innerhalb von nur 22 Tagen hakten die Dortmunder Doublesieger ganz fix ab. Trainer Jürgen Klopp entschwand so schnell wie seine Akteure aus den Katakomben, echte Freude über den 3:1-Sieg beim Bundesligaletzten FC Augsburg wollte bei keinem aufkommen. Zu gewaltig einfach war die Diskrepanz nur eine halbe Woche nach dem Champions-League-Knaller bei Real Madrid. Immerhin überstand der BVB den Ortswechsel von der ganz großen auf die ganz kleine Bühne ohne Punktverlust.

"In der Bundesliga musst du auch mal dreckige Spiele gewinnen", schwadronierte Fußball-Nationalspieler Marcel Schmelzer, "zumindest ist das Ergebnis nicht so dreckig wie das Spiel war." Derart stark wie jüngst in den beiden Königsklassenpartien gegen Madrid (ein Sieg, ein Remis) präsentierten sich die Borussen lange nicht: Die letzte Einsatzbereitschaft fehlte am Samstag - was letztlich egal war angesichts der meisterlichen Effektivität. "Nach so vielen englischen Wochen werden die Kräfte natürlich etwas weniger, als wenn wir nur samstags spielen würden", erklärte Mats Hummels.

Es geht langsam aufwärts

90 Minuten "knallharte Arbeit" machte auch Klopp aus - immerhin verbunden mit der Erkenntnis, dass es in der Tabelle langsam wieder aufwärtsgeht mit dem BVB. Nach einem mittelmäßigen Start haben die Borussen den zweitplatzierten Lokalrivalen aus Schalke bei vier Punkten Abstand im Visier, nur der FC Bayern ist schon enteilt. Elf Punkte sind es weiterhin auf den Tabellenführer. Ob die Münchner noch einzuholen sind? "Auch wenn sich das etwas platt anhört: Wir müssen eine Serie starten, wir müssen Punkte holen", forderte Hummels.

Dabei werden dem BVB die zahlreichen englischen Wochen wohl vorerst erhalten bleiben. Klopps Truppe ist gefordert und gewillt, in allen drei Wettbewerben dabei zu bleiben. "Die drei Punkte in Augsburg musst du erstmal holen, das haben wir letztes Jahr nicht geschafft", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Schmelzer zeigte sich zufrieden darüber, "dass wir den Schritt weiter sind als im letzten Jahr". Im Herbst 2011 hatte der BVB eine kurze Schwächephase erlebt und war in der Bundesliga abgerutscht.

Demnächst einen Tick cleverer

Dasselbe soll diesmal bloß vermieden werden - und die Borussen sind auf einem guten Weg, seit nun immerhin sechs Pflichtspielen ungeschlagen. Gegen Augsburg war aber auch jede Menge Glück dabei, die Gastgeber ließen reihenweise Großchancen aus, während der BVB seine wenigen Gelegenheiten eiskalt nutzte. Vor allem in der Schlussphase habe man gesehen, "dass wir ein bisschen zu viel Gas rausgenommen haben. Das wurde sofort bestraft", meinte Schmelzer.

Der späte Anschlusstreffer von FCA-Joker Sascha Mölders (81.) fiel aber angesichts der vorausgegangenen BVB-Tore von Marco Reus (9.) und Robert Lewandowski (51./70.) kaum ins Gewicht. "Trotzdem müssen wir uns da einen Tick cleverer und souveräner anstellen", meinte Schmelzer.

Mit seinen Saisontoren vier und fünf war der Pole Lewandowski an diesem Tag der Dortmunder Sieggarant. Zu jüngsten Spekulationen, nach denen er den BVB im Sommer trotz eines Vertrages bis 2014 verlassen könnte, äußerte er sich nicht direkt. Sportdirektor Michael Zorc reagierte beim TV-Sender Sky dafür äußerlich gelassen auf die auch von Lewandowskis Beratern mitausgelösten Wechselspekulationen: "Egal, was passiert: Wir werden vorbereitet sein", versprach er.

Quelle: n-tv.de

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