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Nichts Halbes und nichts Ganzes: Stefan Effenberg.
Nichts Halbes und nichts Ganzes: Stefan Effenberg.(Foto: dpa)

SC Freiburg befreit sich: Effenberg darf SCP-Trainer bleiben

Stefan Effenberg verliert mit seinem SC Paderborn zwar nicht, ein Sieg aber gelingt ihm auch nicht. Jetzt raten Sie mal, wie die Partie bei Arminia Bielefeld ausgegangen ist. Derweil bleiben die Freiburger auf Kurs in Richtung Bundesliga - im Gegensatz zum VfL Bochum.

Arminia Bielefeld - SC Paderborn 1:1 (0:1)

Stefan Effenberg wird trotz zehn Spielen ohne Sieg wohl bis zum Saisonende Trainer des Fußball-Zweitligisten SC Paderborn bleiben. "Ich werde dem Vorstand die klare Empfehlung aussprechen, die Saison mit Effenberg zu beenden", sagte Vereinspräsident Wilfried Finke dem Bezahlsender Sky nach dem 1:1 (1:0) im Ostwestfalenderby bei Arminia Bielefeld. Nicklas Helenius (30.) hatte Effenberg vor 25.064 Zuschauern auf der Alm nach 390 torlosen Minuten mit der Führung aus kurzer Distanz erlöst. Christopher Nöthe (62.) gelang der Ausgleich für die Arminia, die mit dem Abstiegskampf wohl nichts mehr zu tun haben wird.

Finke hatte nach dem ernüchternden 0:4 beim 1. FC Kaiserslautern in einer kuriosen Mischung aus Unterstützung und Druckaufbau gesagt: "Wenn die Ergebnisse nicht passen, werden wir über einen Wechsel nachdenken müssen. Er bleibt im Februar unser Trainer." Nach dem Spiel nun die neue Einschätzung - und Finkes Wort ist in Paderborn seit jeher Gesetz. Effenberg selbst bescheinigte seiner Mannschaft Fortschritte. "Der Plan ist aufgegangen. Genau so wollten wir spielen. Das war eine hoch intensive Leistung meiner Mannschaft, da bin ich absolut mit zufrieden", sagte er: "Ruhe kriegt man nur durch Erfolg. Ich gehe ganz fest von aus, dass wir die nächsten Tage in Ruhe arbeiten können." Und Effenberg kämpfte. Er veränderte seine Start-Elf auf fünf Positionen, stand selbst im Pullover im Regen und brüllte Anweisungen. Paderborn stand kompakt und spielte dennoch mutig, was durch Helenius auch belohnt wurde. Bielefeld begann in einem kampfbetonten Derby nach der Pause vielversprechend - der Ausgleich fiel allerdings, als der Druck gerade nachgelassen hatte. Nöthe erzielte aus 14 Metern sein viertes Saisontor. Anschließend sah es sogar nach dem Bielefelder Siegtor aus, aber Paderborn hielt stand.

SV Sandhausen - SC Freiburg 0:2 (0:0)

Die Joker haben gestochen und der SC Freiburg hat im Rennen um den Aufstieg in die Bundesliga mit dem ersten Sieg in diesem Jahr in die Erfolgsspur zurückgefunden. Mit dem 2:0 (0:0) im badischen Derby beim SV Sandhausen festigen die Breisgauer Platz zwei hinter RB Leipzig. Die eingewechselten Maximilian Philipp (51.) und Nils Petersen (84.) mit seinem 16. Saisontor erzielten die Tore. Sandhausens Verteidiger Damian Roßbach sah nach einer Notbremse die Rote Karte (63.). Ansonsten bekamen die 10.096 Zuschauer im Hardtwaldstadion in der ersten halben Stunde ganz harte Kost geboten. Das Spiel wurde von Zweikämpfen und solider Defensivarbeit geprägt. Echte Torchancen gab es keine.

Vor allem die Freiburger, deren Trainer Christian Streich seinen Vertrag unter der Woche um zwei Jahre verlängert hat, enttäuschten. Zu Beginn der zweiten Hälfte kam Philipp in die Partie. Der Schachzug Streichs ging auf. Der 21-Jährige erzielte sein fünftes Saisontor. Kurz darauf hätte Vincenzo Grifo für die Vorentscheidung sorgen können. Der Mittelfeldspieler setzte einen Foulelfmeter aber an den Pfosten (63.). Florian Niederlechner war von Roßbach gefoult worden, Roßbach musste für sein Vergehen vom Platz. Der kurz zuvor eingewechselte Petersen machte dann alles klar - allerdings aus abseitsverdächtiger Position.

TSV 1860 München - VfL Bochum 1:1 (1:1)

Hinter den Kulissen geht es wieder mal drunter und drüber, auf dem Feld taumelt der TSV 1860 München dem Abstieg entgegen. Auch beim 1:1 (1:1) gegen den VfL Bochum gelang den Löwen trotz Führung und eines abgewehrten Foulelfmeters nicht der Befreiungsschlag. Während Bochum den Rückstand zu den Aufstiegsplätzen nicht verkürzen konnte, stoppten die Sechz'ger immerhin eine Serie von fünf Niederlagen. Die Mannschaft von Trainer Benno Möhlmann blieb aber auch zum siebten Mal nacheinander ohne Sieg. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt weiter drei Punkte, zum ersten Nichtabstiegsplatz weiter acht.

Dabei waren die Löwen vor 15.300 Zuschauern in Führung gegangen. Nach einem Eckball von Michael Liendl erzielte der gute Rubin Okotie unbedrängt per Kopf sein siebtes Saisontor (36.). Kurz vor der Pause glich Marco Terrazino, neben Thomas Eisfeld Bester seiner Mannschaft, mit einem Weitschuss aus (44.). Der Ball wurde allerdings von Christopher Schindler unhaltbar für seinen Torwart Stefan Ortega abgefälscht. Der starke Ortega hielt seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit im Spiel, als er einen platziert geschossenen Foulelfmeter von Arvydas Novikovas parierte (63.). Dominik Stahl hatte zuvor Janik Haberer gefoult. Bochum war danach näher dran am Siegtreffer als die Löwen, obwohl diese durch Kai Bülow noch die Latte trafen (86.). All das spielte sich vor den Augen von Investor Hasan Ismaik ab, der vor dem Spiel wieder einmal für Verwirrung gesorgt hatte. Zunächst machte er den Anhängern mit Plänen für einen Stadionneubau Mut, dann sorgte er mit der Rücktrittsforderung gegen die Geschäftsführer Markus Rejek und Noor Basha für Unmut. Der Klub habe Ismaiks Äußerungen "mit Überraschung wahrgenommen", sagte Präsident Peter Cassalette beim Bezahlsender Sky: "Wir müssen seine Wünsche respektieren." Soll heißen: Rejek und Basha werden wohl gehen müssen. Kurios: Basha ist Ismaiks Cousin und wurde von ihm selbst durchgedrückt.

Quelle: n-tv.de

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