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Welche Rolle spielte Franz Beckenbauer bei der bislang nicht nachvollziehbaren Überweisung?
Welche Rolle spielte Franz Beckenbauer bei der bislang nicht nachvollziehbaren Überweisung?(Foto: AP)
Freitag, 10. November 2017

Privatkredit vom DFB getilgt?: Ermittler prüfen heiße Spur zu Beckenbauer

Steht eine dubiose Millionen-Überweisung der Fifa im direkten Zusammenhang mit der Vergabe der WM 2006 nach Deutschland? Dafür gibt es keinen Beleg. Nun haben die Ermittler einen anderen Verdacht: Franz Beckenbauer könnte privat darin verwickelt sein.

Franz Beckenbauer gerät im Skandal um die Fußball-WM 2006 womöglich noch stärker unter Druck. Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge prüft die in der Affäre zuständige Staatsanwaltschaft Frankfurt einen neuen Verdacht. Die noch immer ungeklärte Millionenzahlung der von Beckenbauer angeführten WM-Macher könnte mit einem Investment des "Kaisers" in den TV-Rechte-Bereich zusammenhängen - und nicht mit dem WM-Turnier in Deutschland.

Die These: Das WM-Organisationskomitee des DFB habe einen Kredit Beckenbauers zurückgezahlt. Die Ermittler stützen sich dem Bericht zufolge auf eine Notiz einer Bankangestellten. Demnach könnten im Jahr 2005 durch die Zahlung des Komitees von 6,7 Millionen Euro an den früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus private Verbindlichkeiten Beckenbauers getilgt worden sein. Beckenbauer habe den Kredit für ein Geschäft mit internationalen Fernsehrechten an der Heim-WM verwendet.

Bislang hatten die meisten Beteiligten behauptet, die falsch deklarierte und über den Weltverband Fifa geleitete Überweisung stehe in Verbindung mit einer Vorauszahlung von 2002 an die Fifa-Finanzkommission für einen späteren Zuschuss des Weltverbandes für die WM-Organisation.

Die Fifa bestreitet eine solche Konstellation seit der Enthüllung des WM-Skandals vor über zwei Jahren. Der neue Verdacht der Staatsanwaltschaft würde das Rätsel um die unlogische Erklärung der WM-Macher von einer privaten Zahlung Beckenbauers für ein sogar von der Bundesregierung und zahlreichen Sponsoren unterstütztes Projekt auflösen. Zugleich könnten im Falle einer Bestätigung des neuen Ansatzes mehrere verantwortliche Personen aus dem damaligen WM-OK in Unkenntnis der tatsächlichen Faktenlage gehandelt und die Zahlung veranlasst haben.

Auch für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) hat die neue Spur große Bedeutung. Würde der Verdacht bewiesen, kann der Verband in seinem Steuerverfahren nicht mehr eine "betriebliche Veranlassung" für die ominöse Zahlung geltend machen. Aber auch damit wäre die für 2006 schon aberkannte Gemeinnützigkeit des DFB kaum wiederzuerlangen - und der bereits erlassene Steuernachzahlungsbescheid über fast 20 Millionen Euro nicht mehr anfechtbar.

Quelle: n-tv.de

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