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Ein Remis reicht: Borussia Dortmund gastiert heute in Amsterdam.
Ein Remis reicht: Borussia Dortmund gastiert heute in Amsterdam.(Foto: dapd)

Dortmund will Erlebnisfußball bei Ajax: Erster Matchball für den BVB

Noch vor einem Jahr gab es Häme, mittlerweile überwiegt das Lob. Trotz starker Konkurrenz erarbeitet sich der deutsche Fußballmeister aus Dortmund in Europa gehörig Respekt. Mit einem Remis in Amsterdam wäre die Borussia in der Champions League erstmals seit zehn Jahren eine Runde weiter.

Das Glück ist zum Greifen nahe. Nach zwei beschämenden Jahren auf internationaler Bühne will Borussia Dortmund gleich den ersten Matchball in der Champions League nutzen. Bereits mit einem Remis heute (ab 20.45 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) bei Ajax Amsterdam könnte für den deutschen Meister der Traum vom Einzug in das Achtelfinale Wirklichkeit werden. Trotz bisher famoser Auftritte in der Gigantengruppe mit vier Landesmeistern bleibt bei Sportdirektor Michael Zorc ein Rest Skepsis: "Das wird kein Selbstläufer. Unsere Ausgangsposition ist solide, aber noch fehlt eben der eine Punkt."

Amsterdam - Dortmund, 20.45 Uhr

Ajax Amsterdam: Vermeer - van Rhijn, Alderweireld, Moisander, Blind - Siem deJong, Poulsen, Schöne - Boerrigter, Eriksen, Fischer. - Trainer: De Boer
Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender,Gündogan - Blaszczykowski, Götze, Reus - Lewandowski. - Trainer: Klopp
Schiedsrichter: Schiedsrichter: Pedro Proença

Die Zeiten, in denen dem jungen Team von Trainer Jürgen Klopp fehlende internationale Reife attestiert wurde, sind vorbei. In den vergangenen Wochen schwärmten selbst José Mourinho und Alex Ferguson von der Borussia. Auch Ajax-Coach Frank de Boer ist ähnlicher Meinung wie seine renommierten Kollegen von Real Madrid und Manchester United: "Die Dortmunder sind einer der Favoriten, das Halbfinale zu erreichen."

Der Blick auf die Tabelle der Gruppe D dokumentiert den gewachsenen Stellenwert. Mit acht Punkten liegt der BVB vorn, gefolgt von Real Madrid (7), Ajax Amsterdam (4) und Manchester City (2). Ein Unentschieden in der 52.650 Zuschauer fassenden Amsterdam Arena würde dem Double-Sieger ein mögliches Endspiel am letzten Spieltag in zwei Wochen daheim gegen Manchester ersparen. Dennoch versprach Trainer Jürgen Klopp mehr Erlebnis- als Ergebnisfußball: "Dass wir mit einem Punkt planen, kann ich absolut verneinen. Für uns geht es nur darum, unsere Stärken auf den Platz zu bringen. Das werden wir sehen, was dabei herauskommt."

"Sollten tunlichst noch nicht vom Achtelfinale sprechen"

In den Spielen bei ManCity (1:1) und Real (2:2) trat der Bundesliga-Vierte den Nachweis an, auch auswärts auf höchstem Niveau bestehen zu können. Das machte Mut für die Reise zum viermaligen Gewinner des europäischen Landesmeister-Titels. Auch wenn die großen Ajax-Zeiten lange vorbei sind, erwartet Nationalspieler Mario Götze starke Gegenwehr und verweist auf das knappe 1:0 am 18. September zum Start in die Gruppe D: "Die haben schon im Hinspiel gezeigt, wie stark sie sind. Unser Sieg war ein bisschen glücklich."

Die Chancen stehen gut, dass Sebastian Kehl in den Kader zurückkehrt. Der Dortmunder Kapitän hatte am Samstag beim 3:1 (3:1) über Greuther Fürth wegen einer Kapselreizung im Knie pausiert. Die Probleme scheinen jedoch überstanden. "Er könnte in der Startformation stehen", kommentierte Klopp. Und weil auch Rekonvaleszent Jakub Blaszczykowski nach sechswöchiger Zwangspause gegen Greuther Fürth zu den Besten gehörte, hat Klopp die Qual der Wahl. Trotz der guten Personallage warnte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: "Wir sollten tunlichst noch nicht vom Achtelfinale sprechen." Ähnlich argumentierte Klopp: "Jede Mannschaft in der Gruppe hat noch eine Chance. Das macht die Sache so reizvoll - aber auch so schwierig."

Wie der BVB gegen Fürth sparte auch Ajax am vorigen Wochenende Kräfte. Beim 2:0 über VVV Venlo wechselte Coach de Boer die Stammkräfte Christian Eriksen, Daley Blind und Derk Boerrigter beim Stand von 1:0 aus. Die Niederländer bauen auf ihre gute Heimbilanz gegen deutsche Gegner: Amsterdam hat zwölf von 13 Spielen gegen Bundesligisten gewonnen. Dagegen wartet der BVB seit März 2003 in der Champions League auf einen Auswärtssieg. "In der Amsterdam Arena sind wir schwer zu schlagen. Wir spielen voll auf Sieg", sagte de Boer, der wieder auf die zuletzt angeschlagenen Toby Alderweireld und Kenneth Vermeer zurückgreifen kann.

Quelle: n-tv.de

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