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"Für mich als Kapitän ist wichtig, dass wir erfolgreichen Fußball spielen": Manuel Neuer.
"Für mich als Kapitän ist wichtig, dass wir erfolgreichen Fußball spielen": Manuel Neuer.(Foto: dpa)
Montag, 11. September 2017

Bosse grummeln, Neuer appelliert: Es rumort gewaltig beim FC Bayern

Uli Hoeneß ist verärgert, Karl-Heinz Rummenigge auch. Grund für die schlechte Laune der Chefs ist aber nicht allein Robert Lewandowski mit seinen kritischen Aussagen. Der Fußball ist gerade nicht Bayern-like - das alarmiert vorm Champions-League-Start den Kapitän.

Die Bosse sind verärgert, Stars unzufrieden, die Stimmung ist schlecht - und das pünktlich zum neuen Anlauf auf den Champions-League-Thron. Nach der ersten Saisonniederlage des FC Bayern und dem bemerkenswerten Interview-Alleingang von Robert Lewandowski sah Kapitän Manuel Neuer den Zeitpunkt für gekommen, vor dem Auftaktspiel am Dienstag (ab 20.45 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) gegen den RSC Anderlecht alle beim Bundesligisten zur Konzentration aufzurufen. "Für mich als Kapitän ist wichtig, dass wir erfolgreichen Fußball spielen. Darauf sollten wir uns konzentrieren und damit ist uns am meisten geholfen."

FC Bayern - Anderlecht, 20.45 Uhr

FC Bayern München: Neuer - Kimmich, Martínez, Hummels, Rafinha - Rudy - Tolisso, Thiago - Robben, Lewandowski, Ribéry.- Trainer: Ancelotti.
Royal Sporting Club Anderlecht: Sels - Najar, Deschacht, Spajic, Obradovic - Trebel, Dendoncker - Chipciu, Hanni, Onyekuru - Teodorczyk. - Trainer: Weiler.
Schiedsrichter: Tagliavento (Italien)

Neuer hofft, dass man die "in Anführungszeichen negative Stimmung" in den vielen Partien der gerade angelaufenen englischen Wochen vertreibe. Klartext gab es zwei Tage nach dem 0:2 gegen Hoffenheim auch von den Bossen, und das nicht nur an die Adresse von Lewandowski. "Die Spieler sind in erster Linie dafür da, gut zu trainieren, gut zu spielen und die Leute zu begeistern", sagte Hoeneß als Replik auf Lewandowskis kritische Gedanken zur Transferpolitik. Das Sagen im Verein hätte allein die Führung.

Und Hoeneß besorgt aktuell mehr die sportliche Entwicklung seines Vereins, auch wenn nach sechs Punkten aus drei Ligaspielen "jetzt keine Alarmglocken" schrillen müssten. Das würden sie aber sicherlich, wenn gegen Belgiens Meister der 14. Auftaktsieg nacheinander in der Champions League verpasst würde. Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge reagierten erst mit zwei Tagen Verzögerung auf Lewandowskis Aussagen, welche die Vorbereitung auf das Anderlecht-Match überlagerten.

"Ich muss nicht über sein Interview reden"

Rummenigge reagierte via "Bild"-Zeitung sauer, auch wenn er hinter Lewandowskis Vorstoß dessen Berater als Anstifter vermutet. Der Bayern-Chef sprach einen allgemeinen Warnhinweis an die Profis aus. "Wer öffentlich den Trainer, den Verein oder die Mitspieler kritisiert, kriegt ab sofort Stress mit mir persönlich", sagte der 61 Jahre alte Rummenigge. Ein latenter Zustand der Unzufriedenheit dringt zu Beginn des zweiten Ancelotti-Jahres vermehrt aus dem Inneren nach außen. Thomas Müller äußerte Zweifel am Vertrauen des Trainers. Lewandowski sorgt sich mittelfristig sogar um die Wettbewerbsfähigkeit des FC Bayern mit Großeinkäufer-Klubs wie dem Gruppengegner Paris Saint-Germain.

Sieht doch ganz harmonisch aus: Carlo Ancelotti und Robert Lewandowski.
Sieht doch ganz harmonisch aus: Carlo Ancelotti und Robert Lewandowski.(Foto: imago/kolbert-press)

Der Pole, inzwischen 29 Jahre alt, will seine Karriere nicht ohne einen Champions-League-Triumph beenden. Hoeneß erinnerte Lewandowski vorsorglich an seinen langfristigen Vertrag bis 2021. "Eines muss klar sein: Solche Verhältnisse wie in Dortmund, dass man jedes halbe Jahr über einen Ausstieg diskutieren wollte, die wollen wir hier nicht haben." Lewandowski war 2014 vom BVB zum FC Bayern gewechselt.

Carlo Ancelotti setzt den Aufgeregtheiten nach außen seine unerschütterliche Gelassenheit entgegen. "Ich muss nicht mit Lewandowski über sein Interview reden. Ich muss mit ihm über die Strategie für das Spiel gegen Anderlecht reden", erklärte der Coach nur. Er weiß, welches Allheilmittel beim FC Bayern am besten wirkt: "Wichtig ist, guten Fußball zu zeigen nach der Niederlage." Auf die Reaktion drei Tage nach der ersten Saisonschlappe ist nicht nur Hoeneß gespannt, der sich darüber "wahnsinnig geärgert" hatte. "Das eigentliche Problem am Wochenende war nicht das Interview von Robert Lewandowski im Spiegel, sondern dass wir in Hoffenheim sehr, sehr schwach gespielt und verloren haben. Das beschäftigt mich, nicht was irgendeiner in der Zeitung sagt."

Hoeneß erwartet umgehend Besserung. "Wir müssen unsere Probleme lösen. Wir spielen nicht so gut schon seit Anfang der Saison. Daran gilt es zu arbeiten." Anderlecht könnte ein guter Aufbaugegner sein, auch wenn Ancelotti neben den verletzten David Alaba und Juan Bernat auch der gesperrte Arturo Vidal fehlt. Franck Ribéry und Arjen Robben dürften in die Startelf rotieren, Nationalspieler Jérôme Boateng zählt erstmals in dieser Saison zum Kader. Der 34-malige belgische Meister ist schlecht gestartet. René Weiler, Ex-Trainer des 1. FC Nürnberg, hat etliche Probleme zu lösen. Seinen Toptransfer Sven Kums verbannte er zuletzt auf die Tribüne. Der Spielausgang dürfte am Ende aber allein von der Leistung des FC Bayern abhängen. So sieht's auch Hoeneß: "Die Spieler müssen das spielen, was sie können. Wenn sie gut spielen, werden wir gegen Anderlecht gewinnen."

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Quelle: n-tv.de

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