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"Wer weiß, wohin ich den Ball gespielt hätte": Mario Götze, rechts, feiert mit Marco Reus.
"Wer weiß, wohin ich den Ball gespielt hätte": Mario Götze, rechts, feiert mit Marco Reus.(Foto: dpa)

"Großes Spiel bei großem Gegner": Europa schwärmt vom BVB

In der ersten Halbzeit ist es eine Gala, nach Wiederanpfiff ein harter Kampf. Wie schon in Manchester schlagen sich die Fußballer von Borussia Dortmund auch bei Real Madrid prächtig. Damit steuert das im Vorjahr als international für zu leicht befundene Team in der Champions League auf Achtelfinalkurs.

Schon in der Kabine war der Ärger über den Kunstschuss von Spielverderber Mesut Özil verflogen. Der späte Ausgleich des deutschen Nationalspielers zum 2:2 (2:1) konnte den Stolz der Dortmunder nur bedingt schmälern. "Jeder Fußballer, der in Madrid einen Punkt holt, kann gut schlafen", kommentierte Manndecker Neven Subotic. Mit seinem platzierten Freistoß brachte Reals Star Özil den BVB zwar um den vorzeitigen Achtelfinal-Einzug, aber nicht um die Tabellenführung in der Giganten-Gruppe D. Die erneute Gala seines Teams verblüffte selbst Trainer Jürgen Klopp: "Wir haben den direkten Vergleich mit Real gewonnen. Damit hätte ich nicht gerechnet."

Wie bereits im zweiten Gruppenspiel bei Manchester City (1:1) verhinderte ein später Gegentreffer einen denkwürdigen Coup. Dennoch konnte die Borussia mit dem abermals starken Auftritt auf höchstem Niveau gut leben. "Es war ein großes Spiel gegen einen großen Gegner. Zwei Unentschieden bei Teams, die zu den besten der Welt gehören - vielmehr kann man nicht erreichen", befand Klopp angesichts der komfortablen Ausgangslage in der Tabelle. Die Borussia rangiert mit acht Punkten vor Real Madrid (7), Ajax Amsterdam (4) und Manchester City (2), im Spiel beim niederländischen Meister am 21. November genügt ein Remis zum Überwintern in der Königsklasse.

Vor allem in der ersten Halbzeit kamen Fußball-Ästheten auf ihre Kosten. "Das war das Beste, was wir bisher gespielt haben", schwärmte Sportdirektor Michael Zorc. Nach Treffern von Marco Reus (27.) und dem von Mario Götze erzwungenen Eigentor durch Alvaro Arbeloa (45.) schien ein weiterer Sieg über den spanischen Rekordmeister binnen 13 Tagen zum Greifen nahe. Die Entscheidung der Uefa, den zweiten BVB-Treffer dem spanischen Abwehrspieler zuzuschreiben, kommentierte Jungstar Götze mit einem breiten Lächeln: "Er war so nett, ihn reinzuschießen. Wer weiß, wohin ich den Ball gespielt hätte."

"Unglaublich, besser geht es nicht"

Selbst Roman Weidenfeller fand wenig Grund zur Klage. Auf die Frage, ob der Freistoß von Özil in der 89. Minute nicht haltbar war, reagierte er mit klagendem Blick und deutlichen Worten. "Es war ein Geniestreich von Mesut. Unglaublich, besser geht es nicht", sagte der ohnehin nicht zu Selbstkritik neigende Torhüter. Er hatte die in der zweiten Halbzeit wankende Borussia mit zahlreichen Glanztaten lange vor weiteren Gegentreffern als den von Pepe (34.) bewahrt.

Özil genoss den Schlussakt der umkämpften Partie in vollen Zügen. Nach der harschen Kritik an seiner Leistung wenige Tage zuvor beim mühelosen 4:0 über Saragossa gab der Mittelfeldspieler die Antwort auf dem Platz. Aus rund 20 Metern zirkelte der ehemalige Bremer den Ball ins untere Eck und bewahrte sein Team damit vor der ersten Heimniederlage in der Champions League seit sieben Spielen. "Beide Teams können mit dem Unentschieden zufrieden sein", urteilte Özil, der nach dem Schlusspfiff mit seinem Nationalmannschaftskollegen Götze das Trikot tauschte.

Bereits auf dem Rückweg zum Mannschaftshotel in Madrid nahmen alle Borussen die nächste Bundesliga-Aufgabe ins Visier. Bedenken, dass sich die Mannschaft nach der neuerlichen Sternstunde auf großer Bühne bei der Partie im vergleichsweise beschaulichen Augsburg am Samstag schwertun könnte, hegt Hummels keine. Der Aufwind in der Champions League soll dem Tabellen-Fünften auch im Meisterkampf zurück zu alter Stärke verhelfen. "Wir wollen in der Liga deutlich mehr zeigen als bisher. Mit der bisherigen Punktausbeute sind wir nicht zufrieden", sagte der Innenverteidiger.

Quelle: n-tv.de

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