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Für Badstuber kam Jerome Boateng ins Spiel.
Für Badstuber kam Jerome Boateng ins Spiel.(Foto: REUTERS)

Bittere Bilanz für FC Bayern München: Badstuber fällt monatelang aus

Nach dem Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga ist keines der Teams mit dem gewonnenen Punkt zufrieden. Dortmunds Torwart Roman Weidenfeller schielt trotzdem noch auf die Schale. Bei den Bayern aus München gibt es Sorge um Nationalspieler Holger Badstuber.

Eigentlich hätten sich die Bayern aus München mehr als einen Punkt gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund gewünscht. Doch die zwei vergebenen Zähler sind nicht die schlimmste Nachricht des Abends. Schwerer wiegt, dass Holger Badstuber wohl für mehrere Monate ausfällt. Nach ersten Vermutungen riss sich der Nationalspieler das vordere Kreuzband im rechten Knie. Dies erklärte Bayern-Trainer Jupp Heynckes im Anschluss der Begegnung. Eine genaue Diagnose sollen nun weitere Untersuchungen ergeben.

Abwehrspieler Badstuber hatte sich nach einem Zweikampf mit Dortmunds Mario Götze das Knie verdreht und war in der 37. Minute ausgewechselt worden. Den Dortmunder traf dabei keinerlei Schuld. Für Badstuber kam Jerome Boateng ins Spiel, der zuvor wegen eines Muskelfaserrisses pausiert hatte.

Den Dortmunder Götze traf bei der Verletzung Badstubers keine Schuld.
Den Dortmunder Götze traf bei der Verletzung Badstubers keine Schuld.(Foto: AP)

Insgesamt verlief das Spitzenspiel weniger rasant, als es sich viele Zuschauer erhofft hatten. Die erste Hälfte blieb torlos. Mit einem Geniestreich brachte dann Toni Kroos in der 67. Minute den Tabellenführer in Führung. Schon sieben Minuten später nutzte allerdings Mario Götze eine Ecke zum Ausgleich. Es blieb beim 1:1. Auf die zweitplatzierten Leverkusener büßten die Münchner jedoch zwei Zähler ein und liegen "nur" noch acht Punkte vor Bayer.

Torschütze Toni Kroos zeigte sich enttäuscht: "Sicherlich war es ein wichtiges Tor. Aber ich hätte es lieber gegen einen Sieg eingetauscht. Aufgrund der Chancen hätten wir einen Sieg verdient gehabt." BVB-Torhüter Roman Weidenfeller meinte: "Auch wir hatten gute Möglichkeiten, um den einen oder anderen Punkt mehr mitnehmen zu können. Die Meisterschaft hat dieses Spiel noch nicht entschieden."

Neuer vertändelt den Ball

Insgesamt sahen 71.000 Zuschauer ein intensiv geführtes und von Taktik geprägtes Spiel. Die Bayern starteten mit Elan und hatten durch Franck Ribéry in der dritten Minute gleich die erste Chance. Doch schon im Gegenzug wurde es für die Münchner gefährlich, allerdings aufgrund eigener Nachlässigkeit. Torwart Manuel Neuer vertändelte allzu lässig einen schlampig gespielten Rückpass von Badstuber. Marco Reus und Robert Lewandowski konnten daraus jedoch kein Kapital schlagen. Für die Bayern war dies offenbar Ansporn, wieder einen Zahn zuzulegen. So musste Marcel Schmelzer vor dem einschussbereiten Thomas Müller klären, nachdem Ribéry nach innen gepasst hatte (7.). Überhaupt wirkte der 29 Jahre alte Franzose, der in den letzten Duellen gegen den BVB meist blass geblieben war, äußerst engagiert und war in seinem Elan kaum zu bremsen.

An der nächsten Gelegenheit des Rekordmeisters kurz darauf war Ribéry dann aber nicht beteiligt. Toni Kroos setzte Müller in Szene, dessen Schuss wurde von Neven Subotic in höchster Not aber abgewehrt. Dortmund war aber auch nicht gewillt, den Bayern ganz das Feld zu überlassen. Jakub Blasczczykowski gab so in der zehnten Minute nach einem gewonnenen Laufduell gegen Dante einen Warnschuss ab, den Neuer parieren konnte.

In der Folgezeit entwickelte sich eine intensive Partie mit vielen Szenen im Mittelfeld. Den Zuspielen in die Spitze fehlte auf beiden Seiten die Genauigkeit. Allerdings verteidigten die beiden Konkurrenten meist auch sehr konsequent. Erst als sich die Münchner nach der Verletzung von Badstuber, der von dem einem Faserriss genesenen Jerome Boateng ersetzt wurde, sortieren mussten, prüfte der bis dahin wenig in Erscheinung getretene Reus noch einmal Neuer (44.).

Götze präzise mit links

Nach dem Wechsel sorgte erst einmal ein Fan, der auf den Platz stürmte, für Aufregung. Ansonsten warteten beide Teams auf Fehler des Gegners. So einer hätte fast für die Führung der Gäste gesorgt, als die Bayern-Defensive bei einem schnell ausgeführten Schmelzer-Freistoß schlief, Mats Hummels die sich bietende Großchance aber nicht nutzen konnte. Mit seinem Schuss aus zehn Metern scheiterte er an Neuer.

Überhaupt wurde der BVB nun dominanter. Erneut musste Neuer erst vor Reus klären und dann einen Schuss von Götze abwehren. Die Bayern hatten dagegen zunächst Probleme, Druck aufzubauen. Erst nach gut einer Stunde wurden die Aktionen etwas zwingender. Der Lohn war die Führung durch Kroos. Darüber konnten sich die Münchner aber nur kurz freuen. Götze war nach einem zu kurz abgewehrten Ball zur Stelle und schoss trocken zum Ausgleich ein.

In der Schlussphase waren die Bayern näher dran am Sieg, Müller (85.) und Kroos (86.) vergaben aber aus aussichtsreicher Position. Weidenfeller war in der turbulenten Schlussphase auch bei einer verunglückten Flanke von Müller (88.) und kurze Zeit später bei einem Kopfball von Martinez in Klassemanier zur Stelle. Bei den Bayern verdienten sich Ribéry und Neuer die besten Noten. Dortmund hatte in Götze und Weidenfeller seine auffälligsten Akteure.

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Quelle: n-tv.de

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