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Arjen Robben nimmt Werder Bremen ernst. Sagt er.
Arjen Robben nimmt Werder Bremen ernst. Sagt er.(Foto: REUTERS)

So läuft der 26. Spieltag: FC Bayern gibt Vollgas, Frankfurt heizt ein

Von Stefan Giannakoulis

Höchst seriös will der FC Bayern sein Heimspiel gegen Bremen und den weltbesten 37-jährigen Fußballer bestreiten. Der BVB genießt seinen Champagnerfußballrausch, Frankfurt holt die weiße Flagge ein und Schalke will Big Points in Berlin.

Was machen Guardiola und der FC Bayern?

Die Münchner nehmen die Fußball-Bundesliga ernst - auch wenn sie als Tabellenführer mit fünf Punkten Vorsprung am vergangenen Samstag mit dem 0:0 in Dortmund den BVB auf Distanz gehalten haben und am Mittwoch nächster Woche in der Champions League nach dem 2:2 im Hinspiel gegen Juventus Turin um den Einzug ins Viertelfinale spielen. Aber vorher haben die Spielplanmacher noch die Partie des 26. Spieltags am Samstag (ab 18.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) gegen den SV Werder Bremen terminiert, allerdings ohne den ewig jungen Ex-Bayern Claudio Pizarro. Der laut "Süddeutscher Zeitung" beste 37-jährige Fußballer der Welt fällt aus. Unterschätzt wird Werder trotzdem nicht, sagt Arjen Robben: "Wir sind in der Rückrunde und jetzt kommen die wichtigen Spiele. Ich finde das schön, dafür lebst du, dafür machst du alles."

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Es sei nämlich so, betonte der niederländische Nationalspieler: "Da kann man nicht sagen, jetzt geht es gegen Juventus, Bremen das nehmen wir so zwischendurch, nein. Da muss man Vollgas geben, da muss man alles reinlegen, um das Spiel zu gewinnen. Dann kommt erst Juventus." Das soll dann wohl auch für Trainer Josep Guardiola gelten. Der ist zwar immer mal wieder für seinen Arbeitgeber in spe unterwegs und soll in dieser Woche versucht haben, den Dortmunder Ilkay Gündogan zu Manchester City zu lotsen. Das sei aber kein Problem - sagt Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern. Schließlich leiste Guardiola "bei uns jeden Tag nach wie vor hervorragende Arbeit. Intensiv und total konzentriert wie seit dem ersten Tag. Und was er an seinem freien Tag macht, ist seine Angelegenheit". Und überhaupt sei es doch naiv anzunehmen, er würde sich erst nach dem 30. Juni damit beschäftigen, wie seine neue Mannschaft aussehen soll. Noch aber gilt es, mit den Münchnern zu gewinnen, was es zu gewinnen gibt - an diesem Samstag gegen einen Gegner, auf den sich schon wieder am 19. April im Halbfinale des DFB-Pokals treffen.

Wie läuft's bei Borussia Dortmund?

Nach dem Rausch ist für den BVB vor Mainz.
Nach dem Rausch ist für den BVB vor Mainz.(Foto: imago/Uwe Kraft)

Beim BVB haben sie sich nicht lange damit aufgehalten, damit zu hadern, dass sie den FC Bayern nicht geschlagen und mithin den Rückstand auf zwei Punkte verkürzt haben. Die Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel ist mit sich, der Welt und der Bundesliga-Tabelle zufrieden. Schließlich wissen die Dortmunder, dass auch Platz zwei allemal reicht, um in der nächsten Saison in der Champions League zu spielen - und der ist ihnen nach menschlichem Ermessen an den verbleibenden neun Spieltagen nicht mehr zu nehmen. Am Sonntag nun kommt der FSV Mainz 05 zum Abschluss des Spieltags ins Westfalenstadion. Das ist die Mannschaft, die jüngst in München gewonnen hat. Könnte also interessant werden.

Bis es so weit ist, dass sie zurück in der Königsklasse sind, spielen die Dortmunder erst einmal in der Europaliga. Und das durchaus erfolgreich. Im Achtelfinalhinspiel gegen Tottenham Hotspur, laut Tabelle die zweitbeste Mannschaft der englischen Premier League, gab es am Donnerstagabend im ausverkauften Westfalenstadion ein sehr überzeugendes 3:0. "Wir haben das Spiel komplett dominiert, das ist eine sehr gute Ausgangslage", befand Dortmunds Sportchef Michael Zorc. Und Tuchel konstatierte: "Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung und dem Ergebnis. Wir haben sehr frisch, sehr griffig gewirkt." Das Rückspiel an der White Hart Lane in London findet am Donnerstag nächster Woche statt - aber vorher kommt erst einmal Mainz. Deren Trainer Martin Schmidt hat folgenden Plan: "Wir gehen aber ganz normal dorthin, ohne den Gedanken, etwas ganz Spezielles machen zu müssen. Wir wollen einfach unsere Ergebnisse aus den letzten Wochen bestätigen."

Was machen des Verfolgers Verfolger?

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Seit zehn Jahren hat die Hertha nicht mehr gegen den FC Schalke 04 gewonnen. Geht es nach den Berlinern, soll sich das heute (ab 20.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) ändern. Trainer Pal Dardai, der beim 2:0 am 17. September 2006 selbst auf dem Platz stand, sagt: "Ein schönes Freitagspiel, ein schöner Gegner, ein Topplatz - es gibt kein Alibi für uns. Wir werden alles geben, dass wir gewinnen." Topplatz? In der Tat. Der viel kritisierte, weil sehr schlechte Rasen im Berliner Olympiastadion ist just ausgewechselt worden. Und ein Topspiel ist das heute zudem, empfängt doch der Tabellendritte den Tabellenzweite. Das heißt auch: Gewinnen die Schalker, ziehen sie an den Herthanern vorbei. "Jeder sieht, wie eng es da oben ist", sagt Trainer André Breitenreiter, der sich in dieser Woche darüber beschwert hatte, dass die Öffentlichkeit zu streng mit ihm umgehe: "Mir war von Anfang an bewusst, dass Schalke eine große Aufgabe und besondere Herausforderung ist. Die Wucht mancher Medien habe ich in dieser Form nicht erwartet. Ich wünschte mir mehr Gerechtigkeit in der Bewertung unserer Arbeit." Nun aber gelte: "Wir wollen an unsere zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen, zielstrebig und variabel nach vorn spielen. Wenn wir das machen, haben wir auch in Berlin gute Möglichkeiten, zu punkten."

Brisanz oder Langeweile - was passiert sonst noch?

Während der BVB die Europaliga zu einem Fest macht, lief es für die Leverkusener an diesem Donnerstag international nicht ganz so gut. Obwohl Roger Schmidt wieder auf der Bank sitzen durfte, setzte es beim FC Villarreal eine 0:2-Niederlage. "Wir fahren jetzt aber nicht hier weg und sagen: Es ist schon alles entschieden. Gerade zu Hause können wir Außergewöhnliches schaffen", machte der Trainer sich und seiner arg harmlosen Mannschaft ein wenig Mut. Bevor es also im Rückspiel am kommenden Donnerstag darum geht, es vielleicht doch noch irgendwie ins Viertelfinale zu schaffen, steht am Sonntagnachmittag erst einmal die nicht ganz unwichtige Partie gegen den Hamburger SV an. Sagen wir es so: Der Tabellenvierte und der relegationsgestählte Drittletzte der vergangen Saison rücken immer näher zusammen - Bayer 04 steht mittlerweile nur noch fünf Zähler und zwei Plätze vor dem HSV.

Der VfL Wolfsburg hingegen, seines Zeichens Viertelfinalist der Champions League, wittert nach unglaublichen zwei Bundesligasiegen hintereinander seine Chance, mit einem weiteren Erfolg am Samstagnachmittag in Sinsheim in der Tabelle weiter nach oben zu klettern. Die Gastgeber von der TSG Hoffenheim haben als Vorletzter da ganz andere Sorgen. Aber immerhin haben sie jetzt einen fix und fertig ausgebildeten Trainer: Julian Nagelsmann, 28 Jahre alt, hat just in dieser Woche seine Fußball-Lehrer-Lizenz erhalten. "Bei all der Freude sind meine Gedanken schon Richtung Wolfsburg gerichtet." Hier spricht ein Profi. So einer steht mit Thomas Schaaf auch in Hannover an der Seitenlinie. Für ihn läuft es allerdings noch schlechter, vor der Partie gegen den 1. FC Köln ist selbst der Relegationsplatz sieben Punkte entfernt. Da klingt es schon ein wenig verzweifelt, wenn Schaaf sagt: "Wir müssen den Arsch hochkriegen." Was jetzt noch fehlt, ist eine ordentliche Überleitung zu den Spielen des FC Ingolstadt gegen den VfB Stuttgart und des SV Darmstadt 98 gegen den FC Augsburg. Wir sagen nur ein Wort: Abstiegskampf. Und jetzt im Ländle bitte nicht böse sein.

Für welchen Trainer wird's eng?

Die Frankfurter Eintracht zu trainieren ist an sich schon keine leichte Sache. Aber dann noch als Drittletzter der Tabelle mit einem Spiel bei Borussia Mönchengladbach zu starten - das ist happig. Nico und Robert Kovac aber schreckt das nicht ab, sie werden am Samstagnachmittag auf der Bank sitzen, zwei Brüder als Chef und Assistent - und als Nachfolger des gefeuerten Armin Veh. "Ich hisse nicht die weiße Fahne. Wir sind nicht in der Situation, um etwas herzuschenken", hatte Nico Kovav vor seinem Debüt als Trainer in der Bundesliga angekündigt. Sein Vertrag läuft bis 2017 - und gilt nur fürs Oberhaus. "Wir werden Tag und Nacht arbeiten, 24 Stunden mal sieben Tage." Um aus der Mannschaft herauszuholen, was es herauszuholen gibt, haben er und sein Bruder erst einmal versucht, so etwas wie einen Konkurrenzkampf um die Plätze in der Startelf anzuheizen: "Die Trainingseindrücke sind für die Aufstellung entscheidend. Ich bin unvoreingenommen. Jeder kann sich empfehlen." Mittelfeldspieler Marco Russ gefällt das: "Ich will jetzt nicht sagen, dass die Stammspieler zu selbstsicher waren, aber man weiß, dass die in der zweiten Reihe ein bisschen den Kopf hängen lassen. Jetzt wittert jeder seine Chance, das stachelt jeden Einzelnen an, das pusht die Mannschaft." Wir sind gespannt.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Ob ich überzeugt bin, dass er bleibt? Nein. Wie könnte ich das sein? Aber wir wissen sehr genau, was wir bieten können." Dortmunds Trainer Thomas Tuchel zu den Spekulationen, Ilkay Gündogan werde den BVB im Sommer verlassen.

Quelle: n-tv.de

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