Sport
Friedhelm Funkel olé!
Friedhelm Funkel olé!(Foto: imago/Uwe Kraft)
Dienstag, 03. Oktober 2017

So schön ist die 2. Liga: Fortuna und MSV begeistern mit Spektakel

Die Düsseldorfer Fortuna geht nach dem Sieg gegen Duisburg als Zweitliga-Spitzenreiter in die Länderspielpause. Im Rheinderby bieten beide Teams ein wahres Offensiv-Spektakel, die Meidericher treffen vier Mal Aluminium - und hadern mit ihrem Fußball-Schicksal.

Am Ende hielt es niemanden mehr auf seinem Sitz. Stehend applaudierten 41.764 Zuschauer in der Esprit-Arena dem Zweitliga-Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf und dem MSV Duisburg nach dem 3:1 (2:0) in einem Offensivspektakel. "Es war ein tolles Spiel für die Zuschauer, es ging rauf und runter. Kein taktisches Geplänkel, ein Spiel mit offenem Visier", sagte Fortunas Trainer Friedhelm Funkel nach dem Rheinderby am Montag: "Ich bin froh, dass wir noch als Sieger vom Platz gegangen sind. Wir haben gegen einen ganz starken MSV drei Punkte geholt."

Und ja, Pyro gab's auch.
Und ja, Pyro gab's auch.(Foto: imago/Uwe Kraft)

Düsseldorf wehrte zum Abschluss des neunten Spieltags den Angriff Holstein Kiels ab, bleibt daheim ungeschlagen und geht mit drei Punkten Vorsprung in die Länderspielpause. Arminia Bielefeld, Fortunas nächster Gegner, hat als Vierter fünf Zähler Rückstand. "Das wird ein absolutes Spitzenspiel in Bielefeld", sagte Funkel, der seiner Elf bis Mittwochnachmittag freigab. Durch den Blitzstart mit Toren von Rouwen Hennings (2.) und Jean Zimmer (6.) wurde Duisburg überrannt und ließ wenig später die große Chance aus, als Moritz Stoppelkamp per Foulelfmeter an Raphael Wolf scheiterte. "Die ersten Minuten haben wir komplett verschlafen. Aber wenn ich den Elfer reinmache, schaffen wir vor der Pause vielleicht noch den Ausgleich", sagte Stoppelkamp, dem nach dem 0:3 von Benito Raman (55.) noch das 1:3 (57.) gelang. "Wir haben nie aufgegeben, leider hat es wieder nicht gereicht. Das ist frustrierend."

"Ich kann es nicht mehr hören"

Trotz Offensivpower und vier (!) Aluminiumtreffern ist der Aufsteiger seit vier Spielen sieglos und hängt als Tabellen-15. in der Abstiegszone fest. Gleichwohl zollte Funkel seinem ehemaligen Klub - er hat ja auch schon bei zehn Vereinen gearbeitet - großes Lob. "Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass der MSV noch die Punkte holt, die notwendig sind. Das Team hat Charakter." Richtig sauer war dagegen sein Duisburger Kollege Ilija Gruev. "Ich kann es nicht mehr hören. Wir bekommen Komplimente und Applaus. Aber am Ende stehen wir wieder mit leeren Händen da", kritisierte der Bulgare naives Abwehrverhalten.

Insgesamt 14 Gegentore in zuletzt vier Spielen seien zu viel: "Wir müssen konzentrierter sein und defensiv stabiler stehen." Mit einem "ordentlichen Brummschädel" musste Fortunas Torhüter Wolf, der zwar den Elfmeter verschuldete, aber mit vielen Glanzparaden Schlimmeres verhinderte, nach einer Stunde ausgewechselt werden. Erst knallte er bei einem gehaltenen Freistoß von Stoppelkamp mit dem Kopf an die Latte, später stieß er mit MSV-Angreifer Stanislav Iljutcenko zusammen. "Dieser zweite Schlag war zu viel. Ich hätte mich sofort auswechseln lassen müssen", gestand Wolf, gab aber auch Entwarnung: "Mir ist nicht schlecht und auch nicht schwindelig."

Das Wort "Aufstieg" nimmt kein Düsseldorfer in den Mund. "Die Fans dürfen träumen. Aber ich weiß, wie hart wir uns jeden Sieg erarbeiten müssen", sagte Funkel. Hennings bilanzierte nach dem packenden Spektakel. "Es ist doch alles gut, wenn die Zuschauer zufrieden sind. Hoffentlich gehen wir noch oft als Spitzenreiter aus einem Spieltag."

Quelle: n-tv.de

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