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"Davon, ruhig oder entspannt zu sein, bin ich derzeit weit entfernt": Peter Stöger, rechts, und Jörg Schmadtke.
"Davon, ruhig oder entspannt zu sein, bin ich derzeit weit entfernt": Peter Stöger, rechts, und Jörg Schmadtke.(Foto: dpa)
Donnerstag, 21. September 2017

"Schlauberger um die Ecke": Frustrierte Kölner hadern mit Videobeweis

Entsetzen, Frust, Wut und Ratlosigkeit: Der 1. FC Köln verliert auch sein fünftes Saisonspiel in der Fußball-Bundesliga. Und gegen Eintracht Frankfurt gibt es erneut Ärger um strittige Schiedsrichter-Entscheidungen. Das tut sogar dem Trainer des Gegners leid.

Verunsichert und verpfiffen stürzt der 1. FC Köln in den Abstiegskampf - und nach dem erneuten Ärger mit dem Video-Schiedsrichter sagte sogar Frankfurts Trainer Niko Kovac nach dem 1:0-Sieg seiner Eintracht in Müngersdorf: "Ich habe absolutes Mitgefühl mit den Kölnern." Drei Tage nach dem 0:5 bei Borussia Dortmund haderten die Kölner nun am Mittwochabend erneut mit den Video-Schiedsrichtern. Erneut zurecht. Und weil der FC auch mit seinen sportlichen Leistungen wenig Hoffnung macht, schwankt die Stimmung nach dem zweitschlechtesten Saisonstart, den jemals eine Mannschaft in der Bundesliga hatte, zwischen Entsetzen, Frust, Wut und Ratlosigkeit.

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Sportchef Jörg Schmadtke trat vor die Mikrofone und behauptete, "nicht viel über den Schiedsrichter reden" zu wollen. Doch sein Frust musste raus. "Jeder hat die Situationen gesehen und kann sich seinen Reim drauf machen. Da muss ich nicht als Schlauberger um die Ecke kommen und als Oberschiedsrichter der Nation agieren", sagte er: "Aber ich weiß nicht, wie man zu solchen Entscheidung kommen kann. Auf dem Platz kann ich es noch so ein bisschen nachvollziehen, auch wenn ich mich da schon wundere, warum wir die Dinge relativ klar und eindeutig bewerten können. Aber wenn man Fernsehbilder hinzuziehen kann, fällt es mir schwer, das zu verstehen."

"Vielleicht kurz nicht vor dem Bildschirm"

Trainer Peter Stöger wirkte unterdessen ungewohnt aufgekratzt und nachdenklich. "Ich bin mental robust, obwohl ich nicht so aussehe. Aber davon, ruhig oder entspannt zu sein, bin ich derzeit weit entfernt", gestand der Österreicher nach der fünften Pleite des Europaliga-Teilnehmers im fünften Saisonspiel, die durch die klare Benachteiligung noch schwerer zu akzeptieren war. Nach dem letztlich entscheidenden Elfmeter zum 1:0 durch Sebastien Haller (21.) habe der gefoulte Mijat Gacinovic "selbst gesagt, dass es kein Foul war. Er meinte: Jetzt kommt der Videobeweis und dann gibt es Eckball", berichtete Kölns Leonardo Bittencourt.

Der wurde zwölf Minuten später im Frankfurter Strafraum klar gefoult, doch Bundesliga-Debütant Martin Petersen nahm nicht einmal Rücksprache bei Video-Assistent Stark. Und der frühere Fifa-Schiedsrichter sah auch keinen Grund, einzugreifen. "Unfassbar", nannte das Horn. Und Lehmann meinte mit bitterer Ironie: "Vielleicht war der Kollege da mal kurz nicht vor dem Bildschirm." Und weil die Kölner Mannschaft derzeit nicht so sattelfest ist, Rückschläge wegzustecken, befindet sie sich tabellarisch im freien Fall. Die null Punkte und 1:13 Tore nach fünf Spielen wurden in der Bundesliga-Historie nur einmal unterboten: Vom Karlsruher SC gleich in der ersten Spielzeit 1963/1964 (0 Punkte, 2:17 Tore).

So hat allerspätestens am Mittwoch für die Kölner der Abstiegskampf begonnen. "Man muss sich mit der Thematik beschäftigen", sagte Stöger: "Wir werden mindestens bis zum Winter da unten drinstecken. Selbst wenn wir eine Serie starten würden. Wir müssen es irgendwann in die richtigen Bahnen lenken. Das wird schwierig. Schwierig und interessant. Aber ich bin guter Hoffnung." Er wolle aber "nichts Grundlegendes ändern, weil ich sonst meine Glaubwürdigkeit verlieren würde". Sportchef Schmadtke gab derweil die Devise für die harten nächsten Wochen aus: "Ritterrüstung anziehen, Kopf runter und durch!"

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Quelle: n-tv.de

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