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Jérôme Valcke und Joseph Blatter haben das Image der Fifa beschädigt.
Jérôme Valcke und Joseph Blatter haben das Image der Fifa beschädigt.(Foto: dpa)

Noch eine Woche bis zur Wahl: Fünf Kandidaten wollen Fifa-Thron besteigen

Die Fifa muss sich nicht nur Korruptionsskandalen stellen, sondern auch einen neuen Präsidenten wählen. Fünf Kandidaten stehen für das höchste Amt im Fußball-Weltverband zur Auswahl. Doch, wer sind die Männer und was zeichnet sie aus?

In einer Woche wird der Nachfolger des derzeit noch amtierenden Fifa-Präsidenten Joseph Blatter gewählt. Der ursprünglich aussichtsreichste Kandidat, Uefa-Präsident Michel Platini, wurde wegen eines Korruptionsskandal gesperrt, seines Amtes enthoben und darf sich nicht mehr für das höchste Amt im Fußball-Weltverband zur Wahl stellen. Auch einige seiner Mitstreiter sind bereits wegen korrupter Verwicklungen ausgeschieden. Diese fünf Kandidaten stehen nun zur Auswahl.

Gianni Infantino

Gianni Infantino könnte Plan B sein.
Gianni Infantino könnte Plan B sein.(Foto: REUTERS)

Der 45-jährige Schweizer ist nach Michel Platini Europas Plan B. Der amtierende Uefa-Generalsekretär warf seinen Hut etwas überraschend, aber nach "einstimmigen Entschluss" des Uefa-Exekutivkomitees in den Ring. "Wir glauben, dass Gianni Infantino alle Kriterien erfüllt, um die Herausforderungen zu meistern und die Organisation auf einen guten Weg zu mehr Integrität und Glaubwürdigkeit zu führen", hieß es in einer Uefa-Mitteilung. Der Schweizer hätte zu Gunsten Michel Platinis zurückgezogen - doch das hatte sich durch den Rückzug des Uefa-Bosses erledigt.

Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa

Der 50-Jährige aus Bahrain reichte seine Kandidatur erst kurz vor dem Ende der Bewerbungsfrist im Oktober ein und ist derzeit Favorit bei der Blatter-Nachfolge. Er hat mindestens den asiatischen Kontinentalverband hinter sich. Allerdings schaute sich die Fifa-Ethikkommission das Exekutivmitglied wegen eines Anfangsverdachts auf Verletzung von Menschenrechten ganz genau an.

Jérôme Champagne

Der 57 Jahre alte Franzose wollte schon einmal Präsident werden, bekam vor der letzten Wahl aber nicht genügend Unterstützer zusammen. Champagne punktete als Einziger mit einem Wahlprogramm, fordert mehr Transparenz und Entwicklung, hofft unter seiner Führung auf eine "starke, demokratische, respektierte und proaktive Fifa". Das klingt gut, realistische Chancen auf den Fifa-Thron dürfte er aber nicht haben, weil: Champagne arbeitete bereits von 1999 bis 2010 in verschiedenen beratenden Funktionen für die Fifa, war ein enger Vertrauter des skandalumwitterten Blatter.

Tokyo Sexwale

Der 62-jährige Südafrikaner wurde bereits von Franz Beckenbauer als Kandidat gepriesen, allerdings sind die Worte des Kaisers ja im Moment nicht viel wert. "Er hat zwar eine andere, eine politische Vergangenheit, aber er kennt sich im Sport aus. Er hat den Geruch der Neutralität, und deswegen glaube ich, dass er eine gute Lösung wäre", sagte Beckenbauer. Sexwale, bürgerlich mit Vornamen Mosima Gabriel, war im damaligen Apartheidstaat Südafrika 13 Jahre lang zusammen mit Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela auf Robben Island inhaftiert. Derzeit leitet er eine Fifa-Beobachtungskommission für Israel und Palästina.

Prinz Ali bin Al Hussein

Im internationalen Sport gilt der 40 Jahre alte Jordanier, der in den USA und Großbritannien studierte, als bestens vernetzt. Der Adlige wäre ein "großartiger Präsident", hatte ausgerechnet Michel Platini vor der Wahl Ende Mai erklärt. Dann kam es zum Bruch. Der Prinz selbst sagte im September, dass er der einzige Kandidat sei, welcher "der Korruption im Weltfußball mit Mut entgegentritt". Aber: Prinz Ali hat nicht einmal in seinem asiatischen Kontinentalverband eine Mehrheit und gilt als zu farblos.

Quelle: n-tv.de

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