Sport
Definitiv fit: Robert Lewandowski, FC Bayern München.
Definitiv fit: Robert Lewandowski, FC Bayern München.(Foto: imago/Philipp Szyza)

So läuft der 19. Spieltag: Genervter Guardiola sucht den Anonymus

Von Stefan Giannakoulis

Beim FC Bayern müssen die Spieler nun den Verein fragen, wenn sie die Stadt verlassen wollen. Trainer Josep Guardiola ist verstimmt, weil da einer Interna ausplaudert. Derweil fliegt Dortmunds Marco Reus zum Ex-Mannschaftsarzt der Münchner.

Was machen Guardiola und der FC Bayern?

Was ist da los beim FC Bayern? Dass die Münchner zum Abschluss dieses 19. Spieltags der Bundesliga am Sonntag (ab 17.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) gegen die TSG Hoffenheim tatsächlich Fußball spielen wollen, wird angesichts der Gerüchte und Spekulationen rund um den deutschen Meister fast zur Nebensache. Warum sind so viele Spieler der Bayern verletzt? Macht Trainer Josep Guardiola etwas falsch? Ist die Stimmung wirklich so schlecht, wie es der "Kicker" vermutet? Fragen über Fragen - aber der Reihe nach.

Video

Das mit den Spielern, die fehlen, ist wirklich ein Problem - vor allem, dass Abwehrchef Jérôme Boateng mit einer Adduktorenverletzung lange ausfällt. Wie lange, das ist noch nicht klar. Er selbst spricht davon, dass er es bis zur Europameisterschaft schaffen müsste. Die beginnt für die deutsche Mannschaft am 12. Juni mit dem Spiel gegen die Ukraine. Fest steht: Es ist die 14. Muskelverletzung eines Münchners in dieser Saison. Bisschen viel, oder? Ob's aber tatsächlich am Training liegt oder daran, dass Guardiola zu wenig Rücksicht auf angeschlagene Profis nimmt, ist reine Spekulation. Und die Stimmung? Sei "richtig, richtig gut", sagte Guardiola als Replik auf den Bericht im "Kicker". Allerdings räumte er ein, dass einige Spieler - wie es im dem Sportmagazin stand - zum Start der Vorbereitung auf die Rückrunde "ein, zwei Kilo" zu viel gehabt hätten. Inzwischen sei jedoch das Gewicht bei allen "perfekt". Und dass die Profis ihre freien Tage auf Anweisung des Klubs bis zum Saisonende zu Hause verbringen sollen, sei doch völlig normal. "Was ist das Problem?"

Nur eines nervt Guardiola mächtig: Wer ist der Knabe, der mit dem "Kicker" gesprochen hat. "Wo spielt dieser Anonymus? Wo? Ist er Rechtsverteidiger oder Innenverteidiger? Oder nach vorne? Wo spielt er? Ich kenne diesen anonymen Spieler nicht." Aber wie dem auch sei, Hoffenheims Winterzugang Andrej Kramaric brachte es vor der Partie morgen im Gespräch mit der "Bild-Zeitung auf den Punkt: "Wir sprechen hier von Bayern München, der herausragenden Mannschaft in Europa. Deshalb ist es auch völlig egal, ob die Bayern fit oder fett sind."

Wie läuft's bei Borussia Dortmund?

Überzeugender als jede andere Mannschaft ist der BVB in die Rückrunde gestartet, das 3:1 bei der Namenscousine in Mönchengladbach hat schlichtweg überzeugt. Wenn nun am Samstagnachmittag Aufsteiger FC Ingolstadt im Westfalenstadion gastiert, ist das schon von daher interessant, als dass die mit 50 Toren beste Offensive auf die mit 18 Gegentreffern zweitbeste Defensive der Liga trifft. Wobei: Vier dieser 18 Tore kassierten die Ingolstädter im Hinspiel gegen die Dortmunder Borussia. Deshalb schlägt Trainers Ralph Hasenhüttl vor: "Wir haben keine Angst und müssen mutiger spielen." Derweil ist Marco Reus, wie die "Bild"-Zeitung berichtet, im Privatjet nach München zur Praxis von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt geflogen, ehemaliger Mannschaftsarzt des FC Bayern mit ernsthaften Comebackabsichten. Es sei allerdings nicht um eine neue Verletzung gegangen, sondern darum, sich vom Osteopathen Hub Westhovens durchchecken zu lassen. Gegen Ingolstadt soll Reus, vergangene Woche einer der besten Dortmunder, auf jeden Fall wieder dabei sein.

Was machen des Verfolgers Verfolger?

Läuft bei ihm: Pal Dardai.
Läuft bei ihm: Pal Dardai.(Foto: AP)

Schauet die Hertha! Beim Rückrundenstart reichte es zwar nur zu einem torlosen Remis gegen den FC Augsburg, da aber die Konkurrenz aus Mönchengladbach, Gelsenkirchen und Wolfsburg verlor und Leverkusen auch nur unentschieden spielte, stehen die Berliner gesicherter als je zuvor auf Platz drei der Tabelle. Will heißen: Was auch immer an diesem Samstag in der Partie bei Werder Bremen passiert - sie können sich darauf freuen, in der Woche drauf am 20. Spieltag den BVB auf jeden Fall zum Topspiel Dritter gegen Zweiter im Olympiastadion zu begrüßen. Ansonsten gilt: Die Herthaner haben seit zehn Jahren nicht mehr im Weserstadion gewonnen. Sie sind also gewarnt, zumal die Bremer ja jüngst beim FC Schalke reüssierten. Oder wie es Berlins Trainer Pal Dardai in der "Morgenpost" formulierte: "Sie haben gerade gewonnen und werden jetzt richtig fighten."

Das können die Hannoveraner und ihr neuer Trainer Thomas Schaaf nach der Heimniederlage gegen Darmstadt und dem Absturz auf den allerletzten Platz in der Tabelle nicht von sich behaupten. Vor der Partie am Samstag in Leverkusen nun gibt Schaaf die Parole aus: "Wir dürfen dem Gegner keinen Raum lassen und müssen aufpassen, dass wir nicht überrannt werden." Klingt nach einer eher defensiven Ausrichtung - von der, klasse Überleitung, die Mönchengladbacher Borussia nichts wissen will. Heute (ab 20.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) geht es zum Treffen der Verlierer des Rückrundenstarts nach Mainz. Und obwohl sieben Profis verletzt fehlen, sagt Trainer André Schubert: "Wir werden uns auf keinen Fall hinten reinstellen, um die Null zu halten. Wir sind und bleiben offensiv ausgerichtet."

Brisanz oder Langeweile?

Beim FC Augsburg haben sie vor dem Spiel am Samstag gegen Eintracht Frankfurt gute Laune: Ein Punkt in Berlin ist ja auch was, zudem kommt am 18. Februar der FC Liverpool zum Hinspiel in der Zwischenrunde der Europaliga vorbei. Grund genug für die Augsburger, ein wenig zu scherzen. Nachdem die Brille von Liverpools Trainer Jürgen Klopp am vergangenen Samstag beim Jubel nach dem Tor zum 5:4 bei Norwich City zu Bruch gegangen war, twitterten sie ein Bild, auf dem in einem Notfallkasten eine Brille im typischen Klopp-Stil zu sehen ist, darauf die Aufschrift: "Break glass in case of emergency."

Der Hamburger SV seinerseits will nach der ehrenvollen Niederlage gegen den FC Bayern nun am frühen Samstagabend beim VfB Stuttgart punkten, der die zweite Hälfte der Saison mit einem Sieg in Köln eingeleitet hatte. Der HSV wird das ohne die erhoffte Verstärkung in der Offensive tun. "Kein stimmiges Gesamtpaket. Wir nehmen Abstand von einem Transfer von Carlos Mané", twitterte der HSV über die geplatzte Verpflichtung des Wunschspielers von Sporting Lissabon. Arg angespannt ist nach der Niederlage in Frankfurt die Stimmung am Mittellandkanal. Will heißen: Gegen den 1. FC Köln sollte der VfL Wolfsburg am Samstag schon gewinnen, will er nicht im Mittelfeld der Liga versinken. Die "Wolfsburger Allgemeine" hatte Dieter Hecking gefragt, ob er sich unter Druck gesetzt fühle. Die Antwort des Trainers: "Nicht mehr als vorher auch. Wenn du wieder die Champions League erreichen willst, dann darfst du dir eigentlich gar keine Ausrutscher erlauben, dann hast du in jedem Spiel diesen Druck."

Für welchen Trainer wird's eng?

Mit der Niederlage gegen die Altstars aus Bremen misslang den Gelsenkirchenern der Start in die Rückrunde - und schon steht André Breitenreiter vor der Partie am Samstag beim Aufsteiger in Darmstadt in der Kritik. Der Bezahlsender Sky hatte berichtet, es gebe Unstimmigkeiten zwischen dem Trainer, einigen Spielern und Klubangestellten sowie interne Kritik an Breitenreiters Arbeit. "Das geht schon in den Bereich der Rufschädigung", konterte der Trainer: "Zumal es unbewiesene Behauptungen sind. Ich habe eine klare Linie. Die werde ich zu hundert Prozent beibehalten. Ich muss auch mal harte Entscheidungen treffen, die sicher nicht immer angenehm sind." Manager Horst Heldt hatte die Berichte als "absoluten Schwachsinn" bezeichnet. Damit sei das Thema "jetzt endgültig erledigt". Dann schauen wir mal, wie sich die Schalker bei den Lilien so schlagen.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Wenn sich jemand dehnen will, soll er nach Dänemark fahren. Bei mir wird gelaufen, da kann keiner quatschen." Zum 50. Geburtstag von Energie Cottbus an dieser Stelle ein Zitat von Eduard Geyer, der die Lausitzer einst in der Bundesliga trainierte.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen