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Fassungslos: Pablo de Blasis, nachdem sein Ausgleichstor in der 88. Minute von Referee Robert Hartmann nicht anerkannt wurde.
Fassungslos: Pablo de Blasis, nachdem sein Ausgleichstor in der 88. Minute von Referee Robert Hartmann nicht anerkannt wurde.(Foto: dpa)
Sonntag, 11. Dezember 2016

Vorne Billardtor, hinten Torklau: Gladbach duselt sich gegen Mainz zum Sieg

Mit Pfiffen wird die kriselnde Borussia aus Mönchengladbach in die Halbzeitpause verabschiedet, zu dürftig ist die Leistung gegen Mainz. Am Ende beschert ein Pfiff Gladbach den ersten Sieg seit acht Spielen - weil er den regulären Mainzer Ausgleich aberkennt.

Aufatmen bei Borussia Mönchengladbach und Trainer André Schubert: Nach acht Spielen in der Fußball-Bundesliga ohne Sieg kam der fünfmalige deutsche Meister gegen den FSV Mainz 05 trotz schwacher Leistung und mit viel Dusel zu einem 1:0 (0:0)-Erfolg. Durch den Treffer von Andreas Christensen (76.) festigte der unter Druck geratene Schubert seine Position.

Glücksritter: Gladbachs angezählter Coach Andre Schubert und sein Team.
Glücksritter: Gladbachs angezählter Coach Andre Schubert und sein Team.(Foto: imago/Jan Huebner)

Mit 16 Punkten verbesserte sich die Borussia auf Rang zwölf. Dabei hatte Gladbach gewaltiges Glück, dass Schiedsrichter Robert Hartmann kurz vor Schluss ein reguläres Tor von Pablo de Blasis (88.) wegen eines vermeintlichen Foulspiels an Torhüter Yann Sommer die Anerkennung verweigerte. Zuvor hatte er den Mainzern bereits einen Handelfmeter verweigert.

Letztlich kassierte Mainz seine vierte Auswärtsniederlage in Folge und hat nur einen Zähler mehr auf dem Konto als die Gladbacher. Zudem sah Jean-Philippe Gbamin in der 90. Spielminute wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot.

Ultimatum bis Weihnachten

Sportdirektor Max Eberl hatte dem angezählten Schubert, der kurzfristig auf den erkrankten Weltmeister Christoph Kramer und US-Nationalspieler Fabian Johnson (Achillessehnenbeschwerden) verzichten musste, schon vor der Begegnung ein Ultimatum gestellt. "Ich sage es ganz klar: Bis Weihnachten müssen wir Ergebnisse liefern", hatte Eberl mit der "Bild am Sonntag" erklärt.

Die Gastgeber traten angesichts der Negativerlebnisse der vergangenen Wochen stark verunsichert auf. Schubert hatte sein System wieder einmal gewechselt und auch beim Personal rotiert. Der erhoffte Effekt blieb vor 48.037 Zuschauern aber aus. Die Borussia spielte ohne Schwung und Selbstvertrauen. Gegen die gut organisierten Mainzer fanden die Gladbacher kaum einmal ein Mittel. Bis zum ersten Torschuss durch Lars Stindl dauerte es 23 Minuten - es sollte der einzige der Hausherren im ersten Durchgang bleiben.

Die Gäste wurden von Minute zu Minute mutiger, ohne dabei jedoch zu glänzen. Pech hatten die Mainzer allerdings, als Schiedsrichter Robert Hartmann ein Handspiel von Tobias Strobl im eigenen Strafraum nicht als Elfmeter wertete (28.). Mainz hätte dennoch mit einer Führung in die Pause gehen können, Karim Onisiwo scheiterte aus guter Position aber an Torhüter Yann Sommer (35.).

Pfeifkonzert zur Halbzeitpause

Die Fans der Borussia verabschiedeten ihr Team angesichts der äußerst dürftigen Vorstellung mit Pfiffen in die Halbzeitpause. Schubert reagierte auf die Darbietung seiner Mannschaft und brachte in Thorgan Hazard für den schwachen André Hahn eine frische Offensivkraft. Belebend auf das Gladbacher Spiel wirkte sich dieser Wechsel aber nicht aus. Ohne Ideen, ohne Tempo, ohne den unbedingten Willen - die Leistung der Gastgeber blieb enttäuschend. Mahmoud Dahoud machte sich gute Ansätze durch einfache Fehlpässe immer wieder selbst kaputt, Raffael hatte einen gebrauchten Tag erwischt. Dem Brasilianer gelang nichts.

Schubert verfolgte die Bemühungen seiner Mannschaft stehend an der Seitenlinie. Immer wieder versuchte er seine Spieler aufzumuntern. Doch das Gladbacher Spiel blieb unpräzise und fehlerhaft. Aber auch Mainz hatte offensiv weiter wenig zu bieten. So erzielte Christensen im Anschluss an eine Ecke aus dem Gewühl heraus den äußerst glücklichen Siegtreffer.

Quelle: n-tv.de

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