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"Jeder kann die Tabelle lesen": Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre.
"Jeder kann die Tabelle lesen": Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre.(Foto: dpa)

Stuttgarts Endspiel in Kopenhagen: Gladbacher müssen punkten

Nach DFB-Pokal und Bundesliga nun wieder Europaliga: Für Mönchengladbach steht das 18. Pflichtspiel der Saison an. Mit einem Sieg in Marseille winkt dem Team die nächste Runde. Der noch sieglose VfB Stuttgart hingegen muss endlich gewinnen, um nicht schon in der Vorrunde kläglich zu scheitern. Beim FC Kopenhagen soll der erste Dreier her.

Ende oder Wende in der Europaliga: Für Borussia Mönchengladbach steht der Verbleib im internationalen Wettbewerb auf dem Spiel. "Wir dürfen auf keinen Fall verlieren und müssen alles geben", sagte Profi Roel Brouwers vor der Partie beim französischen Spitzenklub Olympique Marseille heute ab 19 Uhr im Live-Ticker bei n-tv.de. Nach dem Aus im DFB-Pokal und einer mittelmäßigen Platzierung in der Liga wollen die Gladbacher ihre Chance auf jeden Fall nutzen. "Noch ist alles möglich", sagte Abwehrchef Martin Stranzl.

Marseille - Mönchengladbach, 19 Uhr

Olympique Marseille: Mandanda- Abdallah, Fanni, Nkoulou, Mendes - Kabore, Barton - Amalfitano, Valbuena, JordanAyew - Andre Ayew. - Trainer: Baup
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dominguez, Wendt - Nordtveit,Marx - Rupp, Arango - Herrmann, de Camargo. - Trainer: Favre
Schiedsrichter: van Kruzliak (Slowakei)

Nach dem 2:0-Heimsieg gegen die mit vier Zählern punktgleichen Franzosen können die Gladbacher im Erfolgsfall für die nächste Runde planen. Mit einem Sieg im letzten Heimspiel gegen Limassol wäre die K.o.-Runde dann vor dem abschließenden Gruppenspiel beim Tabellenführer Fenerbahce Istanbul erreicht. Bei einem Remis müssten wohl noch zwei Siege her, bei einer Niederlage ist das Ausscheiden wahrscheinlich. Vor dem 18. Pflichtspiel seit Saisonbeginn muss Trainer Lucien Favre die Belastung im Team verteilen. Rechtsverteidiger Tony Jantschke ist nach seiner Gehirnerschütterung wieder ein Kandidat für die Startelf. Filip Daems trat wegen einer Bauchmuskelverletzung die Reise nach Marseille nicht an.

Der Kapitän ahnt aber, was auf sein Team zukommt. "Ich vermute, dass Marseille anfangs sehr viel Gas geben wird, weil sie ihr Heimspiel unbedingt gewinnen wollen. Ich hoffe, dass wir das nutzen können, um den ein oder anderen Konter zu setzen", sagte Daems, der im Hinspiel mit einem verwandelten Elfmeter den Sieg einleitete. Sein Vertreter dürfte erneut der Schwede Oscar Wendt sein. Favre weiß, was auf dem Spiel steht. "Jeder kann die Tabelle lesen. Wir müssen punkten." Olympique at sich in der Liga nach einem 2:0-Erfolg beim AC Ajaccio wieder auf den zweiten Tabellenplatz hinter Paris St. Germain vorgeschoben. Die Treffer erzielten die Brüder Andre und Jordan Ayew. Mit einem Sieg im Nachholspiel gegen Olympique Lyon kann Marseille sogar die Tabellenspitze in der Ligue 1 erklimmen.

Stuttgart steht "ein Stück mehr unter Druck"

Mitten in der Gruppenphase steht der VfB Stuttgart schon vor einem Endspiel. Die Schwaben dürfen beim FC Kopenhagen auf keinen Fall verlieren, um nicht vorzeitig alle Chancen auf ein Weiterkommen zu verspielen. Selbst ein Remis beim dänischen Rekordmeister heute (ab 19 Uhr im Live-Ticker bei n-tv.de) könnte für den Bundesligisten den eigentlich kaum für möglich gehaltenen K.o. in der keinesfalls übermächtigen Gruppe E zur Folge haben. "Klar, das ist ein Schlüsselspiel für uns", sagte Sportdirektor Fredi Bobic. "Wir sind etwas unter Zugzwang, wir brauchen einen Dreier."

Kopenhagen - Stuttgart, 19 Uhr

FC Kopenhagen: Christensen- Jacobsen, Stadsgaard, Sigurdsson, Bengtsson - Bolaños, Claudemir, Kristensen,Delaney - Santin, Cornelius. - Trainer: Jacobs
VfB Stuttgart: Ulreich - Sakai, Tasci, Niedermeier, Boka - Kvist - Gentner, Holzhauser- Harnik, Traoré - Ibisevic. - Trainer: Labbadia
Schiedsrichter: Euan Norris (Schottland)

Trainer Bruno Labbadia räumte vor dem Abschlusstraining im Parken Stadion angesichts der bislang enttäuschenden Ergebnisse ein: "Wir sind nicht optimal gestartet. Deshalb stehen wir ein Stück mehr unter Druck, aber Druck muss nichts Schlechtes sein." Mit kümmerlichen zwei Punkten liegen die noch sieglosen Stuttgarter vor der vierten Partie in der Gruppe E völlig überraschend auf dem letzten Platz. "Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und gewinnen", forderte Bobic energisch. Labbadia versicherte: "Wir haben weiterhin das klare Ziel, in der Europa League zu überwintern. Dafür brauchen wir unseren ersten Sieg in der Gruppe, den wollen wir in Kopenhagen einfahren."

William Kvist hofft bei "diesem Schlüsselspiel" darauf, dass die seit fünf Bundesliga-Begegnungen unbezwungenen Stuttgarter "den Schwung" gegen seinen alten Klub mitnehmen können. Für den Mittelfeldmann, der zuvor 19 Jahre lang in Kopenhagen spielte, steht vor der emotionalen Rückkehr fest: "Wir sollten eigentlich weiterkommen, weil wir die beste Mannschaft in dieser Gruppe sind." Bislang fehlt dafür der Beweis. Im Hinspiel fand der VfB kein Mittel, um die defensivstarken Dänen ernsthaft zu gefährden. "Es liegt an uns, diesen Riegel zu knacken", sagte Bobic. Der frühere Nationalstürmer forderte Kreativität und ein frühes Tor: "Es wäre wichtig, in Führung zu gehen, um sie aus der Reserve zu locken." Der ehemalige Torjäger Labbadia will mehr Effizienz: "Wir werden hier keine zehn Torchancen bekommen." Der zwei Punkte mehr aufweisende Gruppenzweite Kopenhagen sei sehr heimstark, sehr abwehrstark und sehr gut organisiert.

Quelle: n-tv.de

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