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Wieder doppelt zur Stelle: Mario Gomez.
Wieder doppelt zur Stelle: Mario Gomez.(Foto: imago/Seskim Photo)

Deutsche Legionäre im Formcheck: Gomez trifft für Löw, Huth schreibt Märchen

Von Stefan Giannakoulis

Sein Traum ist die EM mit der DFB-Elf - und Mario Gomez sammelt bei Besiktas fleißig Argumente für den Bundestrainer. Antonio Rüdiger "ist eine wahre Gefahr", Robert Huth alles andere als nervös. Und Sami Khedira ist zumindest im Kopf schnell.

Gastarbeiter des Wochenendes

Mario Gomez (Besiktas): Er lässt nicht locker. Wieder schießt er zwei Tore, Besiktas ist nach der 0:2-Niederlage im Istanbuler Derby gegen Tabellenführer Fenerbahce zurück in der Spur und schlägt den Tabellenletzten Eskisehirspor mit 3:1. Besiktas rückt damit bis auf zwei Punkte an den Spitzenreiter heran - und hat noch das Nachholspiel bei Trabzonspor am 15. März vor sich. Für Gomez waren es seine Treffer Nummer 17 und 18 in dieser Saison - sein fünfter Doppelpack in dieser Spielzeit. Damit führt er die Torjägerliste der Süper Lig weiter vor Antalyaspors Kapitän Samuel Eto'o an, der 14 Mal getroffen hat.

"Ich weiß, wenn ich bei 100 Prozent bin, dann habe ich gute Chancen dabei zu sein."
"Ich weiß, wenn ich bei 100 Prozent bin, dann habe ich gute Chancen dabei zu sein."(Foto: imago/Seskim Photo)

Die Gastgeber kontrollierten im Fatih-Terim-Stadion die Partie von Anfang an, der kanadische Nationalspieler Atiba Hutchinson (29.) und Gomez (36.) sorgten mit zwei Kopfballtreffern bereits zur Halbzeit für klare Verhältnisse. Nach einem missglückten Rückpass seines Gegenspielers Jordi Figueras erzielte Gomez auch das 3:0 (70.). Den Ehrentreffer für Eskisehir besorgte Anel Hadzic (89.) kurz vor Schluss. Und für Gomez lebt der Traum, das Bundestrainer Joachim Löw ihn im Sommer mit zur Europameisterschaft nach Frankreich nimmt. Im Interview mit der "Bild am Sonntag" hatte Gomez jüngst wieder einmal für sich geworben: "Ich weiß, wenn ich bei 100 Prozent bin, dann habe ich gute Chancen dabei zu sein - und genau in dieser Situation befinde ich mich jetzt."

Gefeiert

Antonio Rüdiger (AS Rom): Diesen Status hat er sich hart erarbeitet: In Rom beklagen sie tatsächlich, dass Antonio Rüdiger am heutigen Dienstag (ab 20.45 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) im Achtelfinalrückspiel bei Real Madrid im Estadio Santiago Bernabeu wegen einer Verletzung am Oberschenkel fehlt. Aber vielleicht ist der ehemalige Stuttgarter auch gar nicht so traurig, dass das Duell gegen Cristiano Ronaldo ausfällt - abgesehen davon, dass die Roma das Hinspiel mit 0:2 verloren hat. So bleibt es eine ganze Woche lang bei dem guten Eindruck, den der Innenverteidiger beim 4:1 des AS Rom im Spitzenspiel der italienischen Serie A gegen den AC Florenz hinterlassen hat. "Rüdiger ist für alle Gegner eine wahre Gefahr", kommentierte "Il Messaggero". Und die "Gazzetta dello Sport" lobte: "Rüdiger ist inzwischen ein Stammspieler im Kader, der physische Kraft mit einigen gewagten Aktionen verbindet. Seine Entwicklung ist konstant." Für die Römer, die nun auf dem dritten Tabellenplatz stehen, bedeutete dieser Sieg am 28. Spieltag einen großen Schritt in Richtung erneute Qualifikation für die Champions League. "AS Rom versenkt in 15 Minuten den gefährlichsten Gegner. Der siebte Sieg in Folge ist ein Meisterwerk von Trainer Luciano Spalletti", schrieb "Tuttosport".

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Robert Huth (Leicester City): Der Mann ist eine Bank, auch beim 1:0 beim Aufsteiger in Watford räumte er in der Innenverteidigung ab, was es abzuräumen gab. Und Leicester City schreibt als Tabellenführer der englischen Premier League weiter am Märchen, das mit dem Titelgewinn enden könnte. "Noch neun Stufen bis zum Himmel", brachte es die britische Zeitung "The Independent" auf den Punkt. Durch den Sieg beim FC Watford haben die Foxes ihren Vorsprung neun Spieltage vor dem Ende der Saison auf fünf Punkte ausgebaut. "Wir sind nicht nervös, die anderen sind nervös. Sie haben viel Geld für den Titel ausgegeben", behauptete Leicesters Trainer Claudio Ranieri. Die Konkurrenz der Tottenham Hotspur und des FC Arsenal nahm sich beim 2:2 im Nord-London-Derby gegenseitig die Punkte weg - gut für Huth und seine Kollegen. Das Motto gab der Trainer vor: "Unsere Fans träumen, wir arbeiten. Dies ist eine perfekte Kombination."

Gefragt

Kevin Trapp (Paris St. Germain): Der deutsche Torhüter in Diensten des Tabellenführers der französischen Ligue 1 hingegen ist in dieser Woche in der europäischen Königsklasse gefragt. Am Mittwoch geht es im Rückspiel beim FC Chelsea darum, das 2:1 aus dem Hinspiel so zu verteidigen, dass es am Ende zum Einzug ins Viertelfinale reicht. Die Generalprobe allerdings lief nicht ganz reibungslos, was ja als gutes Zeichen gilt. Gegen HSC Montpellier gab's in Prinzenpark nur ein torloses Remis. Trapp aber blieb fehlerlos und blieb zum 16. Mal in dieser Spielzeit ohne Gegentreffer. Und: Paris hat weiter 23 Punkte Vorsprung auf den AS Monaco, der 2:2 bei SM Caen spielte.

Philipp Wollscheid (Stoke City): Nicht ganz so im Rampenlicht steht der Mann, der darauf hofft, dass Joachim Löw ihn wieder zur deutschen Nationalmannschaft einlädt. Seit dem siebten Spieltag ist der in Stokes Innenverteidigung gesetzt - also auch beim durchaus ordentlichen 1:1 in London gegen den FC Chelsea, seines Zeichens immer noch amtierender englischer Meister. Stoke bleibt als Tabellenachter vor Chelsea - und Wollscheid hofft weiter.

Nebendarsteller

"Finden immer einen Weg zu versagen": Mesut Özil.
"Finden immer einen Weg zu versagen": Mesut Özil.(Foto: imago/Sportimage)

Mesut Özil (FC Arsenal): Wie er erwähnt ist der FC Arsenal dabei, auch in diesem Jahr die Chance auf den Titelgewinn zu verspielen. Ein 2:2 bei Tottenham an der White Hart Lane ist zwar nicht schlecht, zumal Kollege Alexis Sanchez eine knappe Viertelstunde vor dem Abpfiff mit seinem Tor zumindest noch einen Punkt gerettet hatte. Aber der Rückstand auf Leicester beträgt nun schon acht Zähler. "Sie finden immer einen Weg zu verlieren. Sie finden immer einen Weg zu versagen", schrieb die "Daily Mail". Die Gunners holten aus den jüngsten drei Partien nur einen Punkt. "Es ist wieder ein weiteres Jahr, in dem sie den Titel entgleiten ließen", konstatierte die "Daily Mail". Und Özil? Bleib blass - und muss heute schon wieder ran. Ab 20 Uhr steht im Achtelfinale des FA Cup nach dem 0:0 in der ersten Partie das Wiederholungsspiel bei Hull City an - und mithin die nächste und wohl letzte Chance auf einen Titel in dieser Saison auf dem Spiel.

Emre Can (FC Liverpool): Beim 2:1-Sieg der Mannschaft des deutschen Trainers Jürgen Klopp fiel der Nationalspieler insofern nicht weiter auf, als dass er zuerst im defensive Mittelfeld und dann - nachdem der Kollege James Milner Rot gesehen hatte - in der Dreierabwehrkette seine Defensivarbeit ordentlich und gewohnt fleißig erledigte.

Sami Khedira (Juventus Turin): Nach dem 3:1 bei Atalanta in Bergamo thront Juve weiter an der Tabellenspitze der Serie A. Khedira erledigte seine Aufgabe im defensiven Mittelfeld sehr ordentlich - und wurde in der 68. Minute ausgewechselt. Die "Gazzetta dello Sport" lobte ihn: "Khedira, der Weise, ist schneller mit den Ideen, als mit den Füßen. Der gute Sami zeigt echtes Können in seiner Rolle, er bricht Schemen und startet immer wieder aufs Neue." Der "Corriere dello Sport" urteilte: "Khedira ist ein sehr intelligenter Spieler, der immer den richtigen Zeitpunkt wählen kann. Er verpasst knapp einen Treffer. Schade, dass ihm dann das Benzin ausgeht und ihn der Trainer auswechseln muss." Nur "La Repubblica" sah das Ganze etwas kritischer: "Khedira zeigt Momente von Fußball auf höchstem Niveau, doch oft legt er Pausen ein und seine Autonomie ist noch beschränkt." Das soll sich dann am 16. März ändern, wenn die Turiner nach dem 2:2 im Hinspiel zum Achtelfinalrückspiel beim FC Bayern in München gastieren.

"Durststrecke in der Serie A hält an": Miroslav Klose.
"Durststrecke in der Serie A hält an": Miroslav Klose.(Foto: imago/HochZwei/Syndication)

Miroslav Klose (Lazio Rom): Zum zweiten Mal hintereinander stand der Altmeisters in Lazios Startelf - in dieser Saison ist das schon eine Meldung wert. Allerdings gab's beim FC Turin nur ein 1:1, die Römer haben nun nur eines der vergangenen sieben Ligaspiele gewonnen - und der deutsche Weltmeister wurde ein gute Viertelstunde vor dem Ende der Partie ausgewechselt. "Klose ist dynamisch, aber nicht entscheidend. Miros Durststrecke in der Serie A hält an", schrieb der "Corriere dello Sport". Und die "Gazetta" befand: "Kloses Energie genügt nicht. Vor dem Tor bekommt er keinen Ball."

Shkodran Mustafi (FC Valencia): Beim 1:3 seines FC Valencia gegen den Tabellenzweiten Atlético Madrid stand der nordhessische Weltmeister zwar von Beginn an in der Innenverteidigung, konnte die verdiente Niederlage aber auch nicht verhindern. Wie auch? Fußball ist immer noch ein Mannschaftssport.

Unglücklich

Lukas Podolski (Galatasaray): Nach überstandener Gelbsperre rückte der ewige Kölner sofort wieder in die Startelf, bekam beim turbulenten 3:3 gegen den Istanbuler Stadtrivalen Basaksehir von Interimstrainer Orhan Atik volle 90 Minuten Zeit, sich zu zeigen - und enttäuschte doch, so sehr er sich auch bemühte. In der Tabelle bleibt Galatasaray auch nach der Entlassung Mustafa Denizlis als amtierender Meister auf Platz fünf. Derweil spekulieren türkischen Medien darüber, ob den frühere Mönchengladbacher Trainer Lucien Favre bald bei Galatasaray übernimmt. Auch der Franzose Rudi Garcia, im Januar beim italienischen Erstligisten AS Rom gefeuert, und der ehemalige argentinische und chilenische Nationaltrainer Marcelo Bielsa sind im Gespräch.

Per Mertesacker (FC Arsenal): Hatte im Derby bei Tottenham nicht seinem besten Nachmittag erwischt. Der Abwehrchef des FC Arsenal war am zweiten Gegentor, mit dem der englische Nationalspieler Harry Kane die Spurs nach einer guten Stunde in Führung gebracht hatte, nicht ganz unschuldig, da er den entscheidenden Zweikampf nicht gewann. Auch sonst wirkte Mertesacker nicht so souverän, wie er sich üblicherweise präsentiert.

Pausenraum

Toni Kroos (Real Madrid): Ein Viererpack von Cristiano Ronaldo, Real kantert Celta Vigo am 28. Spieltag der Primera Division mit 7:1 aus dem Bernabeu - und Kroos schaut, wenn überhaupt, grippekrank zu. Fraglich ist auch, ob er heute beim Spiel in der Champions League gegen den AS Rom auflaufen kann.

Marc-André ter Stegen (FC Barcelona): Kommt Zeit, kommt Champions League. Am 16. März wird er wieder im Tor stehen, wenn es im Rückspiel des Achtelfinals nach dem 2:0 in London nun im Camp Nou gegen den FC Arsenal geht. Bei Barças 4:0 in Eibar hingegen saß er wie stets in der Liga auf der Bank.

Quelle: n-tv.de

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