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BVB schnappt Bayern Hotel weg: Guardiola warnt, Zinnbauer lässt pöbeln

Von Stefan Giannakoulis, Hamburg

Klar gewinnt der FC Bayern sein Pokalspiel beim Hamburger SV. Oder? Josep Guardiola scheint sich da nicht so sicher. Jedenfalls wittert er Gefahr, während sein Pendant Josef Zinnbauer zu ungewöhnlichen Methoden greift.

Die erste Niederlage hat der FC Bayern München bereits verkraften müssen, noch bevor die Vorzeigemannschaft der Fußballabteilung  heute (ab 20.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) in der zweiten Runde des DFB-Pokals beim Hamburger SV um den Einzug ins Achtelfinale spielt. Wie das "Hamburger Abendblatt" exklusiv zu berichten wusste, haben die Dortmunder Borussen den Bayern doch tatsächlich ein Schnippchen geschlagen.

Normalerweise residiert die Mannschaft von Trainer Josep Guardiola bei Gastspielen in der Hansestadt nämlich im Le Méridien an der Alster. Doch der BVB, der am Montagabend sein Pokalspiel beim Zweitligisten FC St. Pauli souverän mit 3:0 gewann und am Samstag dann zum Ligaspiel in München antritt, war offensichtlich schneller. Skandal. Aber es ist nicht so, dass diese Stadt zu klein für zwei Pokalspiele ist. Die Münchner wohnen jetzt im ebenfalls mit fünf Sternen dekorierten Side Hotel, das zwischen Gänsemarkt und der Staatsoper liegt und eigenen Angaben zufolge Luxus mit Design und Wellness mit Lifestyle verbindet.

Beim letzten Auftritt beim HSV gab es keine Tore - aber viel zu wirbeln für Josep Guardiola.
Beim letzten Auftritt beim HSV gab es keine Tore - aber viel zu wirbeln für Josep Guardiola.(Foto: imago/Bernd König)

Und sonst so? Treffen heute Abend im mit 57.000 Zuschauern ausverkauften Volkspark zu Stellingen zwar zwei Mannschaften aus Deutschlands höchster Spielklasse aufeinander. Aber was soll man noch sagen zu einer Partie, vor der alles für den einen spricht, nämlich den Tabellenführer aus München? Das ist die Mannschaft, die mit den deutschen Weltmeistern Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Manuel Neuer, Thomas Müller, Mario Götze und dem Niederländer Arjen Robben gleich sechs Spieler in ihren Reihen hat, die auf der Auswahlliste der Fifa zum Weltfußballer des Jahres stehen.

"Der Pokal ist immer gefährlich“

Der HSV hat in mittlerweile zehn Pokalspielen gegen den FC Bayern das zweite und bisher letzte Mal am 9. März 1988 gewonnen. Es war das Viertelfinale, Manfred Kastl und Heinz Gründel schossen die Tore, Lothar Matthäus gelang nur noch der Anschlusstreffer. Dietmar Beiersdorfer war vor 26 Jahren als Vorstopper dabei. "Es kann zu einer Überraschung kommen, wenn jeder Einzelne alle seine Möglichkeiten voll ausschöpft", hofft der Klubchef nun im Gespräch mit dem "Hamburger Abendblatt" auf eine Wiederholung. Klingt gewagt.

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So bietet der HSV zum Beispiel heute Abend als Rechtsverteidiger einen 21-Jährigen namens Ashton Götz auf. Dessen Verdienst besteht, wenn wir das richtig verstanden haben, darin, dass er sich bei der Hertha am Samstag wacker geschlagen hat. "Er hat zwar gegen Berlin kein Raketenspiel gemacht, aber ist beim 0:3 auch nicht untergegangen." Sagt sein Trainer Josef Zinnbauer, der Joe genannt wird und am Montag einen bis 2016 laufenden Vertrag als Chef des Profiteams unterschrieb, nachdem er bis zum Rauswurf Mirko Slomkas mit der U23 des Klubs in der Regionalliga reüssiert hatte.

Zum Einstand vor fünfeinhalb Wochen gab's am vierten Spieltag ein 0:0 - gegen den FC Bayern. Da knüpft Beiersdorfer gerne an. Sei das doch ein Beleg dafür, "was mit Geschlossenheit und einer kompakten Mannschaftsleistung möglich ist". Auch wenn die Hamburger nach nun neun Runden Drittletzter der Tabelle sind und mit Zinnbauer sechs Punkte aus sechs Spielen geholt - irgendwie wollen sie glauben, dass alles viel besser läuft. Nun denn.

Zinnbauer jedenfalls hat seine Spieler mit einem grandiosen Psychotrick auf die Partie vorbereitet. Beim Spiel auf kleine Tore durfte ein Team im Training pöbeln, was das Zeug hält; das andere "durfte nur positiv reden". Fazit: "Es hat funktioniert und auch ein Stimmungsplus erzeugt." Er sagt allerdings auch: "Wir brauchen nicht darüber reden, dass wir uns riesengroße Chancen gegen Bayern ausrechnen. Aber wir werden dieses Spiel auch sicher nicht herschenken." Hier spricht der Sportsmann. Und auf der anderen Seite auch.

Münchens Guardiola warnt nämlich vor dem HSV - eingedenk des erwähnten Nullnull im Ligaspiel. "Da haben wir gemerkt, wie schwer es in Hamburg ist." Und überhaupt: "Es ist wie ein Finale. Der Pokal in Deutschland ist immer gefährlich für die großen Mannschaften." Damit hat er nicht den HSV gemeint, den er aber für absolut erstligatauglich hält: "Hamburg ist kein Abstiegskandidat, das ist unmöglich. Sie haben Herz, sie laufen, nach vorne und nach hinten. Wenn eine Mannschaft mit diesem Charakter und dieser Aggressivität spielt wie der HSV, dann bleibst du normalerweise in der Bundesliga." Aber heute spielen sie ja im DFB-Pokal. Und da wird sich der FC Bayern München keine zweite Niederlage erlauben.

Quelle: n-tv.de

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