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Nase vorne: Anschis Samuel Eto'o läuft Hannovers Sergio Da Silva Pinto, links, und Johan Djourou davon.
Nase vorne: Anschis Samuel Eto'o läuft Hannovers Sergio Da Silva Pinto, links, und Johan Djourou davon.(Foto: picture alliance / dpa)

Reise durch Europa ist beendet: Hannover rennt vergeblich an

Aus der Traum vom Achtelfinale: Hannover 96 verpasst ein weiteres Fußball-Märchen und scheitert in der Zwischenrunde der Europaliga trotz einer starken Vorstellung an Anschi Machatschkala. Das Team von Trainer Mirko Slomka kommt nicht über ein Remis hinaus.

Die zweite Europa-Reise von Hannover 96 ist trotz eines leidenschaftlichen Sturmlaufs im Schneetreiben schon nach der ersten K.o.-Runde beendet. Superstar Samuel Eto'o hat mit Anschi Machatschkala den Niedersachsen einen attraktiven Trip zu Newcastle United verdorben. Gegen den Milliardärsklub aus dem Nordkaukasus kam der Bundesligist vor 27.500 Zuschauern in der heimischen Arena nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus und schied nach dem 1:3 im Hinspiel aus der Fußball-Europaliga aus. Sergio da Silva Pinto (70. Minute) erzielte den letztlich wertlosen Führungstreffer. Lacina Traoré gelang in der langen Nachspielzeit (90.+8) noch der Ausgleich.

Hannover - Anschi 1:1

Tore: 1:0 da Silva Pinto (70.), 1:1 Traore (90.+8)
Hannover 96: Hannover: Zieler - Sakai (83. Sobiech), Djourou, Christian Schulz, Pocognoli (71. Rausch) - Schmiedebach (61. Schlaudraff), da Silva Pinto - Ya Konan, Huszti - Abdellaoue, Diouf. - Trainer: Slomka
Anschi Machatschkala: Gabulow - Logaschow, Joao Carlos, Ewerton, Eshenko - Jucilei, Diarra - Boussoufa (79. Carcela), Ahmedow (90.+10 Schatow), Willian (68. Traore) - Eto'o. - Trainer: Hiddink
Schiedsrichter: Jonas Eriksson (Schweden)
Zuschauer: 27.500

Während die Russen im Achtelfinale im März gegen die Magpies aus dem Norden Englands spielen, muss sich Hannover im Endspurt der Bundesliga nach zwei Jahren im Europacup für neue internationale Aufgaben qualifizieren. Die nächste Prüfung dafür steht für den Bundesliga-Achten schon am Samstag nur 40 Stunden nach dem Ausscheiden gegen Machatschkala im Nord-Derby gegen den direkten Konkurrenten Hamburger SV an.

Ein frühes Tor hatten 96-Trainer Mirko Slomka gegen Anschi gefordert. Und seine Spieler wollten die Vorgabe unbedingt umsetzen - das merkte man. Schnell wurden die Russen unter Druck gesetzt. Mohammed Abellaoue (15.) bot sich die beste Gelegenheit der Anfangsphase, doch der Norweger verpasste eine feine Hereingabe von Szabolcs Huszti. Fünf Minuten später ging ein Schuss von Abellaoue aus 25 Metern knapp vorbei. Auch bei einem Kopfball von Mame Diouf (23.) fehlte nicht viel zu Hannovers Führung.

Dann ist Pinto da

Und Machatschkala? Der 2,03 Meter lange Hüne Traoré saß zunächst nur auf der Bank. Eto'o war die einzige Spitze von Trainer Guus Hiddink und schien wie seine Kollegen überrascht über so viel Niedersachsen-Power. Einmal konnte sich der leichtfüßige Eto'o (19.) in der Anfangsphase aber dann doch durchsetzen, sein Schuss aus spitzem Winkel ging neben das Tor. Hannover drückte weiter auf den ersten Treffer. Der keinesfalls sicher wirkende Anschi-Torwart Wladimir Gabulov (34.) boxte den Ball nach einer Freistoß-Flanke des sehr agilen Hustzi gerade noch weg. Ein Kopfball von Didier Ya Konan (40.) strich vorbei - Hannover fehlte in diesen Momenten auch ein wenig das Glück.

Auch nach der Pause war Hannover das aktivere Team. Der ganz große Druck fehlte nun aber - zu bedrohlich war das Szenario eines Gegentors, das vier eigene Treffer erfordert hätte. Zudem standen die Russen solide. Eigene Offensivaktionen musste Anschi kaum setzen. Als Eto'o erstmals in der zweiten Halbzeit gefährlich im 96-Strafraum auftauchte, rettete Schlussmann Ron-Robert Zieler (61.). Der Nachschuss des enttäuschenden 35-Millionen-Euro-Transfers Willian ging deutlich vorbei.

Slomka brachte Jan Schlaudraff für noch mehr Offensivdrang. Im nun heftigen Schneetreiben fehlten zunächst die klaren Aktionen. Doch dann war Pinto da. Nach Hustizs Flanke ging sein Drop-Kick ins Netz. Rote Bälle wurden wegen des Schnees notwendig. Doch das rote Spielgerät brachte den Roten kein Glück. Als Diouf (87.) im Strafraum fiel, forderte 96 Strafstoß, bekam diesen aber nicht. Auch die rekordverdächtige Nachspielzeit von acht Minuten verstrich ohne das ersehnte zweite Tor. Im Gegenteil Traoré traf zum Ausgleich.

Quelle: n-tv.de

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