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Tristesse in Rom: Mönchengladbachs Tony Jantschke mag es nicht mitansehen.
Tristesse in Rom: Mönchengladbachs Tony Jantschke mag es nicht mitansehen.(Foto: picture alliance / dpa)

Keine Chance beim Heimspiel in Rom: Harmlose Gladbacher enttäuschen

Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach scheidet in der Zwischenrunde der Europaliga aus. Und das keineswegs glanzvoll. Denn die Niederlage bei Lazio Rom ist deutlich. Vor allem, weil die Gäste sich verhalten wie das Kaninchen vor der Schlange.

Kapitale Abwehrfehler haben Borussia Mönchengladbachs Traum vom ersten Europacup-Achtelfinale seit 18 Jahren platzen lassen. Eine Woche nach dem 3:3-Spektakel im Borussia-Park verlor der Bundesliga-Zehnte das Rückspiel bei Lazio Rom mit 0:2 (0:2) und brachte sich damit um ein mögliches deutsches Europa League-Duell gegen den VfB Stuttgart. Vor 25.000 Zuschauern im Olympiastadion der italienischen Hauptstadt nutzten Antonio Candreva (10.) und Alvaro Gonzalez (33.) zwei der Gladbacher Gastgeschenke zu den siegbringenden Toren für Lazio.

Lazio - Mönchengladbach 2:0 (2:0)

Tore: 1:0 Candreva (10.), 2:0 Gonzalez (33.)
Lazio Rom: Marchetti - Konko, Biava, Cana, Radu - Ledesma - Candreva (82. Pereirinha), Gonzalez (69. Onazi), Hernanes, Lulic - Floccari (79. Kozak). - Trainer: Petkovic
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dominguez, Wendt - Marx (79. Xhaka), Nordtveit - Herrmann, Cigerci (70. Hanke), Arango (52. Younes) - de Jong. - Trainer: Favre
Schiedsrichter: Hüseyin Göcek
Zuschauer: 25.000

Angetrieben von fast 10.000 mitgereisten Fans, die schon lange v or dem Spiel im Herzen der "Ewigen Stadt" für Stimmung gesorgt hatten, wollten die Borussen mit Leidenschaft doch noch das Weiterkommen schaffen. Doch dann präsentierte sich die Elf von Lucien Favre im Spiel nach vorne ohne Mumm und hinten mit katastrophalen Schwächen, die das Team frühzeitig ins Hintertreffen brachten. Die Mannschaft wirke "wie der Igel vor der Schlange", monierte der wütende Borussia-Sportdirektor Max Eberl zur Pause im TV-Sender Sky.

Das Konzept, aus einer gesicherten Defensive auf ihre Chance zu lauern, wurde bereits in der Anfangsphase durchkreuzt. Mit einem dilettantischen Ballverlust im Mittelfeld leitete Alvaro Dominguez zum Entsetzen der eigenen Anhänger das Führungstor für Lazio ein. Candreva nahm das Geschenk des spanischen Abwehrspielers dankbar an und brachte den Tabellen-Vierten der Serie A in Führung. "Das war wie ein Schlag in die Schnauze", schimpfte Eberl. Einzig Martin Stranzl behielt in der wankenden Defensive die Übersicht.

Meister in Sachen Effizienz

Der unnötige Gegentreffer sorgte für zusätzliche Verunsicherung in Reihen der Borussen, die sich in die Defensive gedrängt sahen. In der 15. Minute lenkte ter Stegen einen Distanzschuss von Senad Lulic zur Ecke. Erst Mitte der ersten Halbzeit setzte Favres Mannschaft auch selbst Akzente nach vorne. Torgefahr strahlte der Zehnte der Bundesliga dabei aber kaum aus. Nach 21 Minuten rutschte Patrick Herrmann der Ball beim Schuss ab und flog weit am Gehäuse vorbei.

Dagegen erwiesen sich die weiter ohne den verletzten deutschen Nationalstürmer Miroslav Klose spielenden Romer als Meister in Sachen Effizienz und nutzten ihre zweite Chance des Spiels auch prompt zum zweiten Tor. Als Nationaltorhüter ter Stegen einen Aufsetzer von Stefan Radu aus gut 20 Metern nach vorne abprallen ließ, reagierte Gonzalez schneller als drei Gladbacher und staubte zum 2:0 ab. Ein weiteres Gegentor verhinderte kurz vor dem Halbzeitpfiff Außenverteidiger Oscar Wendt, nachdem ter Stegen zuvor wieder einen Ball nicht festhalten konnte.

Drei Tage vor dem Borussen-Duell in der Bundesliga gegen Dortmund diktierten die Grün-Weißen nach dem Seitenwechsel gegen nachlassende Römer zwar weitgehend das Geschehen, doch Zählbares sprang nicht heraus. Auch die Hereinnahme des 19-jährigen Amin Younes verpuffte. Erst nach 66 Minuten wurde Lazio-Torhüter Federico Marchetti beim Schuss von Stranzl erstmals zu einer Parade gezwungen. Am Ende stand für die Borussia die erste Europacup-Niederlage gegen ein italienisches Team seit 39 Jahren.

Quelle: n-tv.de

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