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Und wie geht's jetzt weiter? Heinz Müller.
Und wie geht's jetzt weiter? Heinz Müller.(Foto: imago/Jan Huebner)

Kein neuer "Bosman-Fall" im Fußball: Klubs dürften Spielerverträge befristen

Fußballprofis müssen weiterhin akzeptieren, dass ihnen Vereine befristete Arbeitsverträge anbieten. Das Landesarbeitsgericht in Mainz kippt damit das erste Urteil im Fall Heinz Müller. Weitreichende Folgen für den Profifußball bleiben damit aus - zumindest vorerst.

Befristete Arbeitsverträge im deutschen Profifußball sind vorerst weiter zulässig - ein neues Bosman-Urteil aber noch nicht endgültig vom Tisch. Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz in Mainz hat im Fall Heinz Müller gegen den Bundesligisten FSV Mainz 05 die erstinstanzliche Entscheidung des Arbeitsgerichts vom März 2015 gekippt. Spannend ist nun, wie es weitergeht. Der Vorsitzende Richter Michael Bernardi hatte bereits vor der Urteilsverkündung gesagt, dass die vierte Kammer eine Revision zulassen werde. Das bedeutet, dass der Fall an das Bundesarbeitsgericht in Erfurt oder sogar gleich an den Europäischen Gerichtshof weitergegeben werden könnte - falls Müller in Berufung geht.

"Wir freuen uns über dieses klare Votum", teilte die Deutsche Fußball Liga mit. Das Gericht habe "in überzeugender Weise begründet, warum die Eigenart der Arbeitsleistung bei Profifußballern unter Berücksichtigung der branchenspezifischen Besonderheiten des professionellen Mannschaftssports ein sachlicher Grund für die Befristung von Arbeitsverträgen nach Paragraf 14 des Gesetzes über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge darstellt".

Eine gütliche Einigung im eigentlichen Rechtsstreit zwischen Müller und dem FSV ist indes auch nach diesem Urteil möglich. Beide Parteien hatten angekündigt, dass es zu Gesprächen kommen könnte. Ex-Keeper Müller hatte gegen den Klub geklagt, da er trotz der Verlängerung seines Vertrages im Jahr 2012 um weitere zwei Jahre zur zweiten Mannschaft abgeschoben worden war. Der 37-Jährige sah sich dadurch der Chance beraubt, dass sich sein Kontrakt durch eine bestimmte Anzahl an Profi-Einsätzen (23) automatisch um ein Jahr verlängert. Die von Müller verlangte Abfindung in Höhe von 429.000 Euro war ihm vom Arbeitsgericht Mainz im März 2015 nicht zugesprochen worden.

Quelle: n-tv.de

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