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"Einfach nicht begriffen, was gefragt ist": Hoeneß kontert Van-Gaal-Angriff

Erst schweigt Bayern-Präsident Uli Hoeneß zur harschen Kritik von Ex-Trainer Louis van Gaal, nun redet er doch - und lässt den Niederländer als Coach dastehen, der sich im Gegensatz zum Fußball nicht weiterentwickelt hat. Den Vorwurf, den Verein als Alleinherrscher zu führen, weist Hoeneß zurück. Die "Mutter Teresa des FC Bayern" sei er aber auch nicht.

Wohlüberlegt hat Uli Hoeneß auf die Kritik von Louis van Gaal reagiert.
Wohlüberlegt hat Uli Hoeneß auf die Kritik von Louis van Gaal reagiert.(Foto: dpa)

Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß hat nun doch auf die persönliche Kritik von Ex-Trainer Louis van Gaal reagiert, ist dabei aber recht sachlich geblieben. "Wenn ich die Auslassungen von Louis van Gaal sehe, dann muss ich sagen, dass er einfach nicht begriffen hat, was in diesem Beruf gefragt ist", sagte Hoeneß in einer Gesprächsrunde im Hamburger Stadion: "Dazu gehört auch, wenn man Probleme sieht, den Finger in die Wunde zu legen. Und wenn man merkt, dass man damit nicht weiterkommt, muss man auch konsequent sein. Das ist eine schwierige Entscheidung. Aber der andere muss begreifen, dass man damit nicht den Menschen meint",

Er sei "nicht die Mutter Teresa des FC Bayern. Im sozialen Bereich bin ich das sicherlich, aber in der Sache muss ich harte Entscheidungen treffen. Wenn ich merke, es geht nicht mehr und dem anderen fünf Chancen gegeben habe, das zu ändern und es wird nichts, dann muss ich auch Entscheidungen gegen das Interesse des Einzelnen treffen, um das Ganze zu erhalten", führte Hoeneß weiter aus. Van Gaal, inzwischen Nationaltrainer der Niederlande, hatte den 60-Jährigen als Alleinherrscher dargestellt.

Harter Kurs gegen Gewalttäter

Hoeneß sprach sich zudem für einen harten Kurs gegen Gewalttäter im Fußball aus. Das Pflänzchen Fußball dürfe nicht von Chaoten kaputt gemacht werden. "Die Vereine müssen, um die breite Gesellschaft zu schützen, die gerne Fußball guckt, gegen die hart vorgehen, die gar nicht vorhaben, den Fußball in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen zu stellen, sondern nur den Terror. Ich für Kommunikation, aber auch für Härte, wenn es gar nicht mehr weitergeht", betonte der langjährige Manager des deutschen Fußball-Rekordmeisters.

Sticheleien gab es von Hoeneß einmal mehr gegen Fifa-Präsident Joseph S. Blatter. Der Schweizer habe "nur einen natürlichen Feind und das ist der FC Bayern. Das ist unverständlich, aber das ist auch ein bisschen heuchlerisch, dass wir da so alleine gelassen werden. Aber wir werden nicht nachgeben", sagte der Bayern-Präsident und ergänzte etwas pietätlos: "Aber wie sie wissen, ist er ja 76 und das wird sich schon irgendwie erledigen."

Martinez kommt noch groß raus

Rekordeinkauf Javi Martinez, von dem Coach Jupp Heynckes eine Leistungssteigerung gefordert hatte, sieht Hoeneß indes beim FC Bayern vor dem Durchbruch. "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er das bringt, was wir uns von ihm erwarten", sagte er im Gespräch mit Sport1: "Javi ist ein toller Spieler, und wir sind alle überzeugt, dass wir mit ihm noch viel Freude haben."

Zudem nahm sich Hoeneß auch dem Thema Verteidiger an. Die These, dass den Bayern, aber auch der Nationalmannschaft auf dieser Position Spieler mit Weltklasseformat fehlen würden, entgegnete er im Interview mit der "Rheinischen Post": "Das ist doch Käse. Die einzelnen Positionen spielen im Fußball überhaupt keine Rolle. Wenn ich eine gute Mannschaft habe, kann man jede Position ersetzen. Wenn das Kollektiv mitspielt, versteht sich."

Fehlende individuelle Klasse lässt Hoeneß auch nicht als Ausrede für das Aus im Halbfinale der Europameisterschaft gelten: "Wir haben verloren, weil keiner dagegengehalten hat. Dieses Hacke-Spitze-eins-zwei-drei war der Grund. Die Italiener haben das gewusst, die haben unseren Spielern auf die Knochen gehauen."

Quelle: n-tv.de

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