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Mit dem VfB gegen Ex-Klub BVB: Kevin Großkreutz kennt keine Freunde

Erstmals seit seinem Abschied im Sommer spielt der Ur-Dortmunder Kevin Großkreutz gegen seinen Herzensclub BVB. Im Viertelfinale des DFB-Pokals will der Freizeit-Weltmeister nun "alles reinhauen", damit sein neuer Verein VfB Stuttgart seine Serie ausbaut.

So wie Kevin Großkreutz fiebert beim VfB Stuttgart sicher kein anderer dem Pokalspiel gegen Borussia Dortmund entgegen. "Ich brenne und freue mich", sagt der Winterzugang des schwäbischen Fußball-Bundesligisten vor dem Viertelfinale gegen seinen Ex-Klub. "Für mich ist das ein ganz besonderes Spiel, das ist kein Geheimnis." Dortmund und der BVB waren und bleiben Großkreutz' große Liebe. "Ich habe 27 Jahre dort gelebt. Das ist immer mein Zuhause." Aber in Stuttgart fühle er sich auch schon "sehr wohl", schob er sofort nach.

Stuttgart - Dortmund, 20. 30 Uhr

VfB Stuttgart: Langerak - Großkreutz, Sunjic, Niedermeier, Insua - Serey Dié - Rupp, Didavi, Gentner, Kostic - Kravets. - Trainer: Kramny
Borussia Dortmund: Bürki - Piszczek, Sokratis, Hummels, Schmelzer - Weigl - Gündogan, Castro - Mchitarjan, Aubameyang, Reus. – Trainer: Tuchel
Schiedsrichter: Tobias Stieler (Hamburg)

Ab 20.30 Uhr (im Liveticker bei n-tv.de) spielt der Ur-Dortmunder nun erstmals auf großer Bühne gegen seinen Herzens-Verein. Zweimal holte der vielseitig einsetzbare Weltmeister mit den Schwarz-Gelben den deutschen Meistertitel, 2012 beim Double auch den DFB-Pokal. "Für Kevin, uns und die Fans wird es ein ganz eigenes Gefühl. Das hat es noch nie gegeben, dass einer von der Südtribüne gegen den BVB spielt", betonte auch Dortmunds Kapitän Mats Hummels. Mit Torwart Mitchell Langerak wohl auch der zweite Ex-Borusse im VfB-Kader auf dem Platz. "Die Entscheidung ist noch nicht zu 100 Prozent getroffen. Aber vielleicht werden wir auf der Torwartposition wechseln", sagte Trainer Jürgen Kramny und sprach von "zwei, drei Änderungen in der Startformation".

"Superschwerer Gegner, superschweres Los"

Großkreutz ist davon sicher nicht betroffen. Die emotionale Vergangenheit beim BVB will er an diesem Pokalabend komplett ausblenden. "Jetzt spiele ich für den VfB. Da werde ich alles geben, da werde ich alles raushauen", verspricht er. "Auf dem Platz kenne ich keine Freunde." Das gilt auch für seine alten BVB-Kumpels, mit denen immer noch intensiver und inniger Kontakt besteht. "Da wird noch geschrieben", berichtete der 27-Jährige über regen SMS-Austausch vor dem Anpfiff dieser ganz besonderen Begegnung. Der BVB ist für Großkreutz "natürlich Favorit". Dortmund sei "ein Weltklasseteam. Nicht umsonst sind sie Zweiter", sagte er, räumte seinem neuen Klub aber durchaus Chancen ein.

Auch Thomas Tuchel rechnet mit einem Kampf im mit erwarteten 50.000 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Stuttgarter Stadion. "Das ist national mit das schwerste Team, gegen das man im Moment spielen kann", sagte Dortmunds Trainer in Bezug auf die VfB-Serie von sieben Spielen ohne Niederlage und vier Siegen am Stück. "Ein superschwerer Gegner, ein superschweres Los." VfB-Kapitän Christian Gentner, für Tuchel der "Schlüsselspieler" bei den Schwaben, glaubt jedenfalls an einen Sieg: "Das ist ein ganz anderes Kaliber als die letzten Wochen, aber der Pokal ist immer was Spezielles. Eine Überraschung für uns ist absolut möglich."

Zu Kramnys Einstand gab es im November ein 1:4 in Dortmund, seither ist Stuttgart ungeschlagen. "Wir haben damals schon gesehen, dass wir, wenn wir ein paar Dinge verändern, Punkte holen können. Ich denke schon, dass wir im Pokal in der Lage sind, Borussia Dortmund zu schlagen." Hummels warnze: "Stuttgart ist jetzt deutlich stärker". Zum Schwaben-Hoch hat auch Großkreutz beigetragen, der in allen Partien der Rückrunde als Rechtsverteidiger durchspielte. "Wir haben jetzt eine gewisse Mentalität, für diese Mentalität steht Kevin", lobte VfB-Sportvorstand Robin Dutt. Dass er mit einer Portion zu viel Motivation seinem neuen Klub eher schadet, ist Großkreutz bewusst. Kramny macht sich deswegen keine Sorgen: "Wir brauchen niemanden ausbremsen. Jeder kann das auf den Platz bringen, was er spürt und fühlt."

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Quelle: n-tv.de

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