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Einspruch, euer Ehren: BVB-Coach Jürgen Klopp interveniert beim Schiedsrichter.
Einspruch, euer Ehren: BVB-Coach Jürgen Klopp interveniert beim Schiedsrichter.(Foto: picture alliance / dpa)

Grund für Randale im Amateurfußball?: Klopp "geschockt" von Kritik

Emotionen im Fußball ja, regelmäßiges Ausrasten nein: Ex-Fifa-Schiedsrichter Lutz-Michael Fröhlich sieht die Respektlosigkeiten gegenüber Referees, die Dortmunds Meistertrainer Jürgen Klopp an der Seitenlinie bisweilen zeigt, kritisch. Er fürchtet sogar Gewaltexzesse im Amateurbereich. Der BVB schüttelt darüber nur den Kopf.

Jürgen Klopp hat "geschockt" auf die Kritik von DFB-Schiedsrichter-Funktionär Lutz-Michael Fröhlich reagiert und die Anschuldigungen zurückgewiesen. "Es ist sehr unangenehm, wenn der eigene Name mit sowas in Verbindung gebracht wird. Ich war einigermaßen geschockt darüber", sagte der Trainer von Borussia Dortmund vor dem Bundesliga-Spiel bei seinem Ex-Verein FSV Mainz 05 dem Bezahlsender LIGA total!.

Fröhlich hatte Klopps aufbrausende Art an der Seitenlinie in Verbindung mit Ausschreitungen im Amateurfußball gebracht: "Auch wenn der Trainer Klopp sich hinterher immer hinstellt und sagt: Tut mir leid (...). Am Ende ist es so: es bleibt immer irgendetwas hängen", betonte der Abteilungsleiter Schiedsrichter beim Deutschen Fußball-Bund im Gespräch mit dem Deutschlandradio. "Das Verhalten, was da an den Tag gelegt wird zum Teil, hat so ein aggressives Potenzial, das daraus gewaltsame Exzesse an der Basis durchaus erwachsen können."

Klopp war zuletzt Anfang Oktober wegen unsportlichen Verhaltens im Spiel bei Eintracht Frankfurt zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt worden. "Es gibt viele Probleme im Amateurfußball - ich kann ganz bestimmt nicht das größte sein!", meinte er.

BVB-Führung ist empört

Zuvor hatte schon BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. "Starker Tobak und in meinen Augen völlig daneben, weil hier Äpfel mit Birnen verglichen werden", sagte Watzke der "Bild"-Zeitung. Dortmund führe seit Jahren in der Fairness-Tabelle, "dafür ist in erster Linie unser Trainer verantwortlich." Klopp sei engagiert und impulsiv, aber "nicht aggressiv".

BVB-Sportdirektor Michael Zorc sagte WDR2: "Ich finde zum einen den Zeitpunkt komplett daneben, in der Sache ist es fast ungeheuerlich, dass da Birnen mit Äpfeln verglichen werden." Er habe auch noch ein angebliches Zitat von Schiedsrichter Felix Zwayer gelesen, "wenn er das so gesagt haben sollte, wäre das ungeheuerlich. Da muss man sich überlegen, ob der Mann uns überhaupt noch pfeifen kann, ob der überhaupt noch unvoreingenommen in so ein Spiel gehen kann".

Natürlich wisse man, "dass Jürgen sehr emotional ist und sicher auch das ein oder andere mal übers Ziel hinausschießt". Aber das mit Gewaltorgien zu vergleichen, "das ist unterste aller Schubladen, das ist Polemik, und das können wir nur aufs Schärfste zurückweisen".

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Quelle: n-tv.de

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