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Der Torschütze und sein Vorbereiter: Gareth Bale feiert mit Toni Kroos.
Der Torschütze und sein Vorbereiter: Gareth Bale feiert mit Toni Kroos.(Foto: REUTERS)

Deutsche Legionäre im Formcheck: Kroos als Kompass, Podolski verletzt im Tor

Von Stefan Giannakoulis und Christoph Wolf

Kaum trainiert Zinedine Zidane Real Madrid. läuft es auch bei Toni Kroos wieder. Antonio Rüdiger feiert mit der Roma eine Premiere, Samit Khedira gibt bei Juve den Ton an - und Lukas Podolski steht in der Kritik.

Gastarbeiter des Wochenendes

Toni Kroos (Real Madrid): Karim Benzema und Gareth Bale sorgten für die Tore, der Taktgeber bei Reals 5:0 gegen Deportivo La Coruna in der spanischen Primera Division war die lebende Passmaschine aus Greifswald, defensiv ohne Fehler, offensiv enorm aktiv. An zwei der fünf Treffer war er direkt beteiligt. 83 Pässen spielte der Regisseur, mehr als jeder andere auf dem Platz. Und: 96 Prozent seiner Zuspiele kam auch bei einem Kollegen an. Nach der ersten Partie unter dem neuen Trainer Zinedine Zidane, der Rafael Benitez abgelöst hatte, sprach Kroos von einem "guten ersten Schritt".

Und noch ein Pässchen: Toni Kroos.
Und noch ein Pässchen: Toni Kroos.(Foto: imago/Cordon Press/Miguelez Sports)

Und er freute sich über die "großartige Unterstützung der Fans" im Bernabeu. Die Kritiker klangen da schon etwas euphorischer. Kroos fühle sich auf der Position im zentralen Mittelfeld wohl, auf der er schon unter Benitez' Vorgänger Carlo Ancelotti geglänzt habe. "Er ist wieder der Kompass der Mannschaft", schrieb die "AS". Die "Marca" bezeichnete Kroos als den "zuverlässigen Fußballer, der er schon immer war. Eine Lebensversicherung, die unerwartet in der Offensive erschien, wenn sich vorteilhafte Spielsituationen ergaben. Seine Ecken sind Geschenke". Das sieht wohl auch Zidane so. Bereits im November hatte er im Gespräch mit der "Sportbild" von Kroos geschwärmt: "Seit er bei Real ist, hat sich das Spiel verändert. Wir wussten, dass er den deutschen Fußball gewohnt ist und der spanische ein ganz anderer ist, bei dem es auch auf die Schönheit ankommt - gerade bei Real."

Gefeiert

Antonio Rüdiger (AS Rom): Während Trainer Rudi Garcia bei der Roma vor dem Aus steht und von Luciano Spalletti abgelöst werden soll, wie italienische Medien berichten, läuft es für Rüdiger nicht schlecht. Beim 1:1 gegen den AC Mailand erzielte der Innenverteidiger nach vier Minuten nämlich sein erstes Tor in der italienischen Serie A. Grund genug für die Presse, ihn überschwänglich zu feiern: "Das Märchen wird Wirklichkeit. Das hässliche Entlein ist ein Schwan geworden", schrieb die "Gazzetta dello Sport". Rüdiger sei die wahre Rettung in einer ansonsten bröckeligen Mannschaft gewesen. Der "Corriere dello Sport" bescheinigte Rüdiger "höchst geschicktes Timing und große Koordination". Der Nationalspieler gab zu Protokoll: "Das Gefühl beim ersten Tor war einfach nur großartig. Aber ich bin Teamplayer und hätte mein Tor gerne gegen den Sieg eingetauscht." Dass sein Team den verpasst habe, sei "wirklich ärgerlich. Die erste Halbzeit war in Ordnung, aber die zweite war nach dem Ausgleichstreffer nicht mehr gut genug. Ich verstehe nicht, was dann passiert ist."

Wieder fit: Sami Khedira.
Wieder fit: Sami Khedira.(Foto: REUTERS)

Sami Khedira (Juventus Turin): Die Arme ausgebreitet, beide Hände zur Faust geballt - Weltmeister Khedira zelebrierte sein Tor und fiel in die Arme von Paul Pogba. Khediras Treffer in der 47. Minute zum 2:0 bei Sampdoria Genua besiegelte den 2:1-Erfolg von Juventus Turin. "Ein weiterer wichtiger Sieg. Gut gemacht, Jungs", ließ Khedira verlauten. Auch dank seines zweiten Treffers in der Serie A steht Juve nach verpatztem Start in die Saison mittlerweile auf Platz zwei der Tabelle hinter dem SSC Neapel. "Beeindruckend und mächtig", bezeichnete der "Corriere dello Sport" Khedira, der sich nach seiner Verletzung wieder erholt hat und zu einem Eckpfeiler in der Mannschaft von Trainer Massimiliano Allegri avanciert ist. "Khediras Tor ist von enormen Gewicht für Juves Scudetto-Jagd", kommentierte "Il Giornale".

Gefragt

Kevin Trapp (Paris St. Germain): Es läuft gut für den ehemaligen Frankfurter Torwart in Diensten von PSG. Zum Rückrundenauftakt in der französischen Ligue 1 schlug der Titelverteidiger den SC Bastia mit 2:0. PSG hat nach 20 Ligaspielen 17 Siege und drei Unentschieden zu Buche stehen. Der Vorsprung auf den zweitplatzierten AS Monaco beträgt 22 Punkte. Und Trapp ließ wieder einmal nichts anbrennen.

Mario Gomez (Besiktas): Der ehemalige Stuttgarter und Münchner weilt zwar noch bis zum kommenden Wochenende in der Winterpause der türkischen Süper Lig. Ein gefragter Mann ist Gomez dennoch – weil er in 22 Saisonspielen für Besiktas bereist 15 Tore erzielt hat. Berichten türkischer Medien sowie des bereits zitierten spanischen Sportblattes "AS" zufolge soll niemand anderes als der ebenfalls bereits zitierte Zinedine Zidane daran interessiert sein, ihn zu Real Madrid zu lotsen. Was nur daran liegen kann, dass die Königlichen im Sturm mit Karim Benzema, Gareth Bale und Cristiano Ronaldo nicht gerade überragend besetzt sind. Vielleicht aber ist es auch nur ein Gerücht.

Geschmäht

Als Promi im Tor: Lukas Podolski.
Als Promi im Tor: Lukas Podolski.(Foto: imago/Eibner)

Lukas Podolski (Galatasaray): Auch der ewige Kölner pausiert, und das noch mindestens vier Wochen, da er an Oberschenkel und Knöchel verletzt ist. Dass er allerdings zur Behandlung in Deutschland - oder genauer: in Köln - weilt, finden nicht alle in der Türkei so gut wie er. Sei aber alles mit dem Klub abgestimmt, ließ Podolski via "Sportbild" verlauten. "Mit den Ärzten und Physios hier habe ich schon immer gearbeitet und sie haben mein Vertrauen. Für mich sind das die besten Voraussetzungen, um so schnell wie möglich wieder fit zu werden und zurückzukommen. Das ist am Ende das Wichtigste für mich." Wie Podolski sagte, hätten Journalisten gar behauptet, er sei in Dubai. "Was mich dabei ärgert, ist, dass in einigen türkischen Medien viel Unsinn über meine Verletzung verbreitet wird." Was ihn nicht daran hinderte, bei einem Hallenturnier in Gummersbach zugunsten seiner Stiftung für benachteiligte Kinder beim Promi-Kick mitzumachen - allerdings nur als Torwart.

Nebendarsteller

Bastian Schweinsteiger (Manchester United): Stand beim mageren 1:0 in der dritten Runde des FA-Cups gegen den Drittligisten Sheffield United in der Startelf. Sein Fazit nach Wayne Rooney Elfmetertor in der dritten Minute der Nachspielzeit: "Es ist immer wichtig, bis zum Ende zu kämpfen." United-Legende Paul Scholes hingegen nannte den biederen Auftritt der Red Devils gegen einen harmlosen Gegner "deprimierend, langweilig und erfolglos". Sei's drum. Wenn Manchester heute ab 20.45 Uhr in der englischen Premier League bei Newcastle United antritt, ist Schweinsteiger nicht dabei. "Bastian ist verletzt", sagte Trainer Louis van Gaal. "Wir konnten es sehen, weil er sich kaum bewegen konnte."

Shkodran Mustafi (FC Valencia): Nach Muskelverletzung im Oberschenkel feierte der Nordhesse beim 0:2 in San Sebastian bei Real Sociedad sein Comeback in der Primera Division. Valencia verlor mit dem achten sieglosen Punktspiel in Serie weiter an Boden auf die Europapokalränge. Damit setzt sich die Krise in der Liga auch unter dem englischen Neu-Trainer Gary Neville fort. Und auch mit Mustafi.

Zuschauer

Robert Huth (Leicester City): Der erfolgreichste England-Export aus Deutschland ziert zwar aktuell das Cover des Fachblatts "Elf Freunde". Den Spielberichtsbogen zierte er bei Leicesters 2:2 im Pokal gegen Tottenham aber nicht, Huth stand nicht einmal im Kader. Eine dauerhafte Degradierung muss er aber nicht befürchten, Leicesters Aufschwung ist auch mit seiner Personalie verknüpft. Fragen Sie mal die "Elf Freunde".

Mesut Özil (FC Arsenal): Der beste Vorbereiter im englischen Fußball durfte sich beim mühsamen 3:1 der Gunners im Pokal gegen den AFC Sunderland auf das Gastspiel am Mittwoch ab 21 Uhr beim FC Liverpool vorbereiten. Die Chancen auf weitere Assists stehen damit blendend, schließlich gehen Jürgen Klopps Liverpooler derzeit kollektiv am Stock.

Per Mertesacker (FC Arsenal): Sah, wie sich seine Teamkollegen gegen Sunderland auch ohne ihn ein frühes Gegentor fingen. Sah dann, wie sie auch ohne ihn und Özil die Partie drehten. Dürfte mit seinem Weltmeister-Kollegen in Liverpool dennoch in die Startelf zurückkehren.

Emre Can (FC Liverpool): Beim FC Liverpool galt vor dem Pokalspiel bei Exeter City: Wer nicht bei drei auf dem Baum war, war entweder verletzt - oder er musste gegen den unterklassigen Gegner ran. Nationalspieler Can durfte sich dennoch schonen, in der Liga warten schließlich als nächstes Rendezvous mit den bei Arsenal und ManUnited kickenden DFB-Kollegen. Endstand gegen Exeter: 2:2. Heißt: Wiederholungsspiel am 20. Januar und für Can die nächste Partie, bei der er gepflegt zuschauen darf.

Marc-André ter Stegen (FC Barcelona): Alles wie immer. Barça glänzt in der Liga, diesmal beim 4:0 gegen Granada. Und der ehemalige Mönchengladbacher glänzt auf der Bank.

Miroslav Klose (Lazio Rom): Der Sturm-Oldie trainiert weiter sein Sitzfleisch. Beim überraschenden 3:1 gegen den AC Florenz, mit dem Lazio den Fiorentinern die Wintermeisterschaft verdarb, zierte Klose die Bank. Heißt auch: Er bleibt damit weiterhin ohne Tor in dieser Saison. Womöglich hebt er sich seine Treffer aber nur für sein Sensations-Comeback bei der EM in Frankreich auf.

Quelle: n-tv.de

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