Mittwoch, 10. März 2010
"Wäre perfekt" als WM-Keeper: Lehmann lobt sich selbst
Weil Jens Lehmann beim 2:2 seines VfB Stuttgart in Bremen nur eines von zwei Gegentoren verschuldet hat und er sich zudem jünger fühlt, als er ist und aussieht, sieht er sich offenbar wieder als Kandidaten für die Fußball-Nationalmannschaft - und sagt das auch öffentlich. Fußball kann so schön sein.
In dieser Szene schaut Jens Lehmann keineswegs verträumt Richtung Südafrika, sondern dem haltbaren Ball hinterher, den er gegen Werder Bremen passieren ließ.
(Foto: dpa)
Jens Lehmann lässt nicht locker. Obwohl die Torhüterfrage von Fußball-Bundestrainer Joachim Löw längst geklärt ist, hat sich der 40 Jahre alte Keeper des VfB Stuttgart nochmals für die WM in Südafrika ins Gespräch gebracht. "Ich glaube, dass jemand wie ich perfekt wäre, sofern er in das Schema des Bundestrainers passen würde, wonach der Torwart maximal 30 bis 35 Jahre alt sein sollte. Den gibt es aber nicht in Deutschland", sagte Lehmann der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Dabei entfiel ihm keineswegs, dass er selbst bereits 40 Jahre alt ist. Vielmehr betonte er, dass er sich deutlich jünger fühle.
Gleichzeitig bezweifelt Lehmann, dass das Ziel WM-Titel mit wirklich jungen Leuten wie Rene Adler oder Manuel Neuer erreicht werden kann. "Wenn man Weltmeister werden will, wird das nicht leicht mit relativ unerfahrenen Leuten. Beide spielen nicht in der Champions League und damit permanent auf höchstem Niveau", sagte der Keeper.
Randnotiz: Mit Lehmann im Tor gewann die Nationalmannschaft auch keine Titel. Als das DFB-Team im EM-Finale 2008 dicht dran war, machte Lehmann beim Gegentor eine ähnlich schlechte Figur wie jüngst Adler beim 0:1 gegen Argentinien. Immerhin flog Lehmann damals nicht nach 19 Minuten vom Platz wie 2006 im mit Arsenal verlorenen Champions-League-Finale gegen den FC Barcelona (1:2).
"Man weiß nie, was kommt"
Mit Blick auf seinen angekündigten Rücktritt zeigte Lehmann wie schon so oft zuvor, dass er weitaus weniger entscheidungs- als meinungsfreudig ist. Das heißt: Er ließ sich eine Hintertür offen: "Mein Plan ist, in Stuttgart aufzuhören. Der VfB und ich haben uns geeinigt, dass ich hier nicht weiterspiele. Aber ich sage, man weiß nie, was kommt."
Was ganz sicher nicht in Frage für ihn kommt, ist ein Job als Trainer: "Trainer zu werden ist ja ein Riesenproblem. Da müsste ich eine mehrjährige Ausbildung durchlaufen. Das ist für Leute wie mich, die im Fußball viele Erfahrungen sammeln konnten, mit absoluten Toptrainern zusammengearbeitet haben und so ihren Horizont erweitern konnten, nicht wirklich reizvoll. Die Trainerausbildung in Deutschland ist noch nicht richtig durchdacht." Womit auch das geklärt wäre.
cwo/sid
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