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Rot für Ribery: In der 47. Minute flog Bayerns französischer Dribbelkönig gegen Augsburg vom Platz. Zu Unrecht, findet Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge.
Rot für Ribery: In der 47. Minute flog Bayerns französischer Dribbelkönig gegen Augsburg vom Platz. Zu Unrecht, findet Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge.(Foto: dpa)

"Ist nicht einfach mit zehn gegen zwölf": FC Bayern attackiert und fordert

Weihnachten, Zeit der Wünsche. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat auch einen, erfüllen soll ihn das DFB-Sportgericht. Das soll gefälligst, poltert Rummenigge, das Pokal-Rot gegen Franck Ribéry aufheben, genauso wie zuletzt bei Rivale Dortmund.

Von vorweihnachtlicher Besinnlichkeit war bei Karl-Heinz Rummenigge nach dem Pokalsieg in Augsburg nicht viel zu merken.
Von vorweihnachtlicher Besinnlichkeit war bei Karl-Heinz Rummenigge nach dem Pokalsieg in Augsburg nicht viel zu merken.(Foto: dpa)

Von wegen weihnachtlicher Frieden: Karl-Heinz Rummenigge war kaum zu beruhigen. Der Vorstandsvorsitzende von Bayern München redete sich trotz einer erfolgreichen Hinrunde und des Einzugs ins DFB-Pokal-Viertelfinale in Rage. Ziel des Angriffs von Rummenigge nach dem hart erkämpften 2:0 (1:0) in einem hektischen Derby beim FC Augsburg war Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer, der den Bayern ein Tor verweigerte und dem unbeherrschten Superstar Franck Ribéry wegen Tätlichkeit die Rote Karte zeigte.

"Es ist nicht einfach, wenn man mit zehn gegen zwölf spielt. Ich bin überhaupt nicht sauer auf Franck Ribéry. Wenn man sauer sein kann, dann auf den Schiedsrichter. Der hat Karten gezeigt, damit kann er sich den Weihnachtsbaum behängen - und ganz obendrauf die Rote Karte setzen", polterte der Bayern-Boss gegen den Referee aus Herne: "Jeder kann mal einen schlechten Tag haben. Aber wenn es ein ganz schlechter ist, wird es schwierig."

"Gleiches Recht für alle"

Als Konsequenz forderte Rummenigge keine Sperre für den französischen Fußball-Nationalspieler. "Das war keine Rote Karte. Und ich erwarte da auch, dass man beim DFB entsprechend - genauso wie es die Lex Dortmund gegeben hat - einsieht, dass es keine Rote Karte war." Er erwarte "gleiches Recht für alle, wie es so schön heißt".

Rummenigge spielte damit auf die Rote Karte von Dortmunds Marcel Schmelzer aus dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg an. Dabei war der BVB-Profi fälschlicherweise wegen eines Handspiels vom Platz gestellt worden, obwohl er den Ball nur mit dem Knie gespielt hatte, Wolfsburg erhielt zudem einen Elfmeter. Nach der Partie räumte Schiedsrichter Wolfgang Stark seinen Fehler ein. Das DFB-Sportgericht beantragte daraufhin die Einstellung des Verfahrens und verzichtete auf die obligatorische Sperre von einem Spiel.

Gerechtfertigt oder nicht?

Franck Ribery im Infight mit Augsburg Koo. Der Koreaner griff Ribery ebenfalls ins Gesicht, sah aber nur Gelb.
Franck Ribery im Infight mit Augsburg Koo. Der Koreaner griff Ribery ebenfalls ins Gesicht, sah aber nur Gelb.(Foto: dapd)

Während der Sachverhalt bei Schmelzer sportjuristisch eindeutig war, gibt es beim Fall Ribéry verschiedene Ansichten. Wie Rummenigge sah auch Sportvorstand Matthias Sammer den Platzverweis als nicht gerechtfertigt an, obwohl der Franzose seinem Augsburger Gegenspieler Ja-Cheol Koo bei einem Gerangel ins Gesicht gegriffen hatte.

"Ich hätte sie nicht gegeben. Wir haben von der ersten Sekunde an darauf hingewiesen, dass der Gegenspieler Franck permanent provoziert hat. Ich finde, so was muss man immer im Gesamtzusammenhang mit erkennen", befand Sammer. "Ich finde, es ist keine Rote Karte für Franck Ribéry - oder ein bisschen für beide. Das hat mich ein bisschen erzürnt."

Trainer Jupp Heynckes bewertete den Platzverweis aus der 47. Minute hingegen als "vertretbar". "Er ist provoziert worden von Koo, das sieht man", sagte er. "Aber die Rote Karte ist vertretbar. Das muss man objektiv zugestehen, das darf so einem Klassespieler nicht passieren. Ich kritisiere die Entscheidung des Schiris in keinem Fall."

Fall Podolski statt Lex Dortmund

Ein Freispruch des Franzosen, wie ihn Rummenigge und Sammer fordern, ist laut DFB-Regelwerk deshalb ausgeschlossen. Grund ist, dass sich Ribéry im Gegensatz zu Schmelzer zweifelsfrei regelwidrig verhalten hat - genau wie Lukas Podolski bei seinem Platzverweis gegen Hertha BSC in der Vorsaison.

Damals hatte Podolski nach einer Rudelbildung vom Referee irrtümlich Rot gesehen. Die Tatsache, dass sich Podolski aber überhaupt an der Rudelbildung beteiligt hatte, genügte, um einen rückwirkenden Freispruch auszuschließen. "Es darf einhundertprozentig (!) nichts Regelwidriges passiert sein, sonst ist kein Freispruch möglich", begründete der DFB auf Anfrage von n-tv.de den Unterschied zum Fall Schmelzer. Der Wunsch von Karl-Heinz Rummenigge nach einem Freispruch für Franck Ribéry, er dürfte deshalb unerfüllt bleiben.

Quelle: n-tv.de

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