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Bundestrainer Joachim Löw startet gegen England sein EM-Casting.
Bundestrainer Joachim Löw startet gegen England sein EM-Casting.(Foto: dpa)

Hector gesetzt, Huth aussortiert: Löw will kräftigen EM-Schub gegen England

Die Sicherheitsmaßnahmen am Berliner Olympiastadion werden extrem sein. Alle hoffen auf ein österliches Fußballfest. Löw fordert von seinen Spielern ein starkes EM-Signal. Gomez steht wieder hoch im Kurs, Jonas Hector ist der erste Gewinner 2016.

Joachim Löw will Leistung sehen. Im Prestigeduell mit Englands rasenden Konterspezialisten sollen seine Weltmeister die kommenden großen Prüfungen in Meisterschaft und Europapokal für 90 Minuten total ausblenden und mit einem gelungenen Probelauf Vorfreude auf den EM-Sommer wecken. Im besonders gesicherten Berliner Olympiastadion soll am Samstagabend (20.45 Uhr/ZDF) ein Fußballfest stattfinden - mit einer titelfähigen deutschen Mannschaft.

Deutschland - England (Sa., 20.45 Uhr)

Voraussichtliche Aufstellung

Deutschland: Neuer - Ginter, Mustafi, Hummels, Hector - Khedira, Kroos - Müller, Özil, Reus - Gomez

Englische Startelf laut FA:

England: Butland - Clyne, Smalling, Cahill, Rose - Dier, Henderson - Alli, Lallana - Welbeck, Kane

Schiedsrichter: Rocchi (Italien)

"Es ist eine tolle Bühne für die Spieler, die sich uns Trainern nachhaltig empfehlen können", sagte Löw zu seiner Erwartungshaltung. "Ich glaube schon, dass die beiden Spiele gegen England und Italien wichtige Erkenntnisse liefern, die wir dann in der Vorbereitung auf die EM in die Feinjustierung einarbeiten können", erläuterte der Weltmeister-Coach am Karfreitag. Die Art der Präsentation hat dabei für ihn Priorität: "Ich stelle nicht das Ergebnis über alles andere."

Ganz oben rangiert der Wunsch nach einem friedlichen Fußballabend. "Wir leben im Moment in einer potenziellen Gefahrenlage im Leben", bemerkte der Bundestrainer zum Terror in Europa. Die durch die Terror-Anschläge von Brüssel zurückgekehrten Bilder der schlimmen November-Abende in Paris und Hannover sitzen Löw aber schon noch merklich in den Knochen.

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Rein sportlich gesehen sind Löw durch die besonderen Umstände des Spiels in Frankreich und die Absage des Tests gegen die Niederlande aber wichtige Erkenntnisse entgangen. Seit fast einem halben Jahr konnte er seine Spieler nicht ernsthaft im Kreise des DFB begutachten. Umso wichtiger sind für den 56-Jährigen die 180 Spielminuten über Ostern.

Gomez von Beginn, Hector gesetzt

Zwei DFB-Akteure dürfen sich schon vor dem Anpfiff als erste Gewinner 2016 fühlen: Mario Gomez steht nach seinem Aufschwung bei Besiktas Istanbul auch in der Nationalmannschaft wieder hoch im Kurs und darf gegen die Engländer im Sturm beginnen. "Er hat sich das in den Trainingseinheiten verdient", sagte Löw. Der Torjäger strahle auf dem Platz wieder "spürbar mehr Selbstbewusstsein" aus, lobte er den 30 Jahre alten Angreifer, der in 61 Länderspielen 25 Tore erzielte.

Jonas Hector ist sogar schon einen Schritt weiter. Der 25 Jahre alte Kölner ist als linker Verteidiger "im Moment gesetzt", nicht nur gegen England, sondern für die EM-Elf, wie Löw verkündete: "So wie er trainiert und spielt, entspricht er meinen Erwartungen." Bayern-Bankdrücker Mario Götze versprach der Bundestrainer einen 90-Minuten-Einsatz am Dienstag beim Heimspiel in München gegen die Italiener. "Diese Spielpraxis muss ich ihm jetzt geben", sagte der Bundestrainer, der mit dem 23 Jahre alten Götze in Berlin auch ein "längeres Gespräch" über dessen Zukunft führte. "Ein Wechsel war ein zentrales Thema", verriet Löw. Götzes Vertrag in München endet 2017.

Warnung vor Vardy

Die Gegenwart aber heißt England. Die Engländer, die auch einige prominente Akteure wie Kapitän Wayne Rooney, Torwart Joe Hart und Jungstar Raheem Sterling ersetzen müssen, stuft Löw als echten Prüfstein ein. "Wir treffen auf einen Gegner, der wiedererstarkt ist in den letzten Jahren."

Löw stellte seine Abwehrspieler um Mats Hummels in einer Sitzung speziell auf die Konterstärke der Engländer ein. Vor einem Spieler warnte er dabei besonders: Jamie Vardy von Leicester City. "Es ist spektakulär, wie er spielt. Vardy ist ein extrem gefährlicher Stürmer. Dort, wo es einer Abwehr am meisten wehtut, geht er hin."

Quelle: n-tv.de

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