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"Der Frust kam immer wieder hoch": Löw will sich hinterfragen

Lernen, einfache Fehler abstellen, sich nicht vom Gegner aus dem Konzept bringen lassen: Bundestrainer Joachim Löw hat klare Vorstellungen, woran er mit dem DFB-Team arbeiten muss. 2013 soll ein Jahr der Konzentration werden - um endlich die fehlenden Prozente für einen Titelgewinn herauszukitzeln.

Selbstkritisch zum Jahresausklang: Bundestrainer Joachim Löw.
Selbstkritisch zum Jahresausklang: Bundestrainer Joachim Löw.(Foto: dpa)

Das bittere Aus der deutschen Mannschaft im Halbfinale der Fußball-EM lässt Bundestrainer Joachim Löw nicht los. "Ich habe diese Niederlage das ganze Jahr nicht vergessen. Natürlich kam der Frust immer wieder hoch, den konnte ich einfach nicht abschütteln", sagte Löw der "Bild am Sonntag" - fast auf den Tag genau ein halbes Jahr nach dem 1:2 im EM-Halbfinale gegen Italien. "Aber ich habe gelernt, damit umzugehen", meinte der Coach. "Außerdem setze ich auf einen Lerneffekt."

Löw war frustriert, dass die Mannschaft ihr "Potenzial nicht abrufen" konnte. Er gab aber auch zu: "Wir hatten kein Pech, das Aus war auch nicht ungerecht. Wir haben es einfach nicht geschafft, unser Können abzurufen." Dafür sei auch er als Trainer verantwortlich. "Deshalb muss auch ich meine Methoden hinterfragen", sagte Löw.

2013 sei für ihn "ein Jahr der Konzentration. Wir müssen noch ein paar Prozent rausholen aus der Mannschaft, wir müssen Reize setzen", forderte der Trainer. Deshalb beginne jetzt bereits die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. "Damit wir nicht die Fehler machen, die wir bei der EM gemacht haben." Die Vorbereitung auf das EM-Turnier hätte er sich anders vorgestellt. Löw: "Das war vor der WM 2010 unsere Stärke."

Probleme mit dem Unerwarteten

Mit Blick auf die WM 2014 ist Flexibilität für den 52-Jährigen eines der wichtigen Kriterien. "Wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, was Unerwartetes, da haben wir häufig ein Problem gehabt. Daran müssen wir arbeiten", sagte Löw.

Ein Spiel wie das 4:4 gegen Schweden nach 4:0-Führung in der WM-Qualifikation in Berlin werde seiner Mannschaft aber wohl nicht mehr passieren, dasselbe gelte für die taktischen Fehler beim 1:2 gegen Italien im EM-Halbfinale: "Wir haben mit der Hand auf die heiße Herdplatte gefasst und uns verbrannt. Und es ist wie bei einem Kind: Danach macht man das nicht mehr."

Quelle: n-tv.de

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