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Schalker erfolgreich in Europa: Magaths Rechnung geht auf

Für Schalke 04 hat sich die Champions League wirtschaftlich und sportlich gelohnt. Der Fußball-Bundesligist streicht als Gruppensieger 30 Millionen Euro ein und geht im Achtelfinale den großen Favoriten zunächst aus dem Weg. Jetzt soll endlich auch in der Bundesliga die Aufholjagd beginnen.

International läuft es rund: Raul und der FC Schalke 04.
International läuft es rund: Raul und der FC Schalke 04.(Foto: dpa)

Nach der erfolgreichsten Vorrunde von Schalke 04 in der Champions League machte Felix Magath schon einmal Kassensturz. "Durch das Erreichen der nächsten Runde werden wir mit Sicherheit fünf Millionen Euro mehr als geplant einnehmen", stellte der Trainer und Manager nach dem 2:1 (1:0) bei Benfica Lissabon fest, mit dem sich der Fußball-Bundesligist erstmals den Gruppensieg in der Königsklasse gesichert hatte.

Zumindest im Europapokal ist Magaths Rechnung aufgegangen - wirtschaftlich und sportlich. Allein 13,7 Millionen Euro spielten die Königsblauen an Prämien ein. Hinzukommen geschätzte Zuschauereinnahmen in Höhe von sechs bis acht Millionen. Zudem erhält der hochverschuldete Traditionsklub am Ende der Saison einen stattlichen Anteil aus dem sogenannten Marktpool, in dem für die drei deutschen Champions-League-Teilnehmer 47 Millionen Euro liegen.

Er spielt die Kohle wieder ein

Da Werder Bremen bereits ausgeschieden ist, dürften rund 15 Millionen zusätzlich sicher sein. Insgesamt streicht Schalke mindestens 30 Millionen Euro ein - und hat damit die Investitionen, die Magath in der Sommerpause in den Umbau der Mannschaft steckte, längst wieder eingespielt. Der 57-Jährige hatte zwar 37 Millionen für neue Spieler ausgegeben, aber auch rund 16 Millionen durch Verkäufe eingenommen.

"Wir können froh sein, wie wir uns bisher verkauft haben": Felix Magath.
"Wir können froh sein, wie wir uns bisher verkauft haben": Felix Magath.(Foto: dpa)

Auch sportlich ging Magaths Plan in der Königsklasse auf. Mit vier Siegen und 13 Punkten holten sich die Schalker Platz eins in Gruppe B und boten dabei ihre besten Saisonleistungen. "Wir können froh sein, wie wir uns bisher international verkauft haben", sagte der Trainer-Manager nach dem ersten Schalker Sieg in Portugal, den Jose Manuel Jurado mit dem 50. Tor im Landesmeister-Wettbewerb (19.) und Benedikt Höwedes mit dem insgesamt 200. Europacuptreffer (81.) der Königsblauen sicherten.

Auf der großen internationalen Bühne funktioniert das völlig umgebaute Team um Mister Champions League Raul, der das erste Tor mustergültig vorbereitete. Deshalb ist der Optimismus groß, dass im Achtelfinale vom 15. Februar bis 15. März noch nicht Schluss ist. Zumal bei der Auslosung am 17. Dezember die Topfavoriten FC Barcelona, Real Madrid, FC Chelsea und Manchester United als Gegner nicht infrage kommen. "Von der Papierform her bekommen wir jetzt einen leichteren Gegner", sagte Abwehrspieler Christoph Metzelder.

Nun geht's zum Tabellenzweiten nach Mainz

In der Bundesliga dagegen läuft der Champions-League-Achtelfinalist noch immer deutlich hinterher. 'Ich hoffe, dass uns dieser Auswärtssieg gerade für das nächste Spiel die nötige Sicherheit gibt', sagte Magath mit Blick auf die Partie am Sonntag ab 17.30 Uhr beim Tabellenzweiten FSV Mainz 05. Bislang folgte nach Europacup-Erfolgen jedoch stets ein Rückschlag: Zwei derbe Pleiten (1:3 gegen Borussia Dortmund und 0:5 beim 1. FC Kaiserslautern) und eine Nullnummer (bei Eintracht Frankfurt) stehen zu Buche.

Allerdings hat sich Schalke nach dem katastrophalen Fehlstart mit vier Niederlagen zuletzt stabilisiert. Von den vergangenen acht Pflichtspielen verlor das Magath-Team nur eines, aus den letzten fünf Bundesliga-Spielen holte es zehn Punkte. 'Wenn man das Lautern-Spiel ausklammert, spielen wir seit Wochen richtig guten Fußball', sagte Kapitän Manuel Neuer, der im Stadion des Lichts nur einen einzigen Schuss des portugiesischen Rekordmeisters parieren musste und beim Anschlusstreffer von Luisao (87.) machtlos war.

Positiv ist neben dem Aufwärtstrend der Mannschaft auch die deutliche Leistungssteigerung des Torschützen Jurado. Der Spanier, für 13 Millionen Euro von Atletico Madrid verpflichtet, hat seit einer Aussprache mit Magath vor gut zwei Wochen seine Spielweise umgestellt. Statt Hacke, Spitze, eins, zwei, drei sucht der 24-Jährige jetzt häufiger den direkten Weg zum Tor - mit Erfolg. In Lissabon stellte er wie schon beim 2:0 gegen Bayern München mit einem Treffer die Weichen auf Sieg. "Das eine oder andere Tor können wir von ihm noch erwarten", sagte Magath.

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Quelle: n-tv.de

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