Sport
"Für immer in unseren Herzen": Fans des VfL Wolfsburg beim Rückrundenstart in der vergangenen Saison.
"Für immer in unseren Herzen": Fans des VfL Wolfsburg beim Rückrundenstart in der vergangenen Saison.(Foto: imago/Sven Simon)

Sohn informierte Hecking über Tod: Malanda bleibt in Wolfsburg präsent

Vor einem Jahr stirbt der Wolfsburger Fußballprofi Junior Malanda bei einem Autounfall. Trainer Dieter Hecking erinnert sich: "Das hat uns allen den Boden unter den Füßen weggezogen." Und er glaubt fest daran, dass der Klub damals richtig reagiert hat.

Dieter Hecking hat durch seinen Sohn vom Tod Junior Malandas erfahren. Er sei mit ihm im Auto unterwegs gewesen, "kurz vor der Ankunft am Flughafen las er auf dem Handy eine Online-Meldung vor: Fußball-Profi Junior Malanda tödlich verunglückt. Das konnte ich nicht glauben", berichtete der Trainer des VfL Wolfsburg der "Sport Bild". Am Sonntag, den 10. Januar, jährt sich der Todestag des mit 20 Jahren verstorbenen Profis.

Junior Malanda.
Junior Malanda.(Foto: imago/Christian Schroedter)

Hecking informierte seine Spieler am Treffpunkt vor dem Abflug ins Trainingslager nach Südafrika. "Dann kam Klaus Allofs und hatte für uns alle die traurige Gewissheit. Diese Nachricht hat uns allen den Boden unter den Füßen weggezogen." Der Klub hatte die Abreise ins Trainingslager verschoben, es herrschte große Unsicherheit. "Es war eine Extremsituation." Viele seiner jungen Spieler seien erstmals mit einem Todesfall konfrontiert worden: "Heute wissen wir, dass es das Beste war, ins Trainingslager zu fahren."

"Es hat sich alles entladen"

In Südafrika erhielt die Mannschaft Unterstützung durch den Psychologen Andreas Marlovits. Die Trauerfeier kurz nach der Rückkehr in Brüssel mit 1000 Menschen war für Spieler und Trainer eine Herausforderung. "Für mich war es hilfreich, dass viel in französischer Sprache stattfand, sodass ich nicht alles verstanden habe." Für Hecking waren die Tage und Wochen nach dem tödlichen Unfall auf der A2 bei Porta Westfalica die schwierigste Zeit als Trainer. Es stand in der Verantwortung, "in kürzester Zeit wichtige Entscheidungen zu treffen". Der gute Rückrunden-Start mit dem 4:1 gegen die Bayern überraschte auch ihn: "Es hat sich alles entladen, auch die ganze Stimmung im Stadion, was sich in drei Wochen aufgestaut hat."

Der Tod des Mitspielers, dessen Wagen wohl wegen deutlich überschrittener Geschwindigkeit von der Autobahn abgekommen war, begleitete die Wölfe in der gesamten Rückrunde, die mit dem Gewinn des DFB-Pokals und der Qualifikation für die Champions League äußerst erfolgreich endete. "Im Pokalfinale gegen Dortmund habe ich in der Halbzeit zum Beispiel gesagt: Wenn die Kraft nicht reicht, dann ist noch Junior da. Er ist unser zwölfter Mann."

Bei dem Unfall saß Malanda auf der Rückbank seines Geländewagens und war nach Angaben der Polizei nicht angeschnallt. Ein Freund, ebenfalls Profifußballer, fuhr. Wie ein Sprecher des Amtsgerichts Minden bestätigte, droht dem Fahrer ein Verfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Derzeit warte man noch auf die Überarbeitung eines Gutachtens. Der zentrale Mittelfeldspieler Malanda galt als eines der größten Talente des belgischen Fußballs, sein Trikot mit der Nummer 19 ist auf den Rängen in der VfL-Arena weiter präsent.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen