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n-tv-Reporter Timo Latsch traf die beiden Youngster Julian Weigl (l.) und Max Meyer (r.) zum Interview.
n-tv-Reporter Timo Latsch traf die beiden Youngster Julian Weigl (l.) und Max Meyer (r.) zum Interview.

U21-Youngster im Interview: Meyer und Weigl wollen zu Löw

Der Schalker Max Meyer und Dortmunds Julian Weigl sind feste Größen der deutschen Fußball-U21-Nationalmannschaft. Vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Russland sprechen die beiden Bundesligaprofis über gute Mitspieler, die Olympischen Spiele und den Traum, für die EM in Frankreich nominiert zu werden.

n-tv: Wie bewerten Sie das Spiel gegen die Färöer-Inseln in der Nachbetrachtung?

Weigl: Es ist nicht alles so optimal gelaufen, wie wir es uns vorgestellt hatten. Es ist immer tückisch gegen solch kleine Gegner, vor allem, wenn man der klare Favorit ist. Wichtig waren die drei Punkte. Wir haben immer noch eine weiße Weste und deswegen können wir zufrieden sein.

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Herr Meyer, Sie waren am Donnerstag erstmals der Mannschaftskapitän der U21-Nationalmannschaft. Ein besonderes Spiel für Sie persönlich?

Meyer: Ja, schon. Ich war noch nicht häufig Kapitän, nur bei einem Spiel der U19. Da Leon Goretzka ausgefallen ist, hatte ich die Ehre, auf dem Platz die Binde zu tragen. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht.

Eine neue Rolle auch außerhalb des Spielfeldes?

Meyer: Ja, natürlich muss ich in diese Rolle erst hineinwachsen. Es ist nicht so einfach am Anfang, man muss das große Ganze im Blick haben und kann sich nicht nur auf sich selbst konzentrieren. Jetzt muss ich gucken, dass alle pünktlich beim Essen oder der Besprechung sind. Man hat auf jeden Fall mehr Verantwortung. Bei der Qualität unseres Kaders ist es auch keine Selbstverständlichkeit, dass ich Kapitän sein darf.

Mit welchen Erwartungen und Gedanken fliegen Sie nach Rostov? Worauf wird es in Russland ankommen?

n-tv überträgt U21-Länderspiel live

Premiere für n-tv: Der Nachrichtensender überträgt das Spiel der deutschen U-21-Nationalmannschaft gegen Russland am Dienstag, 29. März, live. Anstoß des letzten Pflichtspiels vor den Olympischen Spielen ist um 19 Uhr.

Weigl: Wir haben noch nicht gegen sie gespielt, deswegen wird es umso wichtiger, dass wir uns auf uns konzentrieren, unser Spiel durchziehen. Dann wird es auch für Russland schwer, uns zu schlagen. Wir wollen die nächsten drei Punkte.

Meyer: Unsere Aufgabe und unser Ziel dort ist, das Spiel zu gewinnen. Wenn wir eine gute Leistung abliefern, dann werden wir auch drei Punkte holen. Russland ist relativ weit unten in der Tabelle. Das ist eine Pflichtaufgabe für uns. So werden wir das auch annehmen. Wir sind der Favorit und dieser Favoritenrolle wollen wir gerecht werden.

Herr Weigl, gegen die Färöer-Inseln spielten Sie erstmal mit Niklas Stark und später mit Mahmoud Dahoud im zentralen Mittelfeld. Fällt es Ihnen schwer, sich auf immer wieder neue Mitspieler einzustellen?

Weigl: Es ist natürlich von Vorteil, wenn man die Jungs gut kennt. Mit Leon (Goretzka, Anm.d.R.) und Jo (Kimmich, Anm.d.R.) habe ich schon mehrere Spiele gemacht. Aber ich glaube, dass auch die anderen, die jetzt nominiert wurden, sich nicht verstecken müssen. Sie sind alle bundesligaerfahren und spielen in ihren Klubs wichtige Rollen. Man braucht zwar kurz, bis man weiß, wie der andere tickt, aber es hat auch mit Niklas Stark und Mo Dahoud gut funktioniert. Beide haben eine Riesenqualität und helfen uns weiter.

Herr Weigl, Sie haben eine Wahnsinns-Entwicklung hinter sich. Letztes Jahr haben Sie noch bei 1860 München in der Zweiten Liga gekickt, in dieser Saison bei Borussia Dortmund fast alle Spiele gemacht. Hatten Sie das so als Vorstellung im Kopf oder ist das weitaus mehr, als Sie zu träumen gewagt hatten?

Weigl: Es ist schon weitaus mehr, als ich mir erträumt habe. Ich bin nach Dortmund gekommen, wollte ganz viel lernen, ganz viel aufsaugen. Ich hatte mir auch kein Datum gesetzt, bis ich in der Startelf stehen wollte. Ich habe dann sehr früh gemerkt, dass ich gut klarkomme. Ich wollte unbekümmert aufspielen und habe die Minuten ganz gut genutzt, die ich bekommen habe. Jetzt bin ich der Startelf drinnen und es macht einen Riesenspaß, mit den Jungs zu spielen.

Was sind Ihre persönlichen Ziele in der Nationalmannschaft? Europameisterschaft in Frankreich oder Olympische Spiele in Rio?

Meyer: Ich schaue auf die EM und würde da auch gerne dabei sein. Aber wenn es nicht klappen sollte, dann wäre ich auch nicht enttäuscht. Auch Olympia ist ein riesiges Ereignis und falls ich dafür nominiert würde, würde ich mich auch sehr freuen. Das ist für mich schon auch ein Anreiz, dort weit zu kommen und eine Medaille zu holen.

Weigl: Natürlich träume ich davon, bei der EM dabei zu sein. Ich kann mich Woche für Woche in der Bundesliga und in der U21 nur anbieten. Sollte der Anruf vom Bundestrainer kommen, werde ich den Hörer natürlich abheben und mich darüber freuen. Aber jetzt konzentriere ich mich erstmal auf die U21. Mein primäres Ziel ist es, bei Olympia dabei zu sein.

Mit Max Meyer und Julian Weigl sprach Timo Latsch

Quelle: n-tv.de

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